Apple hat fünf Jahre lang auf faltbare Telefone geschaut — und machte schließlich einen "Pass"

Ein Mockup des iPhone Ultra bestätigt eine ungewöhnliche Entscheidung von Apple: Statt eines vertikalen Layouts setzt das Unternehmen auf ein horizontales Format, das breiter ist als jedes konkurrierende Flaggschiff-Modell. Dies ist entweder eine Neuinterpretation der Kategorie oder ein riskanter Schachzug gegen einen Markt, den Samsung und Google bereits seit Jahren perfektioniert haben.

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Ілюстративне фото: MacRumors

Während Samsung sein siebtes Galaxy Z Fold veröffentlicht und Google bereits sein drittes Pixel Fold vorstellt, zeigt Apple gerade erst seine ersten Prototypen eines faltbaren iPhones. Die eigentliche Spannung liegt aber nicht in der Verspätung selbst — sondern darin, welches Format das Unternehmen gewählt hat.

«Pass» statt Buch

Der beliebte YouTube-Kanal Unbox Therapy veröffentlichte ein 10-minütiges Video mit einem Prototyp des iPhone Ultra — und der erste Eindruck des Autors vom Gerät war prägnant: «es sieht aus wie ein iPad nano». Das Gerät erinnert tatsächlich an einen Pass in zusammengeklapptem Zustand: Es ist deutlich breiter und «gedrungener» als ein gewöhnliches Smartphone. Im auseinandergeklappten Zustand öffnet sich das innere Display mit einer Größe von etwa 7,7–7,8 Zoll im Verhältnis 4:3 — ein Format, das eher an ein iPad mini erinnert als an ein Telefon.

Dies ist ein grundlegend anderer Ansatz im Vergleich zu den Konkurrenten. Samsung und Google haben sich für ein vertikales «buchartiges» Format entschieden — das Telefon klappt sich zusammen. Apple setzt dem Anschein nach auf horizontal, wobei der Fokus auf dem ausgeklappten Zustand als primärem Arbeitsmodus liegt.

Das große Kameramodul ragt so weit hervor, dass das Gerät wackelt, wenn man es zusammengeklappt auf den Tisch legt.

Macworld über die Demonstration des Prototyps von Unbox Therapy

Was Insider wissen — und wo es noch Lücken gibt

Nach Angaben von Macworld wird das iPhone Ultra im September 2026 erwartet, zusammen mit dem iPhone 18 Pro und Pro Max. Der Name ist noch nicht endgültig: Im Umlauf sind sowohl «iPhone Ultra» als auch «iPhone Fold». Was den Preis betrifft, prognostizieren Analysten, dass die Basiskonfiguration etwa $2.000 kosten wird — genau so viel, wie Samsung für das Galaxy Z Fold 7 in den USA verlangt.

Die Scharnierenkonstruktion im Prototyp ist nicht endgültig, und das ist eine kritische Details. Wie 91mobiles bemerkt, waren genau die Haltbarkeit des Scharniers und die Sichtbarkeit der Falte die Hauptprobleme für Samsung und Google über mehrere Generationen hinweg. Apple betritt ein Segment, in dem die Konkurrenten bereits Jahre damit verbracht haben, diese Probleme zu lösen.

Gleichzeitig gibt es einen möglichen Vorteil: Nach Angaben von Tech Advisor wird das Display für das iPhone Ultra von Samsung Display hergestellt — dem gleichen Unternehmen, das auf der CES 2026 ein Panel ohne sichtbare Falte demonstrierte. Wenn Apple diese Technologie erhält, könnte das Unternehmen einen der größten Kompromisse der ersten Generation vermeiden.

Warum Verspätung nicht immer ein Nachteil ist

  • Die Apple Watch kam Jahre nach den ersten Smartwatches auf den Markt und eroberte den Markt.
  • AirPods waren nicht die ersten TWS-Kopfhörer — aber sie setzten den Standard.
  • HomePod kam zu spät und wurde nie Marktführer — ein Gegenbeispiel, das man auch beachten sollte.

Verspätung gibt Zeit, aus den Fehlern anderer zu lernen. Aber es bedeutet auch, dass das Publikum das iPhone Ultra nicht mit dem ersten Galaxy Fold von 2019 vergleichen wird, sondern mit der perfektionierten siebten Generation.

Wenn Samsung Display Apple wirklich ein Panel ohne Falte liefert — könnte die erste Generation des iPhone Ultra technisch ausgereifter sein als jedes andere «erste» Apple-Gerät in einer neuen Kategorie. Aber wenn das Scharnier versagt oder der Preis von $2.000 sich als Obergrenze für den Massenmarkt erweist — wird keine Marketingpräsentation eine fünfjährige Verspätung rechtfertigen.

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