«Oreschnik» ohne Ergebnis, aber mit Effekt: Gnatow erläutert die Logik des russischen Raketenterrors

Der Generalstabschef der Streitkräfte der Ukraine, Andrii Hnatov, hat offengelegt, warum Russland teure Hyperschallwaffen für Anschläge mit minimalem militärischem Effekt einsetzt – und warum dies das ukrainische Kommando am meisten beunruhigt.

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Ракета РС-26 "Рубіж", експериментальним варіантом якої є "Орєшнік" (Ілюстративне фото: ресурс окупантів)
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Russland setzt Hyperschallmarineflugkörper „Zirkon" und ballistische Mittelstreckenraketen „Oreschnyk" nicht ein, um kritische Infrastruktur zu zerstören, sondern um die psychologische Verfassung der Gesellschaft zu beeinflussen und dem Westen seine eigenen Fähigkeiten zu demonstrieren. Dies charakterisierte der Generalstabschef der Streitkräfte der Ukraine, Andrij Hnatow, in einem Interview mit LIGA.net die Logik des Raketenterrors.

„Oreschnyk": drei Einsätze, null Schaden, maximale Propaganda

Nach Angaben von Hnatow haben die Besatzer „Oreschnyk" bereits dreimal gegen die Ukraine eingesetzt – einmal 2024 und zweimal 2026. Alle drei Einsätze wurden vom Testgelände „Kapustin Jar" aus durchgeführt. Diese Schläge verursachten zwar keine erheblichen Zerstörungen, doch die Russen nutzen jeden Einsatz aktiv für Propagandazwecke – vor allem als Signal an Ukraines Partner im Westen.

Diese Schlussfolgerung wird durch die Position von Analysten bestätigt. Wie die Jamestown Foundation anmerkt, sollten Schläge mit „Oreschnyk" als Einschüchterungstaktik betrachtet werden, nicht als Versuch, ein echtes militärisches Ergebnis zu erzielen. Der erste Schlag auf Dnipro im November 2024, der zweite auf die Region Lwiw am 9. Januar 2026, von ISW als demonstrativ nah an den Grenzen der EU und der NATO bezeichnet.

„Es geht in erster Linie um russische Ballistik. Leider reichen die Mittel, die wir haben, nicht aus. Wir haben einen ständigen, kritischen Mangel an Systemen, die in der Lage sind, ballistische Waffen des Feindes abzuschießen. Dies ist die größte Herausforderung heute."

Andrij Hnatow, Generalstabschef der Streitkräfte der Ukraine, LIGA.net

„Zirkon": von einzelnen Einsätzen zur Massenanwendung

Mit „Zirkon" ist es anders. Die ersten Schläge auf Sumy im August und November 2025 waren vereinzelt. Aber bereits am 3. Februar 2026 setzte Russland vier „Zirkons" auf einmal in einem kombinierten Anschlag auf die Energieversorgung ein. Bemerkenswert ist, dass die Luftverteidigung damals zum ersten Mal alle vier Raketen abfangen konnte – ein Präzedenzfall, den es zuvor nicht gab.

Oberst Jurij Ignat, Leiter der Kommunikationsabteilung des Kommandos der Luftstreitkräfte der Ukraine, wies schon früher darauf hin, dass die Einsatztaktik von „Zirkon" und „Oreschnyk" in erster Linie demonstrativ und psychologisch ist – gerichtet nicht nur auf die Ukraine, sondern auch auf den Westen. Nach seinen Angaben verfolgen diese Raketen Ziele, die über gewöhnliche Masseanschläge hinausgehen.

Das Ausmaß der Bedrohung wächst unabhängig von der „Exotik"

Hnatow betonte: Trotz der Aufmerksamkeit für neue Raketentypen besteht die Hauptherausforderung im Ausmaß. Vor einem Jahr galt ein Anschlag mit 300–350 Drohnen pro Tag als Massenangriff. Heute nähert sich die Anzahl der Ziele bei einzelnen Angriffen an tausend. Russland baut systematisch seine Produktionskapazitäten aus und erteilt der Rüstungsindustrie entsprechende Aufgaben.

  • „Oreschnyk" lässt sich nicht abfangen – keines der verfügbaren Systeme der ukrainischen Streitkräfte kann das bewerkstelligen.
  • Gegen „gewöhnliche" ballistische Raketen werden Patriot eingesetzt – doch Raketen dafür sind in kritischem Mangel.
  • Generalstabschef Syrskyj bestätigte: Die Ukraine entwickelt ein eigenes Raketenabwehrsystem als Abschreckungsfaktor, doch die Fristen wurden nicht genannt.
  • Budanow nannte „Oreschnyk" eher eine „Demonstrationsrakete": die realistischere Bedrohung bleiben „Iskander" und S-400 im Modus von Bodenangriffen.

Bemerkenswert ist, dass die Luftstreitkräfte im Juni 2026 bereits vor einer „hohen Wahrscheinlichkeit" eines weiteren Einsatzes von „Oreschnyk" vom Testgelände „Kapustin Jar" warnten – also ist die Bedrohung nicht aufgehoben, sondern bildet einen regelmäßigen Hintergrund.

Die offene Frage bleibt: Falls „Oreschnyk" tatsächlich in erster Linie ein Propagandainstrument ist, wird sich diese Logik ändern, wenn Russland die Anzahl der einsatzbereiten Raketen erhöht – und wird die Ukraine Abfangsysteme erhalten, bevor dies geschieht?

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