Februarscheitern erweist sich als vorübergehend: Wie Russland trotz Anschlägen auf Häfen die Öleinnahmen verdoppelte

Im März 2025 erreichten Russlands Öleinnahmen 19 Milliarden Dollar — doppelt so viel wie im Februar, der sich als der schlechteste Monat seit Beginn der Vollzeitinvasion erwies. Die Widerstandsfähigkeit der Schattenflotte und die Umleitung der Seerouten erwiesen sich erneut als stärker als die Anschläge.

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Фото: EPA

Februar 2025 schien ein Wendepunkt zu sein: Die Öleinnahmen Russlands fielen auf den niedrigsten Stand seit Februar 2022. Anschläge auf die baltischen Häfen Ust-Luga und Primorsk, die Stilllegung der Pipeline „Druschba", Sanktionsdruck — all das schien endlich die Hauptschlagader des Kremls zu treffen. Doch die März-Daten der Internationalen Energieagentur, die Reuters zitiert, zerstreuten diesen Optimismus mit einer Zeile: 19 Milliarden Dollar — doppelt so viel wie im Vormonat.

Wie wurde das möglich?

Der Schlüsselmechanismus ist der maritime Umexport. Das Gesamtaufkommen der RF-Lieferungen stieg um 270.000 Barrel pro Tag auf 4,6 Millionen b/d, und dies geschah gerade durch die Erhöhung der Seeverschiffungen. Die Pipelines wurden getroffen und verloren, das Meer kompensierte dies und dann einige.

Nach Angaben der Kyiv School of Economics (KSE Institute) baut Russland systematisch eine „Schattenflotte" auf — ein Netzwerk von veralteten Tankern, die Öl außerhalb der westlichen Überwachung transportieren. Dieses Instrument hat sich wiederholt bewährt: Jedes Mal, wenn Sanktionen oder Anschläge eine Route blockierten, wurde die Flotte auf eine andere umverteilt.

„Das russische Ölhandelssystem ist äußerst flexibel und reagiert schnell auf äußeren Druck"

Dmitri Peskow, Pressesprecher des Kremls

Dieses Vertrauen ist nicht bloße Propaganda. Es wird durch Statistiken gestützt: Trotz aller Schläge 2024–2025 blieb das Gesamtaufkommen der russischen Ölausfuhren relativ stabil.

Was wirklich unter Druck stand — und warum es im März nicht funktionierte

  • Anschläge auf baltische Häfen zwangen zur Umverteilung der Ströme, stoppten sie aber nicht — die Seeverschiffungen von alternativen Terminals stiegen.
  • Die Stilllegung der „Druschba" traf das Pipeline-Segment, aber der Anteil der Pipelines am Gesamtexport der RF ist schon lange nicht mehr dominant.
  • Sanktionsdruck erhöhte die Logistikkosten, aber Russland wälzt diese Kosten auf die Käufer ab — China und Indien, die zusammen über 80% der Ölausfuhren abnehmen.

Langfristige Dynamik — anders

Die März-Erholung hebt den strukturellen Trend nicht auf. Laut Prognose des KSE Institute werden die gesamten Öleinnahmen der RF im Jahr 2025 etwa 155 Milliarden Dollar betragen — deutlich unter den Niveaus von 2022–2023. Urals-Öl wird mit einem erheblichen Rabatt gehandelt: Wenn das Budget des Kremls mit etwa 70 Dollar pro Barrel veranschlagt ist, lagen die realen Preise 2025 erheblich darunter. Die IEA prognostiziert 2026 einen globalen Ölüberschuss von über 4 Millionen b/d — und das bedeutet einen weiteren Preisrückgang, den die Schattenflotte nicht mehr durch Volumen kompensieren kann.

Bezeichnenderweise besteht das größte strukturelle Risiko für Russland nicht in den ukrainischen Angriffen selbst, sondern in einem Marktüberschuss. Nach Schätzungen des Analysezentrums CREA würde eine Senkung der Preisgrenze von 60 auf 30 Dollar pro Barrel die Öleinnahmen der RF um 39% seit Dezember 2022 reduzieren. Der Westen hat sich bisher nicht zu diesem Schritt durchgerungen.

Die Frage, die die Wirksamkeit des Drucks auf Russland bis Ende 2025 bestimmen wird: Werden die USA und die EU wagen, die Ölpreisgrenze auf ein Niveau zu senken, das den Haushalt des Kremls wirklich trifft — oder werden sie sie als diplomatisches Werkzeug bei Verhandlungen behalten, wo Moskau bisher eher Zugeständnisse als Sanktionsdruck sieht?

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