Über zwei Jahre hinweg hielt die Straßenverwaltung der Lwiw-Regionalverwaltung einen Unternehmensvertrag über 562 Millionen Griwna aufrecht, bei dem tatsächlich keine Arbeiten ausgeführt wurden. Als das Gericht schließlich die Vereinbarung aufhob, kam die Initiative nicht vom Auftraggeber, sondern von der Staatsanwaltschaft.
Was mit dem Vertrag geschah
Im November 2023 schloss die Abteilung einen Vertrag mit der LLC „Schljachovyk-T" für die laufende Reparatur der Straße von lokaler Bedeutung Drosdovytschi – Mizhynetsk – Biskovytschi im Sambir-Bezirk ab. Nach Angaben der Lwiw-Regionalstaatsanwaltschaft wurden tatsächliche Arbeiten nur im Jahr 2023 durchgeführt. In den Jahren 2024–2026 — keine Dienstleistungen, keine Haushaltsfinanzierung.
Dennoch unterzeichneten die Parteien im Dezember 2025 eine Zusatzvereinbarung, die die Erfüllung der Verpflichtungen um ein weiteres Jahr aufschob. Das heißt, anstatt die Reduzierung der Umfänge oder Beendigung des Vertrags zu veranlassen, verlängerte die Abteilung tatsächlich seine Gültigkeit.
«Die Arbeiten wurden tatsächlich nur im Jahr 2023 durchgeführt, während in den Jahren 2024–2026 keine Dienstleistungen erbracht wurden. Trotz fehlender Ausführung der Arbeiten und Haushaltsfinanzierung leitete die Abteilung der Lwiw-Regionalverwaltung weder eine Reduzierung der Umfänge noch eine Vertragskündigung ein».
— Lwiw-Regionalstaatsanwaltschaft
Wer ist „Schljachovyk-T"
Die LLC „Schljachovyk-T" wurde im Februar 2019 in Terebowlja in der Ternopil-Region registriert und später nach Lwiw umregistriert. Der erste Eigentümer war ein armenischer Staatsbürger Sirak Mnazakanjan — dessen Adresse in den Dokumenten mit den Adressen von Verwandten des Eigentümers der LLC „Nara" übereinstimmt. Genau „Nara" zusammen mit „SHRBU №88" wurde 2020 von der AMKU wegen Auctionsabsprache mit Bußgeld belegt. Nach Angaben von YouControl erhielt „Schljachovyk-T" seit Anfang 2020 staatliche Aufträge im Wert von fast 1,62 Milliarden Griwna nur von der Lwiw-Regionalverwaltung — und die Gesamtkosten eines der späteren Verträge für die Straßenunterhaltung in der Lwiw-Region erreichten 3,2 Milliarden Griwna.
Wie die Angelegenheit vor Gericht kam
Im Januar 2026 reichte die Staatsanwaltschaft beim Handelsgericht der Lwiw-Region eine Klage ein mit der Forderung, die Zusatzvereinbarung vom Dezember 2025 für ungültig zu erklären. Am 28. April 2026 entsprach das Gericht den Forderungen: Die Zusatzvereinbarung wurde für ungültig erklärt, der Vertrag — aufgelöst. Offiziell wurde dies am 6. Mai 2026 mitgeteilt.
- Vertrag geschlossen: November 2023
- Arbeiten ausgeführt: nur im Jahr 2023
- Zusatzvereinbarung über Aufschub: Dezember 2025
- Klage der Staatsanwaltschaft: Januar 2026
- Gerichtsbeschluss zur Aufhebung: 28. April 2026
Wo ist der Haftungsmechanismus
Das Gericht hob den Vertrag auf und erklärte die Zusatzvereinbarung für ungültig — doch dies ist eine zivilrechtliche Folge, nicht eine strafrechtliche. Die Frage bleibt offen: Wird jemand von den Beamten der Abteilung zur Verantwortung gezogen, weil zwei Jahre lang keine Vertragskündigung eines offensichtlich nicht erfüllten Vertrags eingeleitet wurde, sondern stattdessen eine neue Aufschubvereinbarung unterzeichnet wurde?
Wenn sich die Staatsanwaltschaft nur auf die Handelsklage beschränkt — wird dieser Fall ein weiterer Beweis dafür, dass in der Straßenwirtschaft der Lwiw-Region die Erklärung der Kontrolle und der tatsächliche Haftungsmechanismus — unterschiedliche Dinge sind.