Zelenskyj warnte am Abend des 1. Juli vor einer hohen Wahrscheinlichkeit eines massiven Anschlags: Laut Geheimdienst bereitete Russland den Angriff im Voraus vor. Um 1:59 Uhr bestätigten die Luftstreitkräfte: Ballistische Raketen sind auf Kurs zu Kiew aus dem Osten. Der Angriff dauerte 11 Stunden — bis 7:00 Uhr morgens.
Waffen und Taktik
Russland setzte mehrere Waffentypen gleichzeitig ein: Ballistische Raketen „Kinschal" und „Zirkon", Marineflugkörper Ch-101 (nach 3:00 Uhr von Tu-95MS-Bombern gestartet), reaktive Drohnen und Streumunition „Banderoll" (S8000). Wie Radio Free Europe berichtet, ist die „Banderoll" eine Hybrid aus Marineflugkörper und Drohne, die ihre Flugbahn während des Fluges ändern kann; Russland begann, sie im Frühjahr 2025 massiv einzusetzen. Die Kombination von schneller Ballistik mit manövrierbaren Munitionstypen belastet die Luftabwehrsysteme maximal.
Opfer und Zerstörungen
Zum Stand von 7:00 Uhr bestätigte der Leiter der KMVA Timur Tkachenko den Tod von mindestens neun Personen, es wurde noch über mehrere weitere überprüft. Bürgermeister Vitali Klitschko berichtete von zehn Toten. Verletzte — 56, darunter mindestens zwei Kinder. Die frühen Zahlen (1 Toter, 11 Verletzte um 3:50 Uhr) spiegelten nicht das tatsächliche Ausmaß wider: Rettungsarbeiten unter den Trümmern dauerten die ganzen Morgenstunden an.
Schäden wurden an über 30 Orten in allen Stadtteilen registriert. Unter den konkreten Objekten:
- Schewtschenko-Bezirk — Angriff auf eine Rettungswache: fünf Mediziner und Fahrer verletzt, ein Sanitäter — in kritischem Zustand; Feuer auf dem Dach eines Hotels in der Stadtmitte
- Darnytskyj-Bezirk — Zerstörung vom ersten bis sechsten Stockwerk in einem neungeschossigen Wohnhaus, Menschen wurden blockiert
- Desnyanskyj-Bezirk — teilweise Zerstörung eines neungeschossigen Gebäudes
- Swjatoschyn-Bezirk — zwei Brände an verschiedenen Adressen, dort wurde der erste bestätigte Todesfall registriert
- Holosiyivsky-, Obolon-, Podil-Bezirke — Zerstörung und Beschädigung von Wohn- und Zivilgebäuden
Der Feind schießt abermals gezielt auf Wohnviertel und tötet Zivilisten. Wir haben sehr schwere Zerstörungen und eine erhebliche Anzahl von Opfern, einschließlich Kindern.
Timur Tkachenko, Leiter der KMVA
Der Angriff auf die „Rettungswache" — kein Zufall
Der Treffer der Rettungswache im Schewtschenko-Bezirk passt in die dokumentierte Praxis von Angriffen auf Notfallmedizin-Objekte. Die fünf Mediziner, die in dieser Nacht verletzt wurden, sollten anderen Opfern desselben Anschlags helfen. Ein Sanitäter befindet sich in kritischem Zustand — laut Klitschko hatte sich sein Zustand bis zum Morgen nicht verändert.
Falls die Zahl der Toten nach Abschluss der Rettungsarbeiten die Zehn übersteigt — wird dieser Angriff einer der tödlichsten auf Kiew seit Beginn der vollumfassenden Invasion sein. Das tatsächliche Ausmaß der Verluste wird sich nach Abschluss der Trümmerbergung in den Bezirken Darnytskyj und Desnyanskyj zeigen.