140 Millionen für Jermak: Wer rettet den Ex-Chef des Präsidialamts – und was das über das Ausmaß seiner Verbindungen aussagt

Das Antikorruptionsgericht (WAKS) hat den ehemaligen Leiter des Präsidentenoffice Andrij Jermak in Gewahrsam genommen. Es gelang nicht, die Kaution innerhalb von zwei Tagen zu sammeln, doch der Kreis der Spender erzählt seine eigene Geschichte.

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Андрій Єрмак (Фото: Офіс президента)

In der Nacht zum 15. Mai verbrachte der frühere Leiter des Präsidentenbüros Andrij Ermak seinen zweiten Tag in Untersuchungshaft. Die Kaution in Höhe von 140 Millionen Hrywnja wurde nicht vollständig aufgebracht: Nach Angaben der „Ukrajinskaja Prawda" waren bis zum Abend des 15. Mai über 58 Millionen Hrywnja eingegangen.

Der Fall „Midas": Was wird vorgeworfen

Der Verdacht gegen Ermak wurde am 11. Mai im Rahmen eines großen Verfahrens des NABU und der SAP unter dem Decknamen „Midas" erhoben, dessen Materialien bereits im November 2025 zum ersten Mal auftauchten. Die Ermittler behaupten, dass eine organisierte Gruppe 460 Millionen Hrywnja beim Bau der exklusiven Cottage-Siedlung „Dinastija" in Kozyn in der Region Kiew gewaschen haben soll — vier Anwesen im Wert von bis zu zwei Millionen Dollar pro Stück. Nach Angaben des NABU stammten die Gelder teilweise aus Schemata im „Energoatom".

Ermak sowie sechs weitere Beteiligte, darunter der ehemalige Vizepremier Olexij Tschernyschow und der Geschäftsmann Timur Minditch, wird Absatz 3 des Artikels 209 des Strafgesetzbuches der Ukraine vorgeworfen: Geldwäsche von Vermögen, das auf kriminelle Weise erworben wurde, begangen von einer organisierten Gruppe in besonders großem Umfang. Die Strafe reicht von 8 bis 12 Jahren mit Vermögenseinzug.

„Die Mittel wurden in ausreichender Menge eingezahlt, aber wie viel verbucht wurde, ist derzeit unklar".

Anwalt von Ermak Igor Fomin — LIGA.net

Wer und wie viel

Bemerkenswert ist, dass die ersten Spenden in Hunderten von Hrywnja gemessen wurden — insbesondere 666 Hrywnja. Doch der Charakter der Spenden änderte sich schnell. Nach Angaben von „Schemy" waren bereits am 14. Mai die ersten 15 Millionen Hrywnja aufgebracht. Dann wurde das Bild deutlicher:

  • Sergij Rebrow, ehemaliger Cheftrainer der ukrainischen Nationalmannschaft, der im April 2026 zurücktrat, — 30 Millionen Hrywnja. Dem Journalisten Michajlo Tkatch zufolge war es Ermak, der einst Rebrows Rückkehr zur Trainerposition initiiert hatte.
  • Den Rest zahlten Rechtsanwälte — als Privatpersonen, nicht im Namen der Anwaltskammer.

Nach der Verhandlung sagte Ermak den Journalisten: „Ich war auf so etwas nicht vorbereitet und hoffe, dass Freunde mir helfen können". Es fehlen noch etwa 95 Millionen Hrywnja.

Wem nutzt das und warum jetzt

Die Festnahme Ermaks fand in einem Moment statt, in dem Präsident Selenskyj sich öffentlich nicht zu dem Fall äußert — mehrere Medien weisen darauf hin. Der Direktor des NABU, Semjon Krywonos, erklärte separat, dass der Präsident nicht involviert ist und nicht involviert war in den Materialien des Falls — aber die Tatsache einer solchen Klarstellung deutet an: Es gab Fragen. Das NABU nannte jedoch nicht den Besitzer der Residenz „R1" in „Dinastija" — und dies ist bereits zu einem separaten Thema im Mediendiskurs geworden.

Der EU-Botschafter reagierte verhalten positiv und nannte die Festnahme ein „Zeichen der Widerstandsfähigkeit der Antikorruptionsinstitutionen". Für Brüssel, das Kiew lange Zeit zu echten Antikorruptionsmaßnahmen aufgefordert hat, ist ein Verfahren gegen eine Person auf diesem Niveau ein Marker, keine Nebensache.

Ermaks Verteidiger schließt nicht aus, dass die volle Kautionssumme doch eingehen wird — nur mit einer technischen Verzögerung bei der Verbuchung. Aber wenn die 140 Millionen Hrywnja bis zum Ende des Wochenendes nicht zusammenkommen, hat das Gericht Grund, die Bedingungen der Sicherheitsmaßnahme in Richtung Verschärfung zu überprüfen.

Grundsätzliche Frage: Wenn die Kaution tatsächlich aufgebracht wird — hauptsächlich dank Ermaks persönlicher Beziehungen und nicht aufgrund öffentlicher Unterstützung — wird dies zu einem Argument der Ermittlungen werden, dass der Verdächtige ausreichende Ressourcen und Sozialkapital hat, um auf den Fall Einfluss zu nehmen?

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