Fedorov bittet 40 Länder, Patriot-Raketen aus eigenen Beständen zu verleihen — vor dem Hintergrund von 30 Toten in Kiew

Nach dem Anschlag vom 2. Juli, bei dem die Luftabwehr nur vier von 24 Iskander-Ballistische Raketen abschoss, schlug Verteidigungsminister Michaylo Fedorov seinen Partnern ein Austauschschema vor: Patriot-Raketen aus vorhandenen Beständen sofort zur Verfügung zu stellen – angerechnet auf zukünftige für die Ukraine vertraglich vereinbarte Lieferungen.

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In der Nacht zum 2. Juli griff Russland Kiew mit 74 Raketen verschiedener Typen und 496 Drohnen an. Die Luftverteidigungskräfte zerstörten vier von 24 ballistischen Raketen vom Typ „Iskander-M"/S-400 — 16,7 % — und keine der vier „Zirkons". Folge: mindestens 30 Tote, etwa hundert Verletzte, Zerstörungen in allen Stadtteilen.

Am selben Tag kündigte das Verteidigungsministerium an, dass Michail Fedorov Briefe an fast 40 Partnerländer verschickt hat. Die Anfrage ist konkret: Patriot-Raketen aus eigenen Lagern bereits im Juli zu übertragen — im Gegenzug für zukünftige Lieferungen, die für die Ukraine vertraglich vereinbart sind.

Was den Partnern angeboten wird

Das Schema ist keine Wohltätigkeit, sondern eine Logistiklösung. Die Verbündeten übertragen bestehende Bestände und erhalten dafür Raketen aus später für die Ukraine abgeschlossenen Verträgen. Parallel dazu forderte Fedorov die Finanzierung zweier Mechanismen auf:

  • PURL — ein Programm, das NATO-Verbündete amerikanische Rüstungen direkt für die Ukraine kaufen;
  • JUMPSTART — ein Mechanismus für langfristige Verträge, der sich in erster Linie auf den Kauf von Raketen für Patriot-Systeme konzentriert.

„Die Ukraine benötigt dringend zusätzliche Raketen für Patriot-Systeme. Sie sind auf den Lagern der Partner vorhanden. Und genau von schnellen Entscheidungen, der Skalierung des PURL-Mechanismus und dem Kauf von Raketen über JUMPSTART hängt der Schutz des ukrainischen Himmels ab."

— Verteidigungsministerium der Ukraine

Warum der Mangel kein neues Problem, sondern ein taktisches Ziel Russlands ist

Wie Defense Express anmerkt, fanden frühere Massenschläge am 2. und 15. Juni statt — also in Abständen von etwa zwei Wochen. Analysten sind der Ansicht, dass die RF diesen Rhythmus bewusst gewählt hat, in der Erwartung, dass die Bestände an Abfangjägern zwischen den Angriffen aufgebraucht werden. Das ISW bestätigte auch, dass Russland versucht, öffentliche Diskussionen über die Reduzierung der Lieferungen von PAC-3 MSE an die Ukraine zu nutzen.

Die Produktionskapazitäten unterstreichen nur das Ausmaß des Problems: Nach Angaben von Defense Express stellt Lockheed Martin etwa 52 PAC-3 MSE-Raketen pro Monat her, und die amerikanischen Anforderungen haben Vorrang. Selbst wenn die gesamte jährliche Produktion in die Ukraine gehen würde — dies würde nicht ausreichen, um das tatsächliche Defizit zu decken.

Kontext: NATO-Gipfel im Haag

Der Appell kam vor und im Rahmen des NATO-Gipfels im Haag, auf dem die Ukraine insbesondere konkrete Entscheidungen über die Finanzierung der Rüstungsindustrie und die Versorgung mit Luftverteidigung forderte. Nach Aussage der Leiterin der Mission der Ukraine bei der NATO, Alona Hetmanchuk, kann dieser Gipfel nicht nach den Maßstäben der vorherigen bewertet werden — aber es wird „Neuigkeiten für die Ukraine" geben.

Die echte Überprüfung von Fedorovs Initiative liegt nicht in der Anzahl der Briefe, sondern darin, wie viele Länder ihre Bestände aus den eigenen Lagern für die Versendung freigeben: Ohne Verifizierungsmechanismus und klaren Austauschplan bleibt das Schema eine Absichtserklärung. Wenn bis Ende Juli kein Land öffentlich die Übertragung bestätigt — wird der nächste „zweiwöchentliche" Angriff auf Kiew unter denselben Luftverteidigungsbedingungen wie am 2. Juli stattfinden.

Weltnachrichten

Geschäft

Das Büro für Wirtschaftssicherheit hat Strafverfahren gegen fünf ukrainische Fluggesellschaften eingeleitet, nachdem es Leasingzahlungen für Luftfahrzeuge in „Lizenzgebühren" umklassifiziert hat. Dies widerspricht internationalen Konventionen und einer dreißigjährigen Praxis, könnte jedoch die Industrie zerstören, die während des Krieges Rekordzahlungen von 702 Millionen Hrywnja pro Jahr an den Haushalt leistet.

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