Die Zahl der Flüchtlinge in der EU ist um 20% gesunken – EK erklärt dies mit strengerer Politik

Die Europäische Kommission hat einen drastischen Rückgang der Zahl von Menschen verzeichnet, die in der Europäischen Union Schutz suchen. Im Jahresvergleich ist es fast ein Fünftel weniger. Die Gründe liegen nicht nur in der Änderung von Migrationswegen, sondern auch in einer bewussten Änderung der Spielregeln.

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Акція в Німеччині на підтримку біженців (Фото: EPA/CLEMENS BILAN)

Im Jahr 2024 sank die Zahl der Menschen, die in den EU-Ländern Schutzanträge stellten, um fast 20% im Vergleich zum Vorjahr. Dies geht aus einem Bericht der Europäischen Kommission hervor, auf den sich die Welt bezieht.

Die absoluten Zahlen bleiben erheblich — es handelt sich um Hunderttausende von Menschen — doch der Trend hat sich erstmals nach mehreren Jahren des Wachstums umgekehrt. Die EK nennt unter den Ursachen direkt die restriktivere Migrationspolitik des Blocks: verstärkte Kontrollen an den Außengrenzen, beschleunigte Verfahren zur Bearbeitung von Anträgen und neue Abkommen mit Transitländern.

Dies ist keine abstrakte Statistik. Hinter jeder Ziffer stecken konkrete Entscheidungen: ein Mensch, der eine Aufnahmestelle nicht erreicht hat, oder eine Schlange, die länger geworden ist. Die Verringerung des Fluxes kann sowohl eine wirksamere Grenzsicherung als auch eine wirksamere Abschreckung derjenigen bedeuten, die berechtigte Gründe für Schutz haben.

Parallel dazu sind in mehreren Ländern — Deutschland, Niederlande, Dänemark — Normen in Kraft getreten oder werden erörtert, die Sozialleistungen für Asylbewerber beschränken und Abschiebungen vereinfachen. Kritiker von Menschenrechtsorganisationen argumentieren, dass einige Menschen einfach aufgehört haben, Anträge zu stellen, weil ihre Chancen auf Erfolg gering sind, und nicht weil es keine echte Bedrohung zu Hause gibt.

Befürworter eines härteren Kurses bringen dagegen ein anderes Argument vor: Ein verwalteter Prozess ist besser als ein chaotischer, und die Verringerung des Drucks auf die Aufnahmesysteme ermöglicht es, die Fälle derjenigen, die dennoch ankommen, besser zu bearbeiten.

Beide Positionen haben eine echte Grundlage — und genau darin liegt das Wesen des Streits, den die EK-Statistik nicht entscheidet, sondern nur verschärft.

Die Frage ist nicht, ob 20% ein Erfolg sind. Die Frage ist, ob die EU beantworten kann, wie viele derjenigen, die nicht gekommen sind, Anspruch auf Schutz hatten — und ob das überhaupt jemand zählt.

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