Vier erschöpfte Soldaten auf einem in Threads veröffentlichten Foto lösten eine Kettenreaktion aus: die Entfernung des Brigadekommandeurs der 14. separaten mechanisierten Brigade und die Entlassung mit Herabstufung des Kommandeurs des 10. Armeekorps. Doch der Generalstab gab zu: Das Problem lag nicht nur in der Verpflegung.
Was an den Positionen geschah
Der Skandal brach nach einem Beitrag von Iwanna Poberezhnjuk aus – der Tochter eines demobilisierten Kämpfers der 14. Brigade. Ihr Vater stand in Kontakt mit Kameraden, die in der 2. mechanisierten Batterie, die der 30. Brigade in der Region Charkiw unterstellt war, in den Stellungen verblieben.
«Die Jungs in den Stellungen ohne Essen und Wasser. Die Kommandanten reagieren nicht. Kämpfer verlieren das Bewusstsein vor Hunger, trinken Regenwasser. Auch mit der Verbindung gibt es Probleme»
— aus dem Beitrag von Iwanna Poberezhnjuk in Threads
Ihren Angaben zufolge verzögerten sich die Lieferungen von Lebensmitteln, Wasser und Treibstoff seit dem 25. August. Die Ehefrau eines der Kämpfer, Anastasija Silchuk, veröffentlichte parallel einen Appell auf Facebook. Das Material verbreitete die «Ukrainskaja Prawda».
Was der Generalstab offiziell zugab
In einer Antwort vom 24. April bestätigte der Generalstab einen objektiven Faktor: Systematische russische Luft- und Raketenschläge auf die Übergänge über den Fluss Oskil erschwerten die Logistik in der Region Kupjansk erheblich. Die Versorgung erfolgt jetzt mit Wasserfahrzeugen und schweren Drohnen.
Daneben jedoch eine direkte Anklage gegen die Befehlshaber: die vorherige Führung der 14. Brigaden verbarg den tatsächlichen Zustand, insbesondere Fakten über den Verlust bestimmter Positionen und Versorgungsengpässe beim Personal.
Personalentscheidungen
- Der Kommandeur der 14. Brigaden wurde von seiner Position entfernt; neuer Brigadekommandeur wurde Oberst Taras Maksimow ernannt
- Der Kommandeur des 10. Armeekorps wurde entlassen und mit Herabstufung ernannt; das Korps wurde von Brigadegeneral Artem Bogomolow übernommen
Ein wichtiger Punkt: Die Rotation fand nachdem die Informationen in den öffentlichen Raum drangen statt – nicht aufgrund einer internen Überprüfung oder eines Hinweises von oben. Dies wirft die Frage auf, wie das System der Früherkennung von Problemen in Einheiten funktioniert.
Wenn die neue Führung der 14. Brigade und des 10. Armeekorps die Logistik nicht wiederherstellt und keine transparente Berichterstattung über die Situation in den Stellungen einführt – wird der nächste Skandal wieder über soziale Netzwerke kommen und nicht über offizielle Kanäle.