Shuntaro Furukawa, Präsident eines Unternehmens mit einer Marktkapitalisierung von über 60 Milliarden Dollar, das kürzlich die erfolgreichste Spielkonsole in der Geschichte veröffentlicht hat, verdiente im letzten Jahr 2 Millionen Dollar. Zum Vergleich: Bobby Kotick verdiente auf dem Höhepunkt seiner Karriere bei Activision Blizzard 155 Millionen Dollar pro Jahr — 77-mal mehr.
Was genau der Bericht offenbarte
Im jährlichen Bericht von Nintendo für das Geschäftsjahr 2026 offenbarte das Unternehmen die Vergütung von vier Direktoren, die nach japanischem Recht zur Offenlegung verpflichtet sind. Neben Furukawa (2 Millionen Dollar) gehörten dazu Shigeru Miyamoto — Schöpfer von Mario und Zelda — mit 1,54 Millionen Dollar, Shin'ya Takahashi mit 1,48 Millionen Dollar (einschließlich Basisgehalt) und Satoru Shibata mit 1,22 Millionen Dollar. Zusammen — 6,24 Millionen Dollar für vier Personen.
Nintendo rechnet diese Summen vom Yen um, und Wechselkursschwankungen beeinflussen die Endsummen. Doch selbst unter Berücksichtigung des Wechselkurses bleibt die Kluft zu westlichen Unternehmen dramatisch.
Ausmaß der Kluft
Nach Angaben des Magazins Spilled verdiente Kotick 2020 155 Millionen Dollar — während ein typischer Activision-Mitarbeiter nur 0,3% des Gehalts seines CEO verdiente. Nintendo Life dokumentierte, dass die CEOs von Activision und EA damals etwa 30 Millionen Dollar monatlich mit nach Hause nahmen — mehr als 300-mal mehr als ein durchschnittlicher Mitarbeiter.
Nintendo ist auf diesem Hintergrund sogar eine Ausnahme unter japanischen Unternehmen. Laut GameSpot verdiente CEO Osamu Satori von Sega Sammy ¥435 Millionen (~4,9 Millionen Dollar) — doppelt so viel wie Furukawa bei einem deutlich kleineren Unternehmen.
«Wir verwandeln unsere Führungskräfte in Stars, und alle werden zu uns wollen»
— eine Logik, die Nintendo konsequent seit drei Jahrzehnten vermeidet
Das Iwata-Präzedenzfall — und warum er wichtig ist
Die Philosophie niedriger Führungsgehälter ist keine neue Position. 2014 reduzierte der damalige Präsident von Nintendo Satoru Iwata freiwillig sein Gehalt um die Hälfte, um Entlassungen unter regulären Mitarbeitern während finanzieller Schwierigkeiten zu vermeiden. Diese Entscheidung wurde eine Unternehmenslegende und setzte faktisch den Standard für seine Nachfolger.
Ergebnis: Laut Simply Wall St erhält Furukawa 29,7% als Basisgehalt und 70,3% als Boni, die an die Leistung gebunden sind. Das heißt, das Risiko ist zwischen Management und Unternehmen verteilt, nicht nur auf die Aktionäre übertragen.
Was dies bringt und was nicht
- Team-Loyalität: Die Reaktion in der Reddit-Gemeinde auf die Offenlegung ist «überraschend bescheiden», und dies verstärkt das öffentliche Image von Nintendo als Unternehmen, in dem Führungskräfte «im selben Boot» wie Entwickler sitzen — was an sich ein Unternehmensphänomen ist.
- Der Miyamoto-Effekt: Die Person, die Mario, Zelda und Donkey Kong erschaffen hat, verdient weniger als ein durchschnittlicher Vizepräsident bei Microsoft — und dies verursacht im Unternehmen keine Empörung, was selbst ein Unternehmensphänomen ist.
- Aber: Niedrige Führungsgehälter garantieren nicht eine kleine Kluft zu regulären Mitarbeitern — Nintendo gibt nicht das detaillierte CEO-Pay-Verhältnis offen, im Gegensatz zu amerikanischen börsennotierten Unternehmen.
Die Switch 2 bricht Vorbestellungsrekorde. Wenn Nintendo bis Ende des Geschäftsjahres 2026 Rekordgewinne zeigt, wird es deutlich, ob diese Philosophie der Zurückhaltung bestehen bleibt oder ob Aktionäre «marktgerechte» Pakete für die Führung fordern werden, wie dies bei den meisten japanischen Technologiekonzernen geschah, die auf den Weltmarkt gingen.