23 Anschläge pro Tag: Russland greift Eisenbahnlogistik an — von Depots bis zu Lokomotiven

Am 13. Mai wurden in sieben Regionen Depots, Brücken und Rollmaterial beschädigt. Zwei Eisenbahner kamen in Zdolbuniv ums Leben — nicht an ihren Arbeitsplätzen, sondern einfach in der Stadt.

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Наслідки російського удару по залізниці 13 травня 2026 року (фото - Олександр Перцовський / Facebook)

Am 13. Mai führte Russland einen der konzentriertesten Anschläge auf die Eisenbahninfrastruktur seit Beginn der vollumfassenden Invasion durch. An einem Tag — 23 Treffer in sieben Regionen: Transkarpatien, Lwiw, Schytomyr, Riwne, Wolhynien, Charkiw und Dnipropetrowsk. Die Ziele waren Energieinfrastruktur, Brücken, Fahrgast-, Wagen- und Lokomotivdepots sowie Rollmaterial.

Der Vorsitzende des Vorstands der Ukrainischen Eisenbahnen Alexander Pertsowskij bestätigte bereits in der Nacht Treffer in drei Lokomotiven. Fahrgäste wurden rechtzeitig evakuiert — es gelang, Todesfälle und Verletzungen unter ihnen zu vermeiden. Eine Mitarbeiterin erlitt einen Prellschuss, als sie zu einem Schutzraum eilte.

Sdolbunow: Eisenbahnstadt unter direktem Beschuss

Die schwersten Folgen gab es in Sdolbunow in der Region Riwne. Dies ist ein großer Verkehrsknotenpunkt, wo Einheimische Dutzende von Explosionen registrierten. Zwei Eisenbahner kamen ums Leben — sie waren nicht im Dienst, sondern hielten sich einfach in der Stadt auf. Ein weiterer wurde verwundet.

«Die heimtückischen Anschläge des Feindes auf die Eisenbahnstadt Sdolbunow forderten das Leben von zwei unserer Kollegen. Sie waren zu diesem Zeitpunkt nicht an ihren Arbeitsplätzen, aber der Feind schlägt wahllos zu»

— Ukrainische Eisenbahnen

Der Kommunikationsberater des Präsidenten Dmytro Lytwyn bestätigte die Angaben zu den Opfern und präzisierte: Fahrgäste konnten geschützt werden, weil Überwachungsteams Züge bei einer Bedrohung stoppten.

Warum die Eisenbahn ein strategisches Ziel ist

Der Angriff entspricht einer dokumentierten Taktik. Allein im Jahr 2025 hat Russland die Eisenbahninfrastruktur der Ukraine etwa 800-mal angegriffen und Schäden in Höhe von über 1 Milliarde Dollar verursacht — wie das Ministerium für Entwicklung berichtet. Seit Beginn der vollumfassenden Invasion belaufen sich die Schäden auf 5,8 Milliarden Dollar.

Die Logik ist nicht nur zerstören, sondern lahmlegen. Wie der ältere Offizier der Streitkräfte Viktor Taran erklärt:

«Wozu sollten wir dort 100, 200, 300 Waggons treffen? Eine Lokomotive ausschalten, und diese Waggons fahren nie»

— Viktor Taran, älterer Offizier der Streitkräfte

Die Eisenbahn ist der Hauptkanal der Militärlogistik: Großmengen an Frachten, Reserven, Ausrüstung. Wenn der Verkehr verlangsamt wird, wird die Last auf Straßen verlagert, die um ein Vielfaches weniger wirksam für Massentransporte sind. Genau diese Verwundbarkeit, so die Einschätzung von Militäranalytikern, versucht Russland auszunutzen.

Transkarpatien: größter Anschlag während der Invasion

Besondere Aufmerksamkeit verdient die Region Transkarpatien. Die lokale Behörde bezeichnete den Anschlag vom 13. Mai als den massivsten auf die Region seit Beginn der vollumfassenden Invasion. Transkarpatien ist ein Schlüssel-Transitkorridor zwischen der Ukraine und der EU. Ein Anschlag auf die Eisenbahninfrastruktur hier schadet nicht nur der internen Logistik, sondern auch dem internationalen Verkehr.

Der Vizepremier Oleksij Kuleba bestätigte in seinem Telegram: Die Eisenbahn wurde eines der Hauptziele des Anschlags, und er verband dies mit einer systematischen Strategie des Drucks auf die Zivilinfrastruktur und Logistik.

  • 23 Treffer in Eisenbahnobjekten an einem Tag
  • 7 Regionen — von Transkarpatien bis Dnipropetrowsk
  • 3 beschädigte Lokomotiven — in der Nacht
  • 2 getötete Eisenbahner in Sdolbunow, 2 Verletzte
  • 0 Opfer unter Fahrgästen — dank Evakuierung

Die Ukrainischen Eisenbahnen setzen ihre Arbeit unter Angriffen fort: Die Fahrgastbeförderung im Jahr 2025 stieg um 200.000 Personen gegenüber dem Vorjahr, und der internationale Verkehr mit der EU um 20%. Die Wiederherstellung läuft parallel zu den Angriffen, aber jede beschädigte Lokomotive bedeutet wochenlange Reparaturen und einen Engpass für den Frachtfluss zur Front.

Die Frage ist nicht, ob das Netz den nächsten Anschlag verkraftet — es hat sich bisher bewährt. Die Frage ist, ob das Reparaturprogramm ausreicht, wenn Russland von gezielten Angriffen auf Depots zu einer systematischen Zerstörung von Drehscheibenstationen wie Sdolbunow oder Fastow übergeht — jenen Orten, die man mit keiner Route umgehen kann.

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