Starlink bei staatlichen Stellen: Warum die Terminals ins Inventar aufgenommen werden müssen und was das für die Front bedeutet

Ein Audit kann nicht erfasste Terminals für das Militär in ein rechtliches Problem verwandeln. Wir erklären, warum Registrierung keine bloße Bürokratie, sondern rechtlicher Schutz für jene ist, die an der Front die Kommunikation aufrechterhalten.

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Kurz

Das Verteidigungsministerium hatte erklärt, dass es für den Betrieb von Starlink ausreiche, die Terminals über das System „Delta“ in eine „weiße Liste“ aufzunehmen. Mehrere Quellen von LIGA.net aus verschiedenen Waffengattungen warnen jedoch: Bei einer Prüfung könne das Fehlen der Terminals in der Bilanz als rechtswidriger Erwerb von Staatseigentum durch staatliche Stellen gewertet werden. Das schafft ein rechtliches Risiko für Einheiten und Personen, die die Ausrüstung nutzen.

Positionen und Realität

Offiziell betont das Verteidigungsministerium, dass für sie das Ergebnis zählt — welche Terminals zugunsten der Ukraine arbeiten und welche nicht. Praktisch wird dies über die „weiße Liste“ und die Verifizierung der Terminalnummer im Nutzerkonto umgesetzt.

"Wir brauchen nicht, dass etwas in der Bilanz steht. Wenn es zum Beispiel ein Soldat ist, bestätigt er über sein Konto in Delta, dass bei ihm ein Starlink mit einer bestimmten Nummer funktioniert. Wir tragen diese Nummer in die weiße Liste ein, damit sie auf dem Gebiet der Ukraine arbeitet",

— Serhij (Flesh) Beskrestnov, Berater des Verteidigungsministers, Experte für Kommunikationssysteme

Gleichzeitig warnen 15 Gesprächspartner von LIGA.net in verschiedenen staatlichen Stellen und im Militär: Die Verifizierung allein nimmt das Risiko vor einer Prüfung nicht weg. Die Verifizierungslisten würden früher oder später bei den Prüfinstanzen landen, und dann würden Fragen zur Übereinstimmung des Eigentums mit den Buchungsunterlagen aufkommen.

Rechtliche Folgen für Einrichtungen und Personen

Viele Nutzer verfügen nicht über ein vollständiges Paket an Dokumenten, die das Recht zur Nutzung der Terminals belegen — meist liegen nur Übernahme-/Übergabeprotokolle zur unentgeltlichen Nutzung vor. Nach ukrainischem Recht (Artikel 54 des einschlägigen Fachgesetzes) ist es Behörden untersagt, materielle Werte unentgeltlich zu erhalten. Daher kann das Fehlen einer formellen Regelung als Verstoß gegen Antikorruptionsvorschriften ausgelegt werden.

"Obwohl das Verifizierungsverfahren formal nicht dazu verpflichtet, die Terminals in der Bilanz zu führen, ist der Verzicht auf diesen Schritt riskant. Die Nutzung von Geräten ohne dokumentarische Begleitung kann als rechtswidriger Erwerb von Vermögenswerten durch eine staatliche Stelle gewertet werden",

— Dmytro Paliushchenko, Leiter der Praxis für Unternehmensbetreuung, Kanzlei Juscutum

Was das für die Verteidigung bedeutet und wie man die Risiken mindert

Es geht nicht nur um Papiere — es geht um den rechtlichen Schutz von Personen und Einrichtungen, die an der Front die Kommunikation sicherstellen. Einige praktische Schritte, die Experten und Gesprächspartner in den Behörden vorschlagen:

1) Formalisieren, dass die Terminals in den entsprechenden Buchführungssystemen erfasst oder dort in die Bilanz aufgenommen werden, wo dies rechtmäßig und möglich ist.
2) Übernahme-/Übergabeprotokolle, Verträge oder andere Bestätigungsdokumente erstellen, um Ansprüche bei einer Prüfung zu vermeiden.
3) Sich frühzeitig mit Audit- und Antikorruptionsabteilungen abstimmen und die Logik der Nutzung der Ausrüstung im Interesse der Verteidigung darlegen.
4) Transparente Berichte über die Anzahl der einsatzfähigen Terminals in jeder Einheit führen, damit Buchführung und operative Zahlen möglichst übereinstimmen.

Fazit

Die Frage der Legalisierung von Starlink reduziert sich nicht auf die Wahl zwischen „weißer Liste“ und Bilanz — es geht um den Schutz von Menschen und Institutionen vor rechtlichen Risiken bei Prüfungen. Es ist ein Beispiel dafür, dass operative Erfordernisse und Buchführung zusammenarbeiten müssen. Nun liegt die Entscheidung bei den Leitungen der Behörden: Werden sie in der Lage sein, schnell ein transparentes Verfahren zu schaffen, das die Front vor unnötigen Risiken schützt und gleichzeitig die Kommunikationsarbeit nicht ausbremst?

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