Werchowna Rada erhöht Höchstaltersgrenze für Staatsbedienstete auf 70 Jahre — was das für Personal und Sicherheit bedeutet

Wegen des Personalmangels hat das Parlament vorübergehend erlaubt, Menschen bis zum Alter von 70 Jahren im Dienst zu belassen — während des Kriegsrechts und noch zwei Jahre danach. Wir erklären, warum das beschlossen wurde und welche Folgen es für den Staat und junge Fachkräfte hat.

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Фото: пресслужба Верховної Ради

Kurz

Die Werchowna Rada hat vorübergehend, für die Dauer des Kriegsrechts und für zwei Jahre nach dessen Aufhebung, das Höchstalter für Staatsbedienstete und Amtsträger der lokalen Selbstverwaltung um 5 Jahre erhöht — auf 70 Jahre. Die entsprechende Änderung wurde im Rahmen des Gesetzentwurfs Nr. 13574 angenommen; für die Entscheidung stimmten 243 Abgeordnete.

Da unter Kriegsrecht im Staatsdienst nicht immer junge Menschen zur Verfügung stehen, die sich in den Streitkräften befinden, gibt es eine bestimmte Kategorie von Personen, die auch im Alter von 70 Jahren ihre Funktionen effektiv ausüben können

— Fedir Venislavsky, Mitglied des Ausschusses der Werchowna Rada für nationale Sicherheit, Verteidigung und Aufklärung

Warum das beschlossen wurde

Der Grund ist einfach und pragmatisch: Personalengpässe durch Mobilisierung und Militärdienst verringern die Möglichkeiten, Führungs- und Fachpositionen nachzubesetzen. Die Anhebung des Höchstalters ist ein Mittel, um das institutionelle Gedächtnis zu bewahren und während des Krieges sowie beim Wiederaufbau der Rekrutierungs- und Ausbildungsstrukturen Verwaltungskonstanz sicherzustellen.

Mechanismus und Beschränkungen

Bisher erlaubte Absatz vier des Artikels 83 des Gesetzes der Ukraine "Über den staatlichen Dienst", einen Beamten nach Erreichen von 65 Jahren auf Anordnung der Ernennungsinstanz und mit Zustimmung der Person im Dienst zu belassen. Neu ist, dass diese Grenze für den genannten vorübergehenden Zeitraum auf 70 Jahre angehoben wurde. Die Entscheidung wird jährlich getroffen, darf aber nicht über das Erreichen des 70. Lebensjahres hinaus verlängert werden.

  • Geltungsdauer: während des Kriegsrechts plus 2 Jahre nach dessen Aufhebung.
  • Prinzip: jährliche Bewertung und Zustimmung der Beschäftigten.
  • Beschränkung: höchstens bis 70 Jahre.

Kontext: Gehälter und Reformen

Die Diversifizierung der Altersansätze erfolgt vor dem Hintergrund einer Personalunzufriedenheit — fast 80 % der Staatsbediensteten sind der Ansicht, dass ihre Bezahlung unzureichend ist. Im Jahr 2025 wurde eine Vergütungsreform auf Basis einer Stellenklassifizierung verabschiedet, die feste Gehaltsbestandteile und variable (Prämien) trennt. Ohne eine attraktivere Bezahlung und transparente Anreizmechanismen wird eine bloße Verlängerung der Dienstzeiten das Problem der Personalerneuerung nicht lösen.

Folgen und Risiken

Vorteile: Erhalt von Erfahrung, Stabilität der Verwaltung in Krisenzeiten, Kontinuität staatlicher Dienstleistungen. Nachteile: Risiko einer Verlangsamung des beruflichen Aufstiegs junger Fachkräfte, mögliche Verstärkung von Patronage sowie Mehrbelastungen für den Haushalt, falls die Verlängerungen nicht mit einem System zur Leistungsbewertung einhergehen.

Um die Risiken zu minimieren, empfehlen Experten, die Verlängerung des Dienstes an offene Bewertungskriterien, jährliche Beurteilungen und einen größeren Anteil variabler leistungsabhängiger Vergütung zu koppeln. Andernfalls könnte die vorübergehende Maßnahme zu einem Mechanismus werden, der die Erneuerung der Verwaltungshierarchie blockiert.

Fazit

Die Entscheidung der Rada ist eine Antwort auf die reale Personalherausforderung während des Krieges. Ihre Wirksamkeit wird jedoch davon abhängen, ob es gelingt, die Verlängerung der Dienstzeiten mit transparenten Bewertungsmechanismen und angemessenen Anreizen zu verbinden. Ob das Kabinett und die NADS diese Regeln durchsetzen können, ist die Frage, von deren Beantwortung abhängt, ob die Änderung des Alterslimits eine vorübergehende Hilfe bleibt und nicht zu einem langfristigen Hindernis für die Erneuerung des Staatsdienstes wird.

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