Vance reist nach Pakistan – und warnt unterwegs Teheran

Der Vizepräsident der USA warnte den Iran öffentlich vor Versuchen, die Kernenergieverhandlungen hinauszuzögern, während er selbst zu einem separaten diplomatischen Einsatz in Südasien aufbrach.

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Джей Ді Венс (Фото: Akos Kaiser/EPA)

J.D. Vance ist auf einen offiziellen Besuch nach Pakistan aufgebrochen – und hat bereits während des Flugs eine Erklärung abgegeben, die sich nicht an Islamabad, sondern an Teheran richtete.

„Der Iran sollte nicht mit uns spielen", sagte er Journalisten an Bord. Nach seinen Aussagen hat Donald Trump die amerikanische Verhandlungsdelegation zu klaren Anweisungen bezüglich der Nuklearfrage erteilt: entweder ein Abkommen mit echten Garantien oder Konsequenzen. Welche genau – Vance präzisierte es nicht, aber der Ton ließ keinen Raum für Mehrdeutigkeit.

Die Parallelität der beiden diplomatischen Stränge – des iranischen und des pakistanischen – ist kein Zufall. Washington versucht gleichzeitig, den Druck auf Teheran zu halten und die Beziehungen zu Islamabad vor dem Hintergrund einer weiteren Verschärfung zwischen Pakistan und Indien zu stabilisieren. Vance fungiert in dieser Konfiguration sowohl als Gesandter als auch als Signalgeber.

Das Problem besteht darin, dass die „klaren Anweisungen Trumps" bisher als öffentliche These existieren und nicht als verifizierte Verhandlungsposition. Frühere Runden amerikanisch-iranischer Kontakte – insbesondere indirekte Verhandlungen über Oman – endeten ohne dokumentierte Fortschritte. Teheran nutzt traditionell die Pausen zwischen den Runden zur Steigerung der Urananreicherung, was die Rhetorik über „Spielchen" etwas verspätet erscheinen lässt.

Bedeutet Vances Reise nach Pakistan, dass die Trump-Administration bewusst südostasiatische und nahöstliche Stränge in eine einzige Druckstrategie verflicht – oder ist dies lediglich ein Kalenderfall, der als Konzept ausgegeben wird?

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