Die russische Regierung hat am Donnerstag, dem 30. Juli, das geltende Exportverbot für Benzin und Diesel um weitere sechs Monate verlängert — vom 1. August 2026 bis zum 31. Januar 2027. Die Entscheidung wurde auf der Website des Kabinetts veröffentlicht.
Ab dem 1. September werden die Beschränkungen teilweise gelockert: Die Hersteller dürfen Dieselkraftstoff, Schiffskraftstoff und Gasöl direkt ohne Zwischenhändler exportieren. Der Markt bleibt jedoch unter strenger Kontrolle, und die Ausfuhr von Brennstoff außerhalb dieser Ausnahmen bleibt verboten.
Was sich nach den Angriffen auf Perm und Rjasan geändert hat
Die Entscheidung, das Embargo zu verlängern, wurde unmittelbar nach erneutigen Drohnenangriffen ukrainischer Drohnen auf die Raffinerie „Permneftjeorgsintez" getroffen — einen Lukoil-Vermögenswert, der zu den zehn größten Raffinerien Russlands gehört. Nach Angaben von Reuters stellte die Anlage nach dem Angriff eine ihrer Rohölverarbeitungsanlagen ein. Die Raffinerie von Perm war eine der wenigen großen Anlagen, die bisher ohne Einschränkungen arbeitete — jetzt steht auch sie auf der Liste der betroffenen Einrichtungen.
Parallel dazu griffen Drohnen erneut die Raffinerie von Rjasan an.
Das Ausmaß des Problems: nicht einzelne Anlagen, sondern die gesamte Branche
Nach Angaben der Financial Times sind von Russlands 29 wichtigsten Raffinerien vollständig stillgelegt — in Kirishi, Tuapse, Nowokuibyschewsk, Samara, Sysran, Astrachan und Slawjansk am Kuban. Eine Reihe anderer Unternehmen — in Rjasan, Kstowo, Wolgograd, Moskau, Saratow und Nischnikamsk — arbeiten mit halber Kapazität oder weniger.
Die Verlängerung des Verbots um sechs Monate statt um einen Monat oder ein Quartal ist faktisch ein Eingeständnis: Eine schnelle Wiederherstellung der Raffineriekapazität wird es nicht geben. Der systemische Rückgang der Brennstoffproduktion hat aufgehört, ein vorübergehender Ausfall zu sein, und ist zu einem strukturellen Problem der Branche geworden.
Wie es weitergehen könnte
Am 26. Juli aktualisierte Selenskyj die Liste der Prioritätsziele für Langstreckenangriffe auf Russland. Nach seinen Angaben wird die Ukraine in diesem Jahr Drohnen mit einer Reichweite von bis zu 4000 km erhalten, im nächsten Jahr zwischen 5000 und 10000 km.
Wenn die Anschläge auf Raffinerien in gleichem Tempo andauern und die Reichweite der Drohnen gemäß den angegebenen Plänen wächst, könnte die nächste Embargo-Verlängerung im Frühling nicht mehr ein halbes Jahr betreffen, sondern einen unbestimmten Zeitraum.