Das Urteil und seine Bedeutung
Die heutige Gerichtsentscheidung betrifft nicht nur die Dauer der Strafe, sondern auch die Frage, wie Gesellschaft und Strafverfolgungsbehörden auf Fälle reagieren, in denen die Missachtung der Verkehrsregeln Menschenleben kostet. Das Holosiivskyi-Bezirksgericht in Kiew erklärte eine 22‑jährige Einwohnerin für schuldig an einem tödlichen Verkehrsunfall, der im November 2023 in der Starokyivska-Straße geschah. Hinter diesem Urteil stehen zwei Tote und Familien, denen eine materielle Entschädigung zugesprochen wurde.
Einzelheiten des Falls
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft setzte sich die Frau betrunken ans Steuer eines Audi. Einige Minuten vor dem Unfall hatte ein Bekannter am Steuer gesessen; während des Unfalls fuhr die Fahrerin auf die Gegenfahrbahn und kollidierte mit einem Toyota. Infolgedessen kamen der 40‑jährige Fahrer und der 39‑jährige Beifahrer des entgegenkommenden Fahrzeugs ums Leben. Nach ersten Informationen war sie zum Zeitpunkt des Unfalls 20 Jahre alt, mittlerweile 22.
Nach der Kollision suchten die Fahrerin und ihr Beifahrer eine Privatklinik auf, aus der sie später flüchteten; später wurden sie festgenommen. Ermittler stellten zudem fest, dass sowohl die Frau als auch der Mann zuvor bereits das Recht zu fahren entzogen worden war wegen Verwaltungsübertretungen nach Art. 130 des Kodexes der Ukraine über Verwaltungsübertretungen (КУпАП).
„Auf Betreiben der Staatsanwälte der Kiewer Stadtstaatsanwaltschaft wurde eine Einwohnerin Kiews der Begehung eines tödlichen Verkehrsunfalls schuldig gesprochen, bei dem zwei Menschen ums Leben kamen... Der tödliche Verkehrsunfall ereignete sich im November 2023 in der Starokyivska-Straße in Kiew“
— Kiewer Stadtstaatsanwaltschaft (Mitteilung, übermittelt UNN)
Strafe und Folgen
Das Gericht befand die Frau nach Art. 286‑1 Abs. 4 und Art. 382 Abs. 1 des ukrainischen Strafgesetzbuches für schuldig und verurteilte sie zu 11 Jahren Freiheitsstrafe bei gleichzeitiger Entziehung der Fahrerlaubnis für 10 Jahre. Ihrem Beifahrer, der ihr das Steuer übergab und dem entsprechende Verbote auferlegt worden waren, wurden 4 Jahre Freiheitsstrafe mit einer Bewährungszeit von 3 Jahren auferlegt. Darüber hinaus muss die Angeklagte den Angehörigen der Getöteten 5,3 Mio. Hrywnja (UAH) entschädigen.
Warum das wichtig ist
Dieser Fall zeigt mehrere wichtige Punkte: erstens die Gefahr, die betrunkene Fahrer darstellen; zweitens, dass die Missachtung gerichtlicher Verbote fatale Folgen haben kann; drittens, dass das Justizsystem auch dann Verantwortung herstellen kann, wenn der Täter versucht hat, den Folgen zu entgehen (fahrläufige Fahrt zur Klinik, später Flucht).
Für uns alle ist das eine Erinnerung an den Preis sicheren Verhaltens im Straßenverkehr — und daran, dass „Straffreiheit“ oft zu den schwerwiegendsten Verlusten führt. Ob dieses Urteil die Praxis im Umgang mit ähnlichen Verkehrsdelikten verändern wird, ist eine Frage an die Strafverfolgungsbehörden und die Gesellschaft.