Worum es geht
Die Ukraine erhält den ersten internationalen Zuschuss zur Modernisierung von Bewässerungssystemen: Italien finanziert die Rekonstruktion der Systeme von Tatarbunar und Kiliya mit einem Projektbudget von €6 Mio.. Dies teilte das Ministerium für Wirtschaft, Umwelt und Landwirtschaft der Ukraine nach der Ratifizierung des von Präsident Wolodymyr Selenskyj unterzeichneten Abkommens mit.
Was getan wird
Das Projekt sieht die Erneuerung der Pumpanlagen, die Reinigung und Wiederherstellung der Bewässerungskanäle sowie die Einführung automatisierter Systeme zur Steuerung der Wasserzufuhr vor. Es wird erwartet, dass mehr als 50 Agrarbetriebe im Süden der Region Odessa profitieren und dass Bewässerung auf Zehntausenden Hektar sichergestellt wird.
"Es geht nicht nur um die technische Erneuerung einzelner Anlagen – die Modernisierung der Systeme zielt auch auf wasserökologische Ziele ab, insbesondere die Verringerung von Wasserverlusten, die Reduzierung unproduktiver Wasserverwendung und ein rationelleres Ressourcenmanagement. Die Umsetzung des Projekts wird den Agrarbetrieben ermöglichen, ihre Produktion stabiler zu planen, klimatische Risiken zu verringern und die Produktivität der bewässerten Flächen zu steigern."
— Iryna Ovcharenko, stellvertretende Ministerin für Wirtschaft, Umwelt und Landwirtschaft der Ukraine
Warum das gerade jetzt wichtig ist
Die Systeme von Tatarbunar und Kiliya wurden in den 1960er–1980er Jahren errichtet; viele hydrotechnische Anlagen sind physisch verschlissen, und die Wasserverluste erreichen 30–50%. Besonderes Augenmerk gilt dem Kiliya-Reissystem — einer in der Ukraine einzigartigen Infrastruktur mit Reisfeldern, die für 60–90 Tage überflutet werden müssen. Ohne Reparaturen sind solche Flächen für den Anbau ungeeignet.
Kontext: Reformen und staatliche Ziele
Dieser Zuschuss fügt sich in eine Reihe staatlicher Maßnahmen ein: 2022 wurde ein Gesetz zur Bewässerung von Flächen verabschiedet, im Dezember 2023 erhielt die erste Wassernutzerorganisation im Rahmen der Meliorationsreform die Bewirtschaftung von Bewässerungssystemen, und die Regierung legte 2025 das Ziel fest, die bewässerte Fläche bis 2050 auf 700.000 ha zu erhöhen. Die Investition aus Italien ist ein Signal internationalen Vertrauens und der erste Test eines Modells zur externen Finanzierung der Wiederherstellung meliorativer Infrastruktur.
Wie es weitergeht — Risiken und Chancen
Die Instandsetzung bringt praktische Effekte: Verringerung von Wasserverlusten, stabilere Anbauplanungen und Reduzierung klimatischer Risiken. Gleichzeitig hängt das Ergebnis von der Rechtzeitigkeit der Beschaffungen, der Transparenz der Ausführung und der Ausbildung des Wartungspersonals ab. Ein erfolgreiches Projekt kann als Präzedenzfall dienen, um zusätzliche Zuschüsse und Investitionen in andere Regionen zu gewinnen.
Technische Daten zum schnellen Überblick: die Gesamtfläche der Reisbewässerungssysteme im Landkreis Kiliya beträgt 10.868 ha, davon das Kiliyaer Reissystem 4.832 ha. Projektbudget: €6 Mio.
Fazit
Das ist nicht nur die Reparatur von Pumpen und Kanälen — es ist eine Investition in die Resilienz des Agrarsektors im Süden der Ukraine angesichts klimatischer Herausforderungen. Ob Kiew diesen ersten internationalen Zuschuss in ein skalierbares Partnerschaftsmodell verwandeln kann, ist die Frage, von deren Beantwortung die Geschwindigkeit der Wiederherstellung der Melioration in anderen Regionen des Landes abhängen wird.