Volvo verliert China: Aktien fallen um 8% nach Bericht, der keinen Raum für Optimismus ließ

Volvo Cars' Verkäufe in China sind im Quartal um 35% eingebrochen – und das Unternehmen hat seine Wachstumspläne für 2026 aufgegeben. Der schwedische Autohersteller ist Teil einer breiteren Krise im Premium-Segment auf dem größten Automarkt der Welt.

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Фото: depositphotos.com

171.500 Automobil — so viele Fahrzeuge verkaufte Volvo Cars im zweiten Quartal 2026. Das sind 6% weniger als im Vorjahr. Aber die dahinterliegende Zahl ist noch aussagekräftiger: In China fielen die Verkäufe um 35%.

Ein Bericht, mit dem der Markt nicht rechnet

Am Freitag, den 17. Juli, veröffentlichte Volvo Cars seinen Finanzbericht für April bis Juni. Der Betriebsgewinn betrug 826 Millionen schwedische Kronen (etwa 75 Millionen Euro) — fast doppelt so niedrig wie die Analystenvorgaben von 1,3 Milliarden Kronen. Der Umsatz fiel von 93,5 auf 77,7 Milliarden Kronen — minus 17% gegenüber dem Vorjahr. Die von dem Unternehmen genannten Gründe: niedrigeres Großhandelsvolumen, ungünstige Produktmix-Struktur, Preisdruck und Wechselkursunterschiede.

Die Marktreaktion war unmittelbar: Volvo Cars-Aktien fielen in den ersten Handelsstunden um 8%.

«Die schwierigste Region in der gesamten Automobilindustrie»

Das Hauptproblem ist China, wo Volvo mit Preiskriegen zwischen lokalen Herstellern konfrontiert ist. Das Unternehmen weigert sich öffentlich, nach deren Regeln zu spielen.

«Die Situation ist derzeit sehr schwierig: Volumen sinkt und der Preisdruck ist enorm. Die Rentabilität in China ist weit entfernt von zufriedenstellend».

Håkan Samuelsson, Geschäftsführer von Volvo Cars, Reuters

Handelsvorstand Erik Severinsson präzisierte die Position des Unternehmens: «China ist derzeit die schwierigste Region in der gesamten Automobilindustrie. Aber wir werden nicht in Rabattkämpfe eintreten».

Parallel drücken auch die USA: Die Trumps Zölle auf importierte EU-Autos, obwohl von 27,5% auf 15% gesenkt, haben beispielsweise den Preis des Volvo XC60 um etwa 4.000 Dollar erhöht — und die Verbraucher haben mit Kaufverweigerung reagiert. Auch das Ende der Elektrofahrzeug-Subventionen trug nicht zu Optimismus bei.

Was Analysten sagen

Der Analyst der Handelsbanken Hampus Engello merkte an, dass stimulierte Verkäufe und Preiskürzungen die Margen des Unternehmens stärker getroffen haben als der Markt erwartet hatte. Analysten von JPMorgan bestätigten: Sowohl Gewinn als auch Umsatz verfehlt die Konsens-Prognosen.

Die Ratingagentur S&P hat früher ihre Prognose für Volvo Cars auf «negativ» geändert und auf die «wachsende Marginalisierung des Unternehmens auf dem chinesischen Markt» sowie die erhebliche Abhängigkeit vom amerikanischen Import hingewiesen. Nach Angaben von S&P machte China 20% der Volvo-Verkäufe im Jahr 2024 aus, die USA 16%. Beide Märkte sind derzeit unter Druck.

Charakteristisch ist: BMW berichtete wenige Wochen zuvor über einen Rückgang der Verkäufe in China um 30% und gab eine Gewinnwarnung aus. Volvo ist keine Ausnahme, sondern Teil einer systemischen Krise des Premium-Segments auf dem chinesischen Markt.

Abschied von Zielen

Das Unternehmen hat sich offiziell von seinen Plänen für Verkaufswachstum im Jahr 2026 verabschiedet — obwohl es mit stärkeren Ergebnissen in der zweiten Jahreshälfte rechnet, dank des Starts neuer Modelle. Parallel streicht Volvo Cars etwa 3.000 hauptsächlich Büromitarbeiter — ein Teil eines umfassenden Kostensenkungsprogramms.

Die Betriebsgewinnmarge für das Quartal betrug nur 1,1% gegenüber 1,6% im ersten Quartal. Der operative und Investitions-Cashflow betrug minus 5,24 Milliarden Kronen, während es im Vorjahr plus 4,18 Milliarden waren.

Wenn die neuen Flaggschiff-Modelle, auf die Samuelsson setzt, die Dynamik in China bis Jahresende nicht ändern — müssen Investoren ihre Erwartungen an das gesamte Geschäft des Unternehmens überprüfen, das vom chinesischen Geely kontrolliert wird.

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