Uber zweimal in zwei Monaten Entlassungen – beide Male wegen KI. Was das für den Service bedeutet

Im Juni strich Uber ein Viertel seines HR-Teams, im Juli 10% des Kundenservice. Das Unternehmen ersetzt Menschen durch Algorithmen, doch Gartner warnt: Die Hälfte der Unternehmen, die dasselbe tun, werden dies bereuen.

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Фото: EPA

Uber Technologies hat etwa 10% der Abteilung Community Operations reduziert — einen globalen Support-Dienst für Fahrer und Fahrgäste in allen Regionen und Sprachen. Nach Aussage der Vizepräsidentin für globale Operationen Megha Yethadka, die sich mit einem internen Schreiben an das Team wandte, liegt der Grund in der übermäßigen Komplexität und Fragmentierung der Organisationsstruktur. Die Lösung: Das Team reorganisieren, bevor man die KI hochfährt.

Zweites Mal in zwei Monaten

Dies ist nicht die erste Kürzung im Jahr 2025. Im Juni hat Uber bereits 23% der Abteilung People — Rekrutierung und HR — abgebaut. Damals schrieb CEO Dara Khosrowshahi in einem internen Memorandum, dass Veränderungen notwendig sind, um „die Effizienz des Teams zu maximieren". Das heißt, in weniger als zwei Monaten hat das Unternehmen zweimal Mitarbeiter gekürzt — und beide Male berief man sich auf Vereinfachung von Strukturen und KI. Wie Bloomberg berichtet, ist dies der erste Fall, in dem Uber Entlassungen direkt mit der Einführung von künstlicher Intelligenz verknüpft hat.

Uber — keine Ausnahme, sondern ein Symptom

Parallel zu den Kürzungen verpflichtete Uber einen Teil der Remote-Mitarbeiter, in Office-Hubs umzuziehen — drei Tage pro Woche. Das heißt, diejenigen, die die Kürzung überstanden haben, müssen ihre Lebensweise ändern. Gleichzeitig stellt das Unternehmen aktiv Ingenieure für die Entwicklung autonomer Fahrzeuge ein.

„Das Streben nach Personaleinsparungen durch KI wird wahrscheinlich zu einer falschen Ressourcenverteilung führen".

Helen Poitevin, Vizepräsidentin bei Gartner für die Auswirkungen von KI auf den Arbeitsmarkt

Uber hat sich der Liste angeschlossen — Salesforce, Block, Klarna, Oracle — wo Kürzungen im Support-Bereich mit Automatisierung erklärt werden. Nach Angaben von Gartner risikieren etwa die Hälfte der Unternehmen, die auf KI statt Menschen im Kundenservice setzen, einen gegenteiligen Effekt: steigende Unzufriedenheit, mehr Beschwerden über Sicherheit und regulatorische Aufmerksamkeit.

Wo das eigentliche Risiko liegt

Community Operations — das ist kein abstrakter Back-Office. Das sind Menschen, die Streitigkeiten zwischen Fahrern und Fahrgästen lösen, sich mit Betrügereien befassen, verloren gegangene Gegenstände behandeln und dringende Lieferproblemen klären. Genau diese Szenarien — emotional aufgeladen, kontextuell komplex — widerstehen der Automatisierung am wenigsten. KI bewältigt Standardanfragen gut; Nonstandardfälle erfordern immer noch menschliches Urteilsvermögen.

  • Juni 2025: −23% der Abteilung People (HR und Rekrutierung)
  • Juli 2025: −10% Community Operations (Kundenservice und Fahrerunterstützung)
  • Parallel dazu: Aktive Einstellung von Ingenieuren für autonome Fahrzeuge

Uber zeigt das klassische Muster: dort sparen, wo die Kosten sichtbar sind, und dort investieren, wo zukünftiger Gewinn erwartet wird. Die Frage ist nicht, ob diese Entscheidung strategisch gerechtfertigt ist — sondern ob die Service-Qualität mit der Geschwindigkeit der Optimierung Schritt hält.

Wenn Uber bis zum Bericht für das zweite Quartal am 5. August nicht zeigt, dass sich die Lösungszeit für Anfragen verkürzt hat oder die Zufriedenheit gestiegen ist — wird das Argument über „effiziente KI" sich in ein bloßes Unternehmens-Deckmäntelchen für gewöhnliche Kosteneinsparungen verwandeln.

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