Das Oberste Antikorruptionsgericht hat dem Volksdeputierten des Parlaments IX. Legislaturperiode Oleksandr Kachnyj eine Kaution von 3 Millionen Hrywnja auferlegt. Das OAKS nennt den Namen offiziell nicht, doch nach Angaben von Quellen der «Ukrainskaya Pravda» und Liga.net handelt es sich um ihn. Die Kaution muss innerhalb von fünf Tagen eingezahlt werden.
Was erwarb der Abgeordnete für die «nicht deklarierten» 13 Millionen
Nach Angaben des NABU und der SAP wurde Kachnyj in den Jahren 2020–2021 Eigentümer von Vermögenswerten im Gesamtwert von fast 13 Millionen Hrywnja — erheblich mehr als seine offiziellen Einkünfte zuließen. Die Ermittlungen identifizierten konkrete Objekte: ein Landhaus und ein Grundstück an der Schwarzmeerküste im Dorf Koblevo sowie eine Wohnung mit einer Fläche von 132,6 Quadratmetern im Zentrum Kiews. Die Anklageseite forderte eine strengere Maßnahme zur Sicherung; das OAKS erfüllte den Antrag nur teilweise und entschied sich für eine Kaution.
Wer ist Kachnyj und warum ist das Detail mit der Abstimmung wichtig
Kachnyj ist Abgeordneter der nach 2022 verbotenen Partei OPZJ, derzeit Mitglied der Fraktion «Plattform für Leben und Frieden» und Mitglied des Haushaltsausschusses der Werchowna Rada. Nach Angaben der Bewegung «Chesno» beschuldigte er vor der vollständigen Invasion den Westen der «Schürung» von Kriegsspannungen. Im Juli 2025 stimmte er «für» den Gesetzesentwurf Nr. 12414 — denselben Entwurf, der das NABU und die SAP vom Generalstaatsanwalt abhängig machen sollte. Das heißt, er stimmte für eine Einschränkung der Befugnisse jener Behörden, die ihm später selbst Vorwürfe erhoben.
«Die Ermittlungen haben ergeben, dass der Verdächtigte in den Jahren 2020–2021 Eigentümer von Vermögenswerten im Gesamtwert von fast 13 Millionen Hrywnja wurde, was die Höhe seiner offiziell deklarierten Einkünfte erheblich überstieg.»
— NABU
Kaution — kein Urteil, aber auch keine Kleinigkeit
3 Millionen Hrywnja — das ist nicht das Maximum: die Anklage forderte mehr. Gleichzeitig bedeutet die Kaution selbst: Das Gericht erkannte Risiken an, die ausreichend für eine Sicherungsmaßnahme sind. Die parlamentarische Immunität in NABU-Fällen wurde bereits 2020 durch Gesetz aufgehoben, daher gibt es keine verfahrensrechtlichen Hindernisse für die Fortführung des Verfahrens. Kachnyj behält sein Abgeordnetenmandat und seinen Platz im Haushaltsausschuss — und das ist eine separate Frage an die Werchowna Rada.
Sollte die Kaution innerhalb von fünf Tagen nicht eingezahlt werden, muss das Gericht über eine alternative Sicherungsmaßnahme — möglicherweise eine strengere — entscheiden. Wird die Rada eine Stellungnahme zur Anwesenheit des Verdächtigen im Haushaltsausschuss abgeben — oder wird das Schweigen selbst die Antwort sein?