Was Валерій Залужний im Chatham House sagte
Der Botschafter der Ukraine im Vereinigten Königreich und ehemalige Oberbefehlshaber der Streitkräfte, Валерій Залужний, bezeichnete am 23. Februar im Chatham House Gespräche über seine politischen Ambitionen als unangebracht und forderte, Fragen der Innenpolitik in internationalen Diskussionen zu einem „Tabu“ zu machen. Seiner Ansicht nach sollten solche Themen erst nach dem Ende des Krieges und dem Wiederaufbau des Landes behandelt werden.
„Der Krieg endet, der Kriegszustand in der Ukraine endet, dann werden wir darüber sprechen. Und übrigens wird er erst enden, wenn der Wiederaufbau des Landes abgeschlossen ist.“
— Валерій Залужний, Botschafter der Ukraine im Vereinigten Königreich, ehemaliger Oberbefehlshaber der Streitkräfte der Ukraine
Der General äußerte außerdem sein Erstaunen darüber, dass sein Name häufig in den Medien auftauche, und scherzte über ein „Departement“, das jeden Morgen seine Gedanken erfinde.
„Manchmal mit so viel Kreativität, dass ich zu denken beginne, es gäbe ein Departement, das jeden Morgen mit dem Gedanken aufwacht: Was denkt Залужний heute?“
— Валерій Залужний, Chatham House, 23. Februar
Kontext und bestätigte Fakten
Das ist nicht die erste Reaktion von Валерій Залужний auf Vermutungen über seine politische Rolle. Im Oktober 2025 wies er Gerüchte über die Vorbereitung einer Präsidentschaftskampagne öffentlich zurück und versicherte, dass er keine Wahlkampfteams oder Parteien gründe. Zuvor, am 18. Februar, sagte der General in einem Interview mit der Associated Press etwas zu Durchsuchungen durch den SBU im Jahr 2022 und kritisierte einzelne Amtsträger für den Verlauf des Gegenangriffs 2023 — Aussagen, die sowohl Medien als auch politische Kreise aufhorchen ließen.
Warum das für die Ukraine wichtig ist
Fokus auf Sicherheit. Öffentliche Diskussionen über persönliche Ambitionen von Militärangehörigen während einer aktiven Kriegsphase können von strategischen Aufgaben ablenken und dem Gegner Informationsanlässe liefern.
Signal an die Partner. Für westliche Verbündete ist Klarheit über die Rolle des Militärs in der Politik ein Indikator für Stabilität und zivilen Kontrolle über die Streitkräfte, was Entscheidungen über Unterstützung und Investitionen beeinflusst.
Interne Agenda. Indem er Fragen zu Wahlen und Ambitionen zurückstellt, betont Валерій Залужний de facto die Priorität der Einheit des Staates und der Arbeitsagenda — Verteidigung, Wiederaufbau, Wiederherstellung der Institutionen.
Analysten und das Fachumfeld weisen darauf hin, dass eine solche Position das Risiko der Politisierung der Streitkräfte verringert und dabei hilft, den öffentlichen Diskurs auf nationale Sicherheit zu konzentrieren, anstatt ihn auf persönliche Konflikte zu lenken.
Fazit
Die Aussagen von Валерій Залужний sind nicht bloß eine Zurückweisung von Gerüchten. Es ist eine pragmatische Botschaft: Während des Krieges sei es entscheidend, den Fokus auf Sicherheit und internationales Vertrauen zu bewahren. Fragen politischer Ambitionen sollten seiner Meinung nach in Friedenszeiten entschieden werden, wenn der Wiederaufbau des Landes und die Normalisierung des politischen Prozesses Priorität haben. Ob der politische Diskurs dieser Probe standhält, hängt von der Verantwortlichkeit der inländischen Akteure und der Reaktion der Partner ab.