Zwei Welten einer Marke: Wie „Onyx“ jahrelang einer Managerin in den besetzten Gebieten Gehalt zahlte — Ruf und steuerliche Risiken

Die Recherche von Bihus.Info zeigt, wie eine Entscheidung der Leitung es einem Teil der Marke erlaubte, nach russischem Recht zu operieren. Warum das für Reputation, Geschäftspartner und die Staatssicherheit wichtig ist — kurz und prägnant.

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Логотип "Лучіано" в одному з магазинів (Фото: Facebook-сторінка "Лучіано")

Was geschehen ist

Eine Untersuchung von Bihus.Info enthüllte: Die Konditoreifirma «Онікс» (Marke «Лучіано») zahlte jahrelang einer Mitarbeiterin Gehalt, die im vorübergehend besetzten Donezk blieb, den «Pass» der DNR erhielt, später einen russischen Pass — und schließlich Miteigentümerin der lokalen Filiale der Marke wurde. Den Ermittlern zufolge stellten die Eigentümer Ende 2022 drei Ex-Mitarbeiterinnen Vollmachten zur Verfügung, um über die Unternehmensanteile der Donezker Einheit zu verfügen.

Wie es in der Praxis funktionierte

Nach 2014 verlegte sich der rechtliche Teil des Geschäfts nach Irpin, später wurde er in Kramatorsk neu eingetragen, während die Produktion in Donezk separat weiterlief — ein Teil der Anlagen und der Beschäftigten blieb im besetzten Gebiet. Ende 2022 erhielten drei lokale Managerinnen Vollmachten, die ihnen die Kontrolle über den Donezker Teil gaben. Eine von ihnen erhielt laut Bihus.Info Gehalt von «Онікс» mindestens bis zum ersten Quartal 2024.

Steuern und Zahlen

Die Ermittler weisen darauf hin: Der Donezker Teil der Marke agierte nach russischem Recht und zahlte Steuern in den russischen Haushalt. Ihren Berechnungen zufolge brachte diese Tätigkeit allein im Jahr 2024 rund 2 Mio. US-Dollar an Steuereinnahmen in die russische Staatskasse. Solche Fakten werfen nicht nur ethische Fragen auf, sondern auch Fragen zur rechtlichen und steuerlichen Verantwortung der Muttergesellschaft oder ihrer Vertreter.

Kommentare der Parteien

„Das Gehalt von Цибенко wurde 'aus Trägheit' weitergezahlt“, — erklärte Едуард Катковський, співвласник «Онікса».

— Едуард Катковський, співвласник «Онікса» (Kommentar Bihus.Info)

Die Journalisten zitieren auch offene Quellen (Bihus.Info) und erinnern daran, dass die Probleme im Geschäft nach Beginn des großen Krieges spürbar sind: die Verkäufe gehen zurück und es gibt keine Gewinne. LIGA.net hat zuvor ähnliche Herausforderungen für die Gastronomiebranche beschrieben — ein Teil davon ist auch auf die Lebensmittelproduktion übertragbar.

Was das für Markt und Staat bedeutet

Die wesentlichen Konsequenzen — drei: reputationsbezogen, rechtlich und systemisch. Reputationsmäßig riskiert die in der ganzen Ukraine bekannte Marke, Vertrauen von Verbraucherinnen und Partnern aufgrund von Verbindungen zu besetzten Vermögenswerten zu verlieren. Rechtlich können Fragen zur Korrektheit der Gehaltsabrechnung und der Übertragung von Unternehmensrechten in Kriegszeiten aufkommen. Systemisch ist es eine weitere Erinnerung daran, dass die geschäftliche Präsenz in vorübergehend besetzten Gebieten Mechanismen finanzieller Ströme schafft, die den Interessen des Aggressors dienen.

Was als nächstes zu tun ist

Experten raten, eine unabhängige Prüfung der Eigentumsketten und Finanztransaktionen durchzuführen, Transparenz gegenüber Partnern und dem Staat sicherzustellen sowie Prüfungen durch Kontrollbehörden einzuleiten. Sozialer und marktwirtschaftlicher Druck sind oft wirkungsvoller als schweigendes Abwarten: Investoren und Lieferanten achten auf solche Fälle, und das ist bereits ein Vertrauensfaktor.

Fazit

Die Untersuchung von Bihus.Info geht nicht um persönliche «Schuld», sondern um eine systemische Schwäche, die es ermöglicht, dass kritische Vermögenswerte während des Krieges in ein rechtliches Vakuum geraten. Der nächste Schritt liegt bei den Partnern und staatlichen Organen: Werden die Erklärungen zur Verantwortung in konkrete Maßnahmen umgesetzt, die die Interessen der Marke und des Staates schützen?

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