Norwegen verdiente 6,1 Milliarden Dollar mit Öl in einem Monat. Das ist eine Katastrophe anderer, die zum Rekord anderer wurde

Die Schließung der Straße von Hormus durch den Krieg zwischen den USA und Israel gegen den Iran hat den Preis eines Barrels norwegischen Öls auf 107 Dollar angehoben. Oslo erzielte damit die größsten Öleinnahmen in seiner Geschichte – ohne dabei öffentlich irgendwelche moralischen Bedenken zu äußern.

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Платформа Snorre A у Північному морі Норвегії (фото - Equinor)

Im März 2026 verkaufte Norwegen 56,6 Millionen Fass Rohöl ins Ausland für 57,4 Milliarden Kronen ($6,1 Milliarden) — dies ist ein Absolutrekord, der das bisherige Maximum von 2022 übertraf, das vor dem Hintergrund der russischen Invasion in der Ukraine festgehalten wurde. Nach Angaben von Statistics Norway stieg das Exportvolumen im Vergleich zu März 2025 um 67,9%.

Die Straße von Hormus als Preispumpe

Der Grund für den Rekord ist nicht ein neues Ölfeld und kein technologischer Durchbruch. Am 28. Februar 2026 begannen die USA und Israel eine Militäroperation gegen den Iran, und Teheran sperrte die Straße von Hormus — einen engen Korridor, durch den in Friedenszeiten etwa ein Fünftel des gesamten weltweiten Rohöls und des verflüssigten Erdgases fließt.

Der Durchschnittspreis eines norwegischen Fasses im März betrug 1 014 Kronen ($107,5). Zum Vergleich: vor einem Jahr kostete das gleiche Fass etwa $64. Der Markt hat einfach das asiatische Defizit in norwegische Gewinne umgewandelt.

«Die Schließung der Straße von Hormus hat erhebliche Veränderungen auf den globalen Energiemärkten verursacht»

Statistics Norway, Pressemitteilung vom 15. April 2026

Wer verliert — und wo wird sich Europa wiederfinden

Nach Angaben der IEA passierten 2025 täglich etwa 15 Millionen Fass Öl die Straße. 84% dieser Lieferungen gingen auf asiatische Märkte — vor allem nach China, das ein Drittel seines Öls genau über diese Route bezog. Asien muss nun entweder für alternative Routen überbezahlen oder seinen Verbrauch reduzieren.

Europa ist formal weniger von Hormus abhängig — nur etwa 4% seiner Öleinfuhren liefen durch die Straße. Aber etwa 40% des europäischen Gases kommt in Form von LNG an, und Katar ist ein großer LNG-Lieferant durch die gleiche Straße. Nach Schätzung von Euronews könnten die Gasmärkte sogar nach Öffnung der Straße aufgrund der physikalischen Verringerung der katarischen Lieferungen in einem Defizit bleiben.

Die Federal Reserve Bank of Dallas warnte in einer März-Studie: Bei Ölpreisen von etwa $110 pro Fass könnte die Eurozone bis zu 0,6% des jährlichen BIP verlieren und einen Anstieg der Inflation um +1 Prozentpunkt erfahren.

Das strukturelle Paradoxon des skandinavischen Modells

Norwegen ist der größte Öl- und Gasproduzent in Europa außerhalb Russlands. Die Einnahmen aus Kohlenwasserstoffen sammeln sich im Staatlichen Pensionsfonds — dem größten Staatsfonds der Welt. Norweger positionieren sich seit Jahren als Vorreiter des Klimawandels: höchster Anteil von Elektrofahrzeugen, ehrgeizige Dekarbonisierungsziele.

Aber genau dieses Modell bedeutet, dass jede geopolitische Krise — vom Afghanistan 2021 bis zur Ukraine 2022 und jetzt zum Iran — in einen zusätzlichen Beitrag zum Pensionsfonds von 5,5 Millionen Norwegern umgewandelt wird. Der Rekord von 2022 führte zu einer intensiven Diskussion über «Öl-Ethik»; der Rekord von 2026 hat bisher keine nennenswerte öffentliche Reaktion in Oslo ausgelöst.

Forscher von Bloomberg Economics warnen: Wenn die Straße länger als ein Quartal geschlossen bleibt, wird die Kraftstoffkrise, die derzeit Asien trifft, unweigerlich «nach Westen wandern», und Europa riskiert, bereits in wenigen Wochen mit einem Dieselmangel konfrontiert zu werden.

Wenn die Straße von Hormus bis zum Sommer geöffnet wird, bleibt der norwegische Rekord eine einmalige Abweichung in der Statistik — aber wenn sich der Konflikt bis in die zweite Jahreshälfte hinzieht, wird die Frage, ob die reichste Öl-Demokratie der Welt verpflichtet ist, die von der Krise betroffenen Länder irgendwie zu entschädigen, die akademischen Seminare verlassen und auf die EU-Ebene gelangen.

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