Auf der Ausstellung „Wilde Drohnen" präsentierte das Unternehmen Vyriy eine überarbeitete Version seiner Angriffsdrohne „Bliskavka". Äußerlich gibt es nur eine Änderung — eine aerodynamische Verkleidung. In Bezug auf die Auswirkungen auf die Leistungsmerkmale ist es deutlich mehr.
Was ist eine Verkleidung und warum ist sie wichtig
Eine Verkleidung ist eine aerodynamische Abdeckung, die einen stromlinienförmigen Rumpf um die Drohnenkomponenten bildet. Ihre Aufgabe: den Luftwiderstand während des Fluges zu verringern. Nach Angaben des Herstellers ist die ungefähre Reichweite der „Bliskavka" nach der Installation der Verkleidung um etwa 30% gestiegen. Die Drohne ist auch stabiler in der Luft und widersteht Windböen besser — was für eine genaue Ausrichtung im endgültigen Flugbahnabschnitt kritisch ist.
Es ist wichtig, den Kontext zu verstehen: keine neuen Motoren, keine neuen Akkus oder Änderungen am Flugzeugrumpf — nur eine Korrektur der Aerodynamik. Dies ist eine relativ günstige konstruktive Lösung mit unverhältnismäßig großer Wirkung.
Was die Basis-„Bliskavka" bereits kann
„Bliskavka" ist eine Angriffsdrohne mit Starrflügeln, entwickelt von Vyriy auf der Grundlage der erbeuteten russischen Drohne „Molniya". Nach Aussage des Firmengründers Alexej Babenko kopierten die Ingenieure nicht die Konstruktion, sondern reproduzierten das Konzept: eine einfache, kostengünstige Plattform mit mittlerer Reichweite für den Masseneinsatz.
„Wir sind nicht von der spezifischen Konstruktion der ‚Molniya' ausgegangen, sondern versuchten, das Konzept beizubehalten, das sie darstellt: eine einfache, erschwingliche Plattform mit mittlerer Reichweite, ausgelegt für den Masseneinsatz".
Alexej Babenko, Gründer von Vyriy — Wikipedia / Militärisch
In der Grundausstattung hat die Drohne zwei Elektromotoren an den Flügeln, wird von einer Druckluftkatapult in 10 Minuten gestartet, und die Besatzung kann die Position in 5 Minuten verlassen. Reisegeschwindigkeit — bis zu 110 km/h, Maximum — bis zu 140 km/h, Flughöhe — 2000 m, Flugzeit — bis zu 60 Minuten. Taktische Reichweite — 40 km, mit Relais — bis zu 80 km. Nutzlast — bis zu 8 kg nach Herstellerangaben; es wurden Fälle des Kampfeinsatzes mit einer Nutzlast von bis zu 13 kg dokumentiert.
Die Kosten für eine Drohne betragen 35.000 Griwna. „Bliskavka" wird bereits in Serie produziert und an die Streitkräfte der Ukraine geliefert, ist aber auch über die DOT-Chain Defence-Plattform und das Programm „Armeebrigaden. Bonus" auf dem Brave1-Markt erhältlich.
Nicht nur Reichweite: Steuerung über Starlink und Glasfaser
Parallel zur aerodynamischen Modernisierung erweiterte Vyriy das Drohnensteuersystem. Nach Aussage von Babenko kann die „Bliskavka" bereits über Glasfaser, Starlink-Satellitenverbindung und LTE-Systeme mit digitalem Videokanal gesteuert werden. Es wird auch an der Entwicklung eines optionalen Lenksystems und eines Reiseflugs gearbeitet — Details werden vorerst nicht preisgegeben.
- Glasfaser — Schutz vor EW auf kurzen Entfernungen
- Starlink — stabiler Kanal über große Entfernungen
- LTE mit Video — Flexibilität in Netzabdeckungszonen
Die Kombination dieser Kanäle mit der potenziellen Reichweitensteigerung nach der Installation der Verkleidung macht die Plattform deutlich komplexer für elektronische Kriegsführung zu unterdrücken.
Umfang und Logik
Im März 2025 präsentierte Vyriy die erste Serienpartie von 1.000 Drohnen mit Komponenten ukrainischer Herkunft. Auf der Ausstellung Defense Tech Valley im September 2025 präsentierte das Unternehmen vier weitere neue Entwicklungen — den bodengestützten Roboterkomplex „Dschankoj", die Mutter-Drohne „Weresehn" und die Aufklärungsdrohne „Sokil". „Bliskavka" bleibt das Basis-Angriffsprodukt der Produktlinie — und genau sein Umfang macht jede Leistungsverbesserung strategisch bedeutsam: +30% Reichweite bei Tausenden Drohnen — das ist kein Upgrade, das ist eine andere Schlaggeographie.
Wenn die modernisierte „Bliskavka" die angegebenen Eigenschaften unter Kampfbedingungen bestätigt und Vyriy den Preis bei 35.000 Griwna pro Einheit hält — geht es nicht mehr darum, ob die Verkleidung zum Standard für Serienpartien wird, sondern wann genau dies geschieht und ob die Produktionslinie mit der Nachfrage Schritt halten kann.