Einkaufszentrum Nikolsky in Charkiw für 2,35 Milliarden Hrywnja gebaut — doch 180 Millionen für städtische Infrastruktur wurden nie bezahlt

# Kiewer Bezirksstaatsanwaltschaft Charkow reicht Klage gegen Erbauer des Einkaufszentrums Nikolsky ein: Die Beteiligungsgebühr für die Entwicklung der städtischen Infrastruktur wurde vier Jahre nach der Eröffnung nicht gezahlt. Die Summe beträgt über 180 Millionen Hrywnja, was etwa 7,7% der Baukostenschätzung ausmacht.

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Фото: Budhouse Group

Vor vier Jahren eröffnete sich im Zentrum von Charkiw das Einkaufs- und Unterhaltungszentrum Nikolsky — eines der größten Handels- und Unterhaltungskomplexe der Stadt in der Straße Hryhorij Skoworoda, 2-A. Die geschätzten Baukosten betrugen 2,35 Milliarden Hrywnja. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft hat der Bauträger jedoch nicht seine grundlegende gesetzliche Verpflichtung erfüllt, die in der Gesetzgebung für jedes großflächige Handelsprojekt vorgesehen ist.

Was ist Anteilbeteiligung und wie viel Geld ist das?

Anteilbeteiligung an der Infrastrukturentwicklung ist eine obligatorische Zahlung des Bauträgers zugunsten der Stadtgemeinde: Die Mittel sollten für Straßen, technische Netze und soziale Einrichtungen verwendet werden. Für ein Einkaufs- und Unterhaltungszentrum dieser Größenordnung belief sich die Summe auf über 180 Millionen Hrywnja — ungefähr 7,7 % der Baukosten.

«Während des mehrjährigen Baus des Einkaufs- und Unterhaltungszentrums erfüllte der Bauträger nicht die Verpflichtung zur Zahlung der Mittel für die Anteilbeteiligung an der Entwicklung der technischen, Verkehrs- und sozialen Infrastruktur der Stadt»

Kiewer Bezirkstaatsanwaltschaft Charkiw

Die Staatsanwaltschaft besteht darauf: Diese Mittel müssen als fehlende Entwicklungsressource der Stadt in den Haushalt der Gemeinde eingezogen werden. Eine Klage wurde vor Gericht eingereicht.

Ein Objekt mit chronischen Skandalen

Das Einkaufs- und Unterhaltungszentrum Nikolsky eröffnete am 21. Mai 2021 und zog von Anfang an nicht nur durch sein Ausmaß Aufmerksamkeit auf sich, sondern auch durch Konflikte — von Sicherheitsfragen bis hin zu sozialen Ansprüchen. Der aktuelle Rechtsstreit ist nicht das erste rechtliche Problem des Komplexes, aber es ist das erste Mal, dass es um die systematische Nichterfüllung von Verpflichtungen gegenüber der Stadt geht und nicht um einen privaten oder technischen Streit.

Der Mechanismus, durch den der Bauträger über Jahre hinweg die Zahlung vermeiden konnte, bleibt eine offene Frage: ob es eine unzureichende städtische Kontrolle während des Baus war oder eine bewusste Verzögerung in der Hoffnung auf eine Gesetzesänderung oder Schuldenerlass.

Kontext: Wer und wie kontrolliert solche Zahlungen

  • Die Anteilbeteiligung wurde durch das Gesetz der Ukraine «Über die Regelung der Bautätigkeit» geregelt — vor seinen Änderungen im Jahr 2020 hing der Abrechnungsmechanismus von den Entscheidungen der lokalen Räte ab und wurde häufig von Bauträgern vor Gericht angefochten.
  • Nach Angaben von Analysten des Immobilienmarktes ist die Nichtzahlung oder Unterschätzung der Anteilbeteiligung eine weit verbreitete Praxis bei großen kommerziellen Entwicklern in der ganzen Ukraine.
  • Die Staatsanwaltschaft tritt als Klägerin im Interesse der Gemeinde auf — das heißt, der Charkiwer Stadtrat hat entweder nicht selbständig Abrechnungen eingeleitet oder ist an die Staatsanwaltschaft um Unterstützung herangegangen.

Falls das Gericht der Klage stattgibt, werden 180 Millionen Hrywnja theoretisch in den Haushalt von Charkiw zurückfließen — einer Stadt, die derzeit Kosten für die Kriegszeit trägt und wo die Frage «wo war dieses Geld früher» ein ganz konkretes Gewicht haben wird. Die Frage ist eine andere: Gibt es ähnliche Zahlungsausfälle bei anderen großen Handelsobjekten der Stadt — und wird diese Klage ein Präzedenzfall für deren Überprüfung?

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