Stellvertreter des Sparkassenchefs — 9,2 Millionen pro Monat. Hetmanzew fordert Kabinett auf, Zahlungen in Staatsbanken zu stoppen

Der Vorsitzende des Finanzausschusses der Werchowna Rada hat konkrete Summen offengelegt – und das ist keine abstrakte Diskussion mehr über „Marktlöhne", sondern die Frage, wer und wie die Ausgaben von Banken kontrolliert, die zu 100 Prozent den Steuerzahlern gehören.

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Фото: Данило Гетманцев / Telegram

Während der Staat Kredite für die Verteidigung aufnimmt und Bürger auffordert, ihre Ersparnisse anzumelden, erhalten Führungskräfte staatlicher Banken Zahlungen, die kaum als krisenfest bezeichnet werden können. Der Vorsitzende des parlamentarischen Finanzausschusses Danilo Hetmantsev hat Screenshots mit Daten über monatliche Zahlungen an Top-Manager veröffentlicht und sich mit einer Forderung zur Begrenzung der Entschädigungen an das Kabinett der Minister gewandt.

Was Hetmantsev genau empörte

Die genauen Summen finden sich in den öffentlichen Berichten der Banken selbst, die seit November 2024 verpflichtet sind, Daten über Zahlungen an die Führungsebene zu veröffentlichen. Diese Daten wurden von Journalisten mehrerer Publikationen dokumentiert.

Oschadbank: Vorsitzender des Aufsichtsrats Wolodymyr Lavrenchuk — 768.000 Griwna für Juni. Mitglieder des Aufsichtsrats — zwischen 590.000 und 650.000 Griwna pro Monat. Einer der stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden — 9,2 Millionen Griwna pro Monat, ein anderer — 4,5 Millionen Griwna. PrivatBank: Aufsichtsratsvorsitzender Nils Melnhailyts — über 1 Million Griwna monatlich vor Steuern. Insgesamt erhielten die Vorstandsvorsitzenden der staatlichen Banken 2025 gemeinsam über 100 Millionen Griwna; die höchste Einzelvergütung überstieg 34 Millionen Griwna pro Jahr.

«Seid ihr verrückt geworden, das während des Krieges zu zahlen? Ich wende mich an das Kabinett wegen dieses Skandals».

Danilo Hetmantsev, Facebook

Das Argument der Banken — und warum es die Frage nicht klärt

Die Standardantwort auf Kritik an Gehältern in staatlichen Banken ist «das Management verdient Milliarden für den Haushalt». Das stimmt: PrivatBank, Oschadbank und Ukrgazbank sind rentabel und überweisen Dividenden an den Staatshaushalt. Aber hier gibt es einen strukturellen Unterschied: Manager sind angestellte Führungskräfte und keine Profitpartner. Ihre Vergütung wird von Aufsichtsräten bestimmt, deren Mitglieder ebenfalls diese 590.000–768.000 Griwna pro Monat erhalten — und die Zahlungen an den Vorstand genehmigen.

Mit anderen Worten: Das System legt sich selbst Tarife fest, ohne externe Beschränkung. Genau diese Lücke will Hetmantsev über das Kabinett schließen — aber ein Kontrollmechanismus wurde nach der Eingabe noch nicht angekündigt.

Kontext: Hetmantsev drückte bereits früher auf die Banken

  • Im Juni 2026 stimmte der Rat auf seine Initiative hin dafür ab, Vorstände und Vorstandsmitglieder von Staatsbanken als politisch bedeutsame Personen anzuerkennen — das Gesetz ist noch nicht in Kraft getreten.
  • Er ist auch Initiator der erhöhten Gewinnsteuer für kommerzielle Banken im Jahr 2027.
  • Die Gehälter der Bankführung wurden erst nach der Verabschiedung eines Gesetzes zur Transparenz von Zahlungen in Staatsunternehmen öffentlich — das heißt, der Skandal wurde erst durch eine Norm möglich, die die Abgeordneten zuvor verabschiedeten.

Ukrgazbank passt auch in dieses Bild: Der amtierende Vorstandsvorsitzende Rodion Morozov erhielt 2025 fast 18,2 Millionen Griwna jährliche Aufwendungen plus etwa 600.000 Griwna materielle Unterstützung von der Bankgewerkschaft — einer Struktur, die formal keine Staatsorganisation ist und daher separat zahlt.

Wenn das Kabinett nur mit einem Empfehlungsschreiben ohne Änderung des Statuts oder einer Verordnung über die maximale Vergütungshöhe antwortet — wird diese Diskussion im nächsten Quartal mit denselben Zahlen und derselben rhetorischen Frage wiederholt.

Weltnachrichten