Was angekündigt wurde
Im Vatikan wurde ein Live‑Übersetzungsdienst für die Heilige Messe eingeführt, der künstliche Intelligenz nutzt: Audio und Text sind in Echtzeit sofort in 60 Sprachen verfügbar. Die Initiative wurde gemeinsam mit der Sprachfirma Translated umgesetzt; es genügt, den QR‑Code in der Basilika zu scannen, um die Übersetzungs‑Webseite zu öffnen — ohne eine separate App installieren zu müssen.
"Die Entscheidung soll die Liturgie für Pilger und Touristen aus verschiedenen Ländern, die täglich die Basilika besuchen, zugänglicher machen."
— Vatican News
Wie es funktioniert
Die technologische Grundlage bildet die Plattform Lara, die Translated 2024 vorgestellt hat. Den Entwicklern zufolge kombiniert das System Algorithmen der künstlichen Intelligenz mit dem Know‑how eines großen Netzwerks professioneller Übersetzer, was typische Fehler maschineller Übersetzung reduzieren und die stilistische Übereinstimmung mit liturgischen Texten verbessern soll.
"Das System kombiniert Algorithmen der künstlichen Intelligenz mit dem Know‑how eines großen Netzwerks professioneller Übersetzer."
— Translated (Pressemitteilung)
Warum das wichtig ist
Für Pilger: Der schnelle Zugang zur Übersetzung beseitigt die Sprachbarriere und macht den Gottesdienst für Menschen aus verschiedenen Ländern, einschließlich der Diaspora, verständlicher.
Für den Vatikan als Akteur der Soft Power: Technologische Instrumente erweitern die Zielgruppe und zeigen einen modernen Ansatz der Seelsorge — das ist Teil digitaler Diplomatie, die bei der internationalen Gemeinschaft Resonanz findet.
Für die Ukraine: Dieses Projekt unterscheidet sich von der humanitären Hilfe, die der Vatikan zuletzt geleistet hat — etwa der Übergabe von Generatoren auf Bitten des Papstes. Doch beide Initiativen prägen das Bild des Vatikans als Partner, der moralische Unterstützung und praktische Hilfe verbindet. Parallel dazu wächst in der Ukraine das Interesse an KI‑Anwendungen zur Optimierung staatlicher Dienstleistungen — und diese Erfahrungen könnten für kirchliche und soziale Praktiken nützlich sein.
Welche Risiken bestehen und was kontrolliert werden sollte
Die automatische Übersetzung liturgischer Texte stellt zwei zentrale Anforderungen: Genauigkeit (rituelle und theologische Korrektheit) und Transparenz (wie Audio‑ und Nutzerdaten verarbeitet werden). Diese Fragen erfordern öffentliche Standards und unabhängige Qualitätsprüfungen, besonders wenn es um Texte geht, die für Gläubige sakrale Bedeutung haben.
Fazit
Das ist nicht nur eine technische Neuheit — es ist ein Schritt in Richtung digitale Inklusion religiöser Erfahrung. Der Nutzen solcher Lösungen wird jedoch davon abhängen, wie offen der Vatikan und seine Partner Methoden der Qualitätskontrolle, Datenschutzrichtlinien und Feedbackmechanismen veröffentlichen. Für die Ukraine ist es zudem eine Gelegenheit, Praktiken digitaler Zugänglichkeit zu übernehmen, und zugleich eine Erinnerung: Technologie hilft, sie muss aber menschlicher Kontrolle unterliegen.
Ob Algorithmen Geschwindigkeit der Übersetzung und Genauigkeit des Glaubens vereinen können — die Schlüsselfrage für die nächsten Phasen der Einführung.