Ein Tanker pro Woche: Warum Noworossijsk aus Putins Ölplan gestrichen wurde

Drohnen, Regulierungsverbote und Wetter trafen gleichzeitig den wichtigsten russischen Schwarzmeer-Ölhafen – und das schlägt sich bereits in den Haushaltseinnahmen nieder.

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Фото: depositphotos.com

Vom 4. bis 10. Mai verließ aus Noworossijsk nur ein Öltanker. Nach Angaben von Bloomberg ist dies der durchschnittliche wöchentliche Exportindikator auf 3,64 Millionen Barrel pro Tag gefallen — der erste Rückgang seit März. Zum Vergleich: die Woche davor — 3,68 Millionen. Der Unterschied ist in Prozent gering, aber es ist bereits ein Minus im Budget, aus dem der Krieg finanziert wird.

Drei zusammentreffende Faktoren

Bloomberg nennt zwei mögliche Erklärungen für die Betriebsunterbrechung — ungünstiges Wetter und die Bedrohung durch Anschläge ukrainischer Drohnen. Es gibt aber auch einen dritten, offiziellen Grund: Im Mai kündigte „Transneft" ein 90-tägiges Betriebsverbot für Pier Nr. 8 nach einer ungeplanten Kontrolle durch die Verkehrsaufsichtsbehörde an.

„Ein vorübergehendes Betriebsverbot wurde an der Ölplattform Nr. 8 eingeführt. Das NKMF ist verpflichtet, alle Verstöße bis zum 30. Juni 2025 zu beseitigen"

— Erklärung von „Transneft", zitiert von Reuters

Die Kontrollen werden laut Rigzone auf Anordnung Putins durchgeführt, nachdem es im Dezember letzten Jahres zu einem massiven Ölunfall im Schwarzen Meer gekommen war — und erstrecken sich auch auf die Häfen Taman und Tuapse. Mit anderen Worten, der behördliche Druck auf die gesamte Schwarzmeer-Infrastruktur ist systemisch gestiegen, nicht nur in Noworossijsk.

Parallel dazu — Drohnen. Ukrainische unbemannte Fluggeräte haben bereits gezwungen, dass „Transneft" die Ölpumpe zum Hafen stoppt, und ein Anschlag auf die Ölbasis „Seschcharis" beschädigte Küstenanlagen. Zwei Terminals in der Nähe von Noworossijsk — „Seschcharis" und das Terminal des Kaspischen Pipelinekonsortiums — pumpen zusammen über 2 Millionen Barrel pro Tag um, was jede Betriebsunterbrechung hier für den Weltmarkt spürbar macht.

Was dies für den Kreml bedeutet

Die Preise für russisches Öl von Schwarzmeer- und Pazifik-Häfen sind nach Bloomberg unter Bezugnahme auf Argus Media bereits auf den niedrigsten Stand seit Beginn der vollständigen Invasion 2022 gefallen. Der Druck gleichzeitig von drei Seiten — regulatorisch, sicherheitsmäßig und preislich — verringert die Marge, die Moskau für seinen Verteidigungshaushalt aufbringen kann.

  • Die Behörde sperrte Pier Nr. 8 bis Ende Juni
  • Drohnen schaffen ständige Unsicherheit für Tankschiff-Operatoren
  • Urals-Preis auf dem Tiefstand seit 2022

Gleichzeitig weigert sich „Transneft", Stellungnahmen zu Betriebsunterbrechungen im Zusammenhang mit Sicherheitsvorfällen abzugeben — was die externe Bewertung der tatsächlichen Verluste erschwert.

Wenn das Verbot für Pier Nr. 8 bis zum 30. Juni gilt und Drohnenbedrohungen nicht verschwinden, lautet die zentrale Frage — ob Russland den Schwarzmeer-Ausfall schnell genug über baltische und fernöstliche Häfen kompensieren kann, um dies nicht bereits im Juni im Budget zu spüren.

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