Укрзалізниця hat 212 Tonnen gebrauchter Motoröle aus ihrem eigenen Lokomotivpark zur Auktion gestellt. Fünf Lose werden am 7. April auf der Plattform Прозорро.Продажі erscheinen — Auktion nach dem englischen Verfahren, das heißt der Preis steigt vom Startpreis in Höhe von 4,48 Mio. Hrywnja.
Schmierstoffe sind ein Nebenprodukt des Eisenbahnverkehrs. УЗ sammelt sie regelmäßig an, verfügt jedoch über keine eigenen Kapazitäten zur Aufbereitung. Die Pressestelle von Прозорро.Продажі teilte mit, dass das Unternehmen diesen Verkaufskanal zuvor bereits ausgesetzt hatte und nun als „am effektivsten“ zu ihm zurückkehrt.
Die Auktion löst auf einmal drei Aufgaben: Entsorgung ohne Verletzung ökologischer Normen, zusätzliche Einnahmen für das Firmenbudget und die Versorgung des Sekundärrohstoffmarktes. Offene Ausschreibungen sorgen theoretisch für Wettbewerb unter den Käufern und einen markt- statt vertraglich bestimmten Preis.
Die Logik ist nachvollziehbar — aber nur bis zu einem gewissen Punkt. УЗ ist eines der größten staatlichen Unternehmen des Landes mit Tausenden von Fahrzeugeinheiten. Gebrauchte Schmierstoffe in Partien von je 212 Tonnen über öffentliche Ausschreibungen zu verkaufen, ist eine operative Entscheidung, keine strategische. Eigene Verarbeitungsanlagen besitzt das Unternehmen nicht, und es wurden auch keine öffentlichen Pläne zu deren Aufbau oder langfristige Verträge mit Verarbeitern bekanntgegeben.
Die Frage ist nicht, ob es richtig ist, eine Auktion durchzuführen — Прозорро existiert genau als Mechanismus dafür. Die eigentliche Frage ist: Wenn УЗ jährlich Hunderte Tonnen solchen Rohstoffs erzeugt, warum bleibt die Entscheidung situativ und nicht systematisch — und wer verdient letztlich an der Aufbereitung dessen, was das Staatsunternehmen selbst unverarbeitet verkauft?