Drohnenangriff stoppt Naftogaz-Förderung in der Oblast Charkiw – Risiken für die Energiesicherheit

Drohnenangriffe führten zum Stillstand einer Gasanlage von Naftogaz. Wir erklären, warum das längst keine lokale Störung mehr ist, sondern eine Frage der Wirtschaft und der Sicherheit des Landes.

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Збитий БпЛА "шахед" (Фото: Національна поліція)

Was passiert ist

In der Region Charkiw wurde die Gasförderung an einer Anlage der Gruppe Naftogaz infolge eines Drohnenangriffs gestoppt. Über den Vorfall berichtete der Vorstandsvorsitzende des Unternehmens, Serhii Koretskyi.

"Seit Beginn des 24. Februar greift Russland erneut die gasfördernde Infrastruktur von Naftogaz an. Es wurden Angriffe auf eine Anlage in der Region Charkiw mit dem Einsatz von Drohnen verübt. Der Angriff dauert an. Schäden wurden festgestellt. Der Betrieb der Anlage wurde eingestellt. Unmittelbar nach Beendigung der Luftalarmphase können die Fachleute des Unternehmens zusammen mit Einheiten des ДСНС mit der Beseitigung der Folgen der Angriffe beginnen"

— Serhii Koretskyi, Vorstandsvorsitzender von Naftogaz

Laut dem Unternehmen haben russische Streitkräfte seit Jahresbeginn bereits 26 Angriffe auf seine Anlagen verübt.

Warum das wichtig ist

Naftogaz deckt mehr als 80% der inländischen Gasförderung in der Ukraine; die wichtigsten Kapazitäten konzentrieren sich im Osten — in den Gebieten Poltawa und Charkiw. Angriffe auf solche Anlagen haben daher einen systemischen Effekt: die Reduzierung der Förderung erhöht den Bedarf an Importen, belastet den Staatshaushalt und schafft Risiken für die Heizsaison.

Im Jahr 2025 musste die Ukraine wegen des Rückgangs der inländischen Förderung infolge der Beschüsse nahezu 6 Mrd. m³ Gas importieren — das ist die direkte wirtschaftliche Rechnung für Angriffe auf die Energieinfrastruktur.

Folgen und weiteres Vorgehen

Die unmittelbaren Folgen sind die Stilllegung der Produktion an der Anlage und die Notwendigkeit von Not- und Wiederherstellungsarbeiten nach Ende der Luftalarmphase. An den Arbeiten werden Mitarbeiter von Naftogaz sowie Einheiten des ДСНС beteiligt sein.

Zu den mittelfristigen Risiken zählen weitere Förderkürzungen, steigende Importkäufe und höhere Haushaltsausgaben für die Energiesicherheit. Energieanalysten und staatliche Expert:innen weisen darauf hin, dass der Schutz kritischer Infrastruktur (Luftverteidigung, Diversifizierung der Netze, ein beschleunigter Reparaturfonds) ein zentrales Instrument zur Minimierung solcher Angriffe ist.

Fakten im Kontext: Der Angriff auf eine Anlage in der Region Charkiw ist Teil einer Serie von 26 Fällen von Beschädigung von Naftogaz-Aktivitäten seit Jahresbeginn; im Jahr 2025 hat sich dies bereits auf die Struktur der Gasversorgung des Landes ausgewirkt.

Fachleute von Naftogaz und Rettungskräfte arbeiten daran, die Folgen zu minimieren. Und die Frage, die nach dem erneuten Angriff bleibt: Wird es gelingen, Schutzmaßnahmen und Reparaturen so zu beschleunigen, dass die Produktionsausfälle nicht zu einer zusätzlichen Belastung für die Wirtschaft und die Bevölkerung werden?

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