24. Februar 2026, vierter Jahrestag der vollständigen Invasion, Plenarsitzung der Werchowna Rada. Die Parlamentskammer dokumentierte den Abgeordneten Witali Bort — mit charakteristischem Sonnenbrand nach einer weiteren Reise nach Miami. Genau an diesem Tag veröffentlichte „Schemy" eine neue Untersuchung, die erklärt, warum dies nicht nur ein ästhetisches Detail ist.
Straßen in der besetzten Krim
Nach Angaben von „Schemy" des Rundfunks Svoboda baut ein Unternehmen, das mit Borts Familie und Vertrauten verbunden ist, Verkehrsknotenpunkte in der besetzten Krim — solche, die die Autobahn „Tavrida" und das neue Terminal des Flughafens Simferopol verbinden sollen. Beide Objekte sind Teil von Infrastrukturprojekten, in die Russland Hunderte von Milliarden Rubel investiert hat und die aktiv als Symbol der „Rückkehr" der Krim beworben werden.
Der Bau begann 2017 und dauerte mindestens bis Anfang 2026 an. Borts Mutter, Valentina Bort, stellte sich nach der Besetzung 2015 bei diesem „Straßen- und Verkehrsbauunternehmen" ein. Mindestens ab 2019 — als sie einen russischen Pass erhielt — bis zu ihrer Entlassung im Januar 2024 bekleidete sie dort die Position der stellvertretenden Generaldirektorin.
4.000 Hektar, die Steuern an Russland zahlen
Ein separater Bereich — Agrargeschäfte im besetzten Teil der Region Saporischschja. Das Agrarwerk „Niva" im Dorf Uspheniwka bewirtschaftet fast 4.000 Hektar Land in der Priasow-Region: Getreide, Hülsenfrüchte, Ölpflanzen. Borts Ehefrau Olga Bort erschien 2012 unter den Eigentümern des Agrarbetriebs, und davor war Bort selbst der Eigentümer.
Nach der Besetzung wurde das Geschäft nach russischen Gesetzen neu registriert. Nach Angaben des Föderalen Steuerdienstes der Russischen Föderation betrug der Nettogewinn des Agrarbetriebs aus dem Handel mit russischen Unternehmen in den Jahren 2023–2025 fast eine Viertelmilliarde Rubel — über 100 Millionen Hrywnja. In den russischen Haushalt wurden über 27 Millionen Rubel an Steuern gezahlt.
Das Agrarwerk „Niva" nutzt die Dienstleistungen eines Netzwerks von Privatlaboren, das einem unter Sanktionen stehenden Geschäftsmann aus dem Umfeld des russischen Präsidenten Wladimir Putin gehört.
„Schemy" des Rundfunks Svoboda
207 Tage im Ausland — und neue Reisen
Bereits im Dezember 2023 dokumentierten „Schemy", dass Bort in weniger als zwei Jahren vollständiger Invasion 207 Tage im Ausland verbracht hatte. Damals ging es um dreitägige Dienstreisen, die sich über Wochen erstreckten. Neue Daten zeigen: In den Jahren 2024–2026 hat sich die Praxis nicht geändert — die meiste Zeit verbrachte der Abgeordnete mit seiner Familie in Miami im Urlaub.
Im Sommer 2024 überquerte Bort die Grenze in einem Auto des Unternehmens „DS Prom Grup" aus der Region Kyjiw, das sich mit Straßenkapitalreparaturen befasst. Der SBU bestätigte, dass er neue Ermittlungsmaterialien einem bereits laufenden Strafverfahren hinzugefügt hat — wegen der Anklage der dienstlichen Fälschung durch einen Volksabgeordneten.
20 Jahre in der Politik — und kein Kommentar
Bort ist Abgeordneter von vier Konvokationen seit 2006. Er stimmte am 16. Januar 2014 für die „Diktatoren-Gesetze", unterstützte öffentlich das Pseudoreferendum in Makijiwka im selben April. 2024 trat er in die vorübergehende Untersuchungskommission der Werchowna Rada zur Drohnenbeschaffung und zum Befestigungsbau ein — wurde aber nach öffentlicher Bekanntmachung ausgeschlossen.
- Mutter — stellvertretende Direktorin eines krimischen Bauunternehmens, russische Bürgerin
- Ehefrau — Miteigentümerin eines Agrarbetriebs unter Besatzung, der Steuern an den russischen Haushalt zahlt
- Der Abgeordnete selbst — hat auf die Anfrage von „Schemy" nicht geantwortet
Formal ist keines der dokumentierten Geschäfte unmittelbar auf Bort registriert. Genau das macht die Situation rechtlich komplizierter: Die aktuelle ukrainische Gesetzgebung sieht keine direkte Haftung eines Abgeordneten für das Geschäft von Verwandten in besetzten Gebieten vor — sofern seine direkte Beteiligung an der Verwaltung oder Gewinnerlangung nicht nachgewiesen wird.
Sollte der SBU im Rahmen des Strafverfahrens eine finanzielle Verbindung zwischen dem Abgeordneten und den Einnahmen des Agrarbetriebs „Niva" feststellen — wird die Frage nicht prozedural, sondern politisch: Ist die Werchowna Rada bereit, das Mandat eines Abgeordneten zu entziehen, dessen Familiengeschäft seit Jahren das Haushalts eines Aggressorstaates finanziert.