Kurz — was angekündigt wurde und warum das wichtig ist
Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow präsentierte einen „Krieg(s)plan“ mit drei konkreten Zielen: den Luftraum schließen, den Gegner in allen Domänen stoppen und Russland die wirtschaftlichen Mittel zum Krieg entziehen. Das ist keine Wunschdeklaration — es ist ein Rahmen für operative Entscheidungen, Beschaffungen und internationale Koordination, der taktische Vorteile in strategischen Druck umwandeln soll.
1. Den Luftraum schließen — den Alltag wiederherstellen
Nach Fedorows Angaben ist das Ziel, 100 % der Luftbedrohungen in Echtzeit zu identifizieren und mindestens 95 % der Raketen und Drohnen abzufangen. Praktisch bedeutet das die Hochskalierung eines mehrschichtigen Luftabwehrsystems: Nahbereichs-Luftabwehr, mobile Abfangsysteme und die Integration von Sensoren in das nationale Warnsystem.
„Wenn der Himmel geschlossen ist – funktioniert das Land“
— Mychajlo Fedorow, Verteidigungsminister der Ukraine
Warum das für Sie wichtig ist: Stabile Luftabwehr reduziert Risiken für zivile Infrastruktur, sichert Verteidigungslogistik und ermöglicht es, Ressourcen vom passiven Schutz auf offensive und kontra-neutrale Maßnahmen umzuschichten.
2. Den Gegner zu Lande, zur See und im Cyberraum stoppen — „Mathematik der Verluste“
Fedorow nannte eine Orientierung — mehr als 200 getötete Besatzer pro km² als Schwelle, bei der ein Vorstoßen unmöglich wird. Er zog das Beispiel der Region Donezk mit etwa 156 pro km² und erklärte, dass es um die Geschwindigkeit und Dichte der Verluste gehe, die das offensive Potenzial des Gegners entwerten.
„Unsere Orientierung – mehr als 200 getötete Besatzer pro km². Das ist ein Verlustniveau, bei dem ein Vorstoßen unmöglich wird“
— Mychajlo Fedorow, Verteidigungsminister der Ukraine
Es geht um die Kombination aus richtiger Logistik, taktischen Mitteln, Artillerie, Aufklärung und Cyberoperationen. Entscheidend ist nicht nur die Anzahl der Granaten, sondern die Qualität der Führung: Verkürzung der Entscheidungszyklen durch Daten (DELTA, System «єБали»), erhöhte Ausbildung der Einheiten und schnelle Anpassung der Taktiken.
3. Russland die wirtschaftlichen Mittel zum Krieg entziehen — Druck auf Öleinnahmen
Fedorow verbindet die Dauer des Krieges direkt mit den finanziellen Möglichkeiten der Russischen Föderation, vor allem mit Öl-Einnahmen und der Nutzung einer „Schattenflotte“ für Umgehungsmanöver. Die Maßnahmen umfassen eine Verschärfung der Sanktionen, die Zusammenarbeit mit Partnern zur Überwachung und Identifizierung von Schiffen, Koordination in Häfen und auf See sowie die Schaffung eines fiskalischen Defizits, das die Möglichkeiten des Kremls zur Finanzierung der Kampffähigkeit auf ein Minimum reduziert.
„Die Quelle ist Öl. Wenn man diesen Kanal sperrt – schrumpft die Ressource für den Krieg schlagartig“
— Mychajlo Fedorow, Verteidigungsminister der Ukraine
Für die Bevölkerung bedeutet das: Die Wirkung von Sanktionen und maritimer Koordination wird sich nicht sofort zeigen, aber genau diese Maßnahmen können die strategische Widerstandsfähigkeit des Aggressors verändern.
Wie der Plan in konkrete Schritte umgesetzt werden soll
Partnerschaft. Die Ukraine rechnet noch in diesem Jahr mit Rekordvolumina an Hilfe — für die Beschaffung von Drohnen, stabile Soldzahlungen und die Verstärkung der Luftabwehr. Das ist ein Win‑Win-Modell, das von den Partnern Garantien für Kostenkontrolle und Transparenz der Ergebnisse verlangt.
Technologischer Vorsprung. „Zehn Schritte voraus“ zu sein bedeutet Investitionen in die schnelle Integration neuer Sensoren, KI zur Datenverarbeitung und mobile Wirkungssysteme — nicht nur einzelne Waffensysteme, sondern die Synergie der Plattformen.
Mathematik des Krieges. Daten sind Macht. DELTA und das System «єБали» sollen Informationen vom Schlachtfeld in präzise Entscheidungen verwandeln: wo die Verteidigung verstärkt, wo zugeschlagen und wie die Logistik optimiert werden muss.
Kontext der internationalen Politik
Laut Bloomberg drängen die USA auf eine diplomatische Lösung bis zu einem festgelegten Datum in diesem Sommer; ähnliche Zeitrahmen nannte auch der Präsident. Das erzeugt zusätzlichen Zeitdruck: Die deklarierten Ziele müssen von raschen praktischen Maßnahmen begleitet werden, damit internationaler Druck nicht in hektisches Handeln ohne Ergebnis umschlägt.
Wie es weitergeht: Risiken und Erwartungen
Der Plan hat eine klare Logik: defensive Stärke, taktische Erschöpfung des Gegners und wirtschaftlicher Druck sollen kombiniert werden. Risiken sind Zeitmangel, die Notwendigkeit der Synchronisation mit Partnern und technologische Engpässe. Wenn die Ukraine die Luftabwehr schnell hochskalieren, Gefechtsführungssysteme sichern und den Sanktionsmechanismus auf See koordinieren kann, werden diese drei Ziele die Fähigkeit Russlands, großangelegte Aggressionen zu führen, real verringern.
Jetzt sind die Partner am Zug: Erklärungen müssen in Verträge münden, und Verträge in wirksame Lösungen an der Front. Ob die Zeit reicht — das ist eine Frage nicht nur der Taktik, sondern auch des politischen Willens auf der internationalen Bühne.