2000 als untauglich in einer Einheit: Panne im Territorialen Rekrutierungszentrum, in der Militärärztlichen Kommission oder höher?

Die militärische Ombudsfrau Olha Reshetylova hat einen beispiellosen Fall aufgedeckt: Tausende Menschen, die aus medizinischen Gründen vom Dienst befreit sein sollten, sind in der Armee gelandet – und bislang kann niemand sagen, wo genau das System versagt hat.

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Ольга Решетилова (Фото: Facebook)

In einer ukrainischen Militäreinheit wurden etwa 2000 Personen festgestellt, die vermutlich aus gesundheitlichen Gründen nicht mobilisierungsfähig sind. Die Militärombudsfrau Olha Reshetylova bestätigte diese Tatsache in einem Interview mit RBC-Ukraine. Das sind keine Einzelfehler — es handelt sich um einen systemischen Ausfall mit vier möglichen Adressen der Verantwortung.

Wo es schiefgelaufen ist

Die Mobilisierungskette in der Ukraine ist sequenziell: ТЦК ruft die Person auf, die militärärztliche Kommission (ВЛК) bewertet die Tauglichkeit, danach kommt die Person in die Einheit. Nach Angaben Reshetylovas zielen die Ermittlungsmaßnahmen derzeit darauf ab, den konkreten Knotenpunkt des Versagens zu klären.

„Man muss die Frage vollständig untersuchen, wie es dazu kommen konnte, in welchem Abschnitt diese massenhafte Verletzung aufgetreten ist. War es die Phase des ТЦК, der ВЛК, oder bereits die Militäreinheit, oder wurde die Entscheidung irgendwo weiter oben getroffen?“

Olha Reshetylova, Militärombudsfrau, Interview RBC-Ukraine

An der Überprüfung sind Vertreter des Verteidigungsministeriums und des Kommandos der Landstreitkräfte beteiligt. Den Namen der Einheit nannte die Ombudsfrau nicht.

Das Ausmaß — kein Einzelfall, sondern ein Symptom

2000 Personen an einem Ort sind kein statistischer Ausreißer. Zum Vergleich: Eine durchschnittliche Brigade der Streitkräfte der Ukraine zählt 3000–5000 Dienstposten. Wenn die Hälfte einer Formation aus Personen besteht, die medizinisch nicht hätte eingezogen werden dürfen, ist das nicht nur eine Frage der Dokumente, sondern der Gefechtsfähigkeit des Verbandes.

Die Entscheidung der ВЛК wird in der Personalakte festgehalten und muss im elektronischen System «Резерв+» gespeichert werden. Das heißt, die Daten über die Untauglichkeit hätten technisch auf jeder Stufe verfügbar sein müssen. Die Tatsache, dass dennoch 2000 Personen die gesamte Kette durchlaufen haben, bedeutet entweder ein massenhaftes Ignorieren der Einträge oder deren Fehlen.

Reaktion: Überprüfung ja, Mechanismus fehlt

Das Büro der Militärombudsfrau hat vorgeschlagen, die Regeln für das Verfahren der ВЛК zu ändern. Reshetylova wies außerdem darauf hin, dass die Gesundheitsabteilung des Verteidigungsministeriums an der Anpassung der Anordnung Nr. 402 — der Liste der Krankheiten, die Untauglichkeit bestimmen — gearbeitet habe. Diese Änderungen sind jedoch noch nicht in Kraft getreten, und die laufende Überprüfung hat keine öffentlich bekanntgegebenen Abschlussfristen oder verantwortlichen Personen.

Tatsächlich gibt es zum jetzigen Zeitpunkt einen festgestellten Verstoß und einen Klärungsprozess — aber weder eine öffentliche Verantwortlichkeit noch einen klaren Mechanismus, der verhindern würde, dass sich dasselbe in einer anderen Einheit wiederholt.

Wenn die Überprüfung feststellt, dass der Fehler auf der Ebene der ВЛК oder höher aufgetreten ist — und nicht einfach durch einen Irrtum eines konkreten ТЦК-Offiziers —, wird dies dann Anlass für ein systematisches Audit aller Einheiten und nicht nur einer sein?

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