Was geschah
In der Nacht zum 16. Juli trafen Marinedrohnen des SBU „Mamai" im Schwarzen Meer zwei Tanker der russischen Schattenflotte — Louise 1 und Banda. Beide unterliegen ukrainischen Sanktionen. Die Operation wurde vom SBU in Zusammenarbeit mit den Seestreitkräften der ZSU durchgeführt.
Dies ist nur Teil eines umfassenderen Anschlags: Insgesamt trafen die Verteidigungskräfte in dieser Nacht sechs Tanker und zwei Schlepper in den Gewässern des Schwarzen Meeres und des Asowschen Meeres, wie der Generalstab der ZSU bestätigte. Darüber hinaus wurde die Ölbasis „Schachtarsk" in der Region Donezk zerstört.
Das System, das gestoppt wurde
Louise 1 und Banda sind nicht einfach nur Tanker. Sie sind Elemente einer dokumentierten Logistik zur Umgehung von Sanktionen.
- Louise 1 transportierte russisches Rohöl der Marke Urals aus Häfen der Ostsee und des Schwarzen Meeres – und schaltete systematisch das automatische Identifikationssystem (AIS) aus, um die Route zu verbergen. Nach Angaben des SBU transportierte das Schiff 2026 allein fast 3 Millionen Tonnen sanktioniertes Öl.
- Banda transportierte Rohöl aus den Häfen Ust-Luga, Kertsch, Noworossijsk und Nachodka – also gleichzeitig aus beiden russischen Flotten.
Beide Schiffe operierten während der geltenden Ölembargos der G7-Länder und der EU.
„Die Bekämpfung von Schiffen der Schattenflotte bedeutet, den Kreml systematisch von Geldern für den Krieg abzuschneiden".
SBU, offizielle Erklärung, 16. Juli
Wie die ZSU die Drohnen schützten
Während der Operation versuchte die russische Luftwaffe, die Marinedrohnen zu zerstören: Flugzeuge schossen mit Maschinengewehren und warfen Bomben ab. Nach Angaben des SBU ergebnislos. Das SBU veröffentlichte eine Videoaufzeichnung des Angriffs und der Gegenmaßnahmen.
Ausmaß und Kontext
Der Anschlag vom 16. Juli ist nicht der erste in dieser Serie. Nach Angaben von Kanal 5 trafen die Verteidigungskräfte in der Nacht zum 11. Juli die Schattenflotte im Asowschen Meer an und beschädigten 21 Tanker. Damals wurden auch vier Schlepper, zwei Massengutfrachter und ein Baggerschiff beschädigt.
Parallel dazu reagiert Russland auf internationalen Druck auf seine eigene Weise: Nach Angaben von S&P Global Market Intelligence wechselten in den letzten drei Monaten des Jahres 2025 25 Tanker unter die russische Flagge – um ihre Verfolgung durch ausländische Flotten zu erschweren.
Falls das Tempo der Anschläge auf die Schattenflotte bestehen bleibt und der Westen gleichzeitig die Kontrolle über unter russischer Flagge fahrende Schiffe verschärft, werden die Versicherungs- und Frachtkosten für solche Transporte so stark ansteigen, dass sich das Schema wirtschaftlich nicht mehr lohnt. Die Frage ist, ob die Koordination zwischen Kyjiw und Brüssel ausreicht, bevor Moskau neue Vermittler findet.