Was passiert ist
Der Fonds zur Einlagensicherung natürlicher Personen (ФГВФО) hat Berufung gegen die Entscheidung des Wirtschafts-Bezirksgerichts Kiew eingelegt, das die Eintreibung von mehr als 920 млн грн Schadensersatz von Russland in der zusammengeschlossenen Klage der Banken "Київська Русь", "Актив-Банк", "Енергобанк" und "Петрокоммерц-Україна" abgewiesen hatte. Die Verhandlung der Berufung begann am 25. Februar vor dem Nördlichen Berufungsgericht für Wirtschaftsangelegenheiten.
Kontext und Klagegrund
Der Fonds behauptet, dass diesen Banken die Verfügung über ihr Vermögen infolge der Besetzung bestimmter Gebiete der Ukraine (Autonome Republik Krim, Oblaste Luhansk und Donezk) verwehrt worden sei, was zu direkten finanziellen Schäden geführt habe. Die Beträge pro Bank: 229,7 млн грн (ПАТ "Банк "Київська Русь"), 169,5 млн грн (ПАТ "КБ "Актив-Банк"), 223,9 млн грн (ПАТ "Енергобанк"), 301,9 млн грн (ПАТ "Банк Петрокоммерц-Україна"). Das Gericht der ersten Instanz hielt einen nachgewiesenen Kausalzusammenhang und die Schadenhöhe für nicht ausreichend belegt.
Warum das für das Land und die Einleger wichtig ist
Diese Berufung ist nicht nur ein Streit über konkrete Summen. Es geht um einen juristischen Präzedenzfall: Sollte das Gericht die Klage des Fonds wiederherstellen, würde das die Position der Ukraine bei der Vorbereitung internationaler Ansprüche gegen Russland stärken und die Chancen erhöhen, Entschädigungen über internationale Mechanismen, insbesondere das künftige Internationale Schadensregister für die Ukraine (RD4U), einzutreiben.
Die vorläufige Gesamtschätzung des ФГВФО zu den Schäden der Banken durch Handlungen Russlands für 2014–2022 beläuft sich auf rund 84 млрд грн — eine umfangreiche juristische und belegbasierte Aufgabe, die Konsistenz in den nationalen Gerichten erfordert, damit gerichtliche Entscheidungen in reale internationale Forderungen überführt werden können.
Sozialer Beleg: zuvor gewonnene Fälle
Der Fonds hat bereits mehrere endgültige Entscheidungen in ähnlichen Fällen zu seinen Gunsten erhalten. Dazu gehört die Entscheidung vom 23. Januar 2024 zugunsten von ПАТ "КБ "УФС" (mehr als 1,9 млрд грн) sowie Gruppen- und Einzelfälle aus dem Jahr 2025: 498,5 млн грн (17. Juli 2025) und ~651 млн грн (23. Dezember 2025) zugunsten des Fonds. Außerdem hat der Oberste Gerichtshof der Niederlande im Dezember 2024 Schiedssprüche bestätigt, die die Rechtswidrigkeit der Enteignung der krimischen Vermögenswerte der PrivatBank anerkannten — ein wichtiger internationaler Präzedenzfall.
"Gegen sie werden Klagen eingereicht werden, und die ergangenen gerichtlichen Entscheidungen werden perspektivisch ermöglichen, die Frage der Eintreibung von Schäden von Russland auf internationaler Ebene zu stellen."
— Olha Bilaj, geschäftsführende Direktorin des Fonds zur Einlagensicherung
Was der Fonds tut und was zu erwarten ist
ФГВФО erstellt eine detaillierte Aufstellung der Schäden, die den Banken bereits nach dem großangelegten Einmarsch zugefügt wurden, um diese Daten an das RD4U zu übermitteln, sobald das Register für juristische Personen in Betrieb geht. Die Berufungsverhandlung kann entweder den Weg für die Wiederaufnahme der Klage in erster Instanz ebnen oder die Argumentation der Gegenpartei stärken — in jedem Fall wird das Ergebnis die Taktik für weitere nationale und internationale Klagen beeinflussen.
Kurzfazit
Dieser Fall ist Teil einer breiteren Strategie, Russland für die finanziellen Schäden haftbar zu machen, die ukrainischen Banken zugefügt wurden. Für Einleger und Steuerzahler ist es wichtig, dass die gerichtliche Arbeit konsistent und durch Beweise untermauert ist: Nur so können nationale Entscheidungen in reale internationale Vollstreckungen umgewandelt werden. Die nächste Station ist die Berufung; deren Ausgang wird bestimmen, wie schnell und in welchem Format ukrainische Gläubiger Entschädigungsansprüche geltend machen können.