Cashback und „Wintertausend": Wer erhält wirklich das Geld für die Armen?

Analysten berechneten: Eine minimale Überprüfung des Vermögensstatus von Sozialleistungsempfängern könnte Milliarden Hrywnja freisetzen. Doch die Regierung verteilt Gelder weiterhin an alle ohne Unterschied.

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Фото: depositphotos.com

Die Programme „eUnterstützung", Cashback für ukrainische Produkte und „Wintertausend" verbindet eines: Geld erhalten sowohl diejenigen, die es wirklich brauchen, als auch diejenigen, die ohne staatliche Hilfe auskommen könnten. Analysten mehrerer Wirtschaftsinstitute sind zu dem Ergebnis gekommen, dass die fehlende Zielgerichtetheit keine technische Nachlässigkeit, sondern ein systemisches Problem ist, das den Haushalt Milliarden kostet.

Es gibt eine Verifizierung. Aber sie ist minimal

Um eine Zahlung zu erhalten, genügt es, die Anwendung „Dija" zu haben und die formalen Kriterien zu erfüllen – zum Beispiel, eine binnenvertriebene Person zu sein oder einfach in einem bestimmten Zeitraum Bürger zu sein. Eine Überprüfung des tatsächlichen Vermögensstatus – Immobilien, Einlagen, Einkommen aus dem Ausland – findet entweder gar nicht statt oder wird mit großer Verzögerung durchgeführt.

Das Ergebnis ist vorhersehbar: Ein Teil der Zahlungen geht an Menschen, deren finanzielle Situation keine staatliche Unterstützung erfordert. Wie viel genau – es gibt keine genauen Daten, da es auch keine vollständige Prüfung gibt.

Was kostet das

Analysten nennen keine einheitliche Verlustziffer – die Methoden unterscheiden sich. Aber die allgemeine Schlussfolgerung ist gleich: Selbst eine grundlegende Querverweis-Prüfung von Registern (Steuern, Grundbesitz, Banken) würde es ermöglichen, die Ausgaben um hunderte Millionen und in einzelnen Programmen um Milliarden Hryvnia pro Jahr zu reduzieren.

Zum Vergleich: Das jährliche Budget des Programms für medizinische Garantien beträgt etwa 130 Milliarden Hryvnia. Geld, das „in die falsche Richtung" geht, ist keine Abstraktion, sondern konkrete Medikamente, Gehälter von Ärzten oder Zahlungen an diejenigen, die wirklich ihre Wohnungen verloren haben.

Warum geschieht das

Es gibt mehrere Erklärungen, und alle sind real. Erstens die politische Logik: Universelle Zahlungen sind leichter zu kommunizieren und rufen keinen sozialen Widerstand hervor. Zweitens das Technische: Die Register in der Ukraine sind immer noch schlecht miteinander integriert, und Daten über das Vermögen von Bürgern im Ausland sind praktisch unzugänglich. Drittens der militärische Kontext: In den Jahren 2022–2023 war die Geschwindigkeit der Programmumsetzung wichtiger als die Genauigkeit.

Aber jetzt – 2025. Und die Entschuldigung durch Geschwindigkeit klingt nicht mehr überzeugend.

Was schlagen Analysten vor

Das Rezept ist nicht revolutionär: Führen Sie eine Querverweis-Datenprüfung zwischen Registern vor der Zahlung durch, nicht danach. Legen Sie Vermögensgrenzen fest – zum Beispiel, schließen Sie Menschen mit deklariertem Grundbesitz über einem bestimmten Wert oder Einlagen über einem bestimmten Betrag aus den Programmen aus. Machen Sie die Ergebnisse der Verifizierung öffentlich, zumindest in aggregierter Form.

Keine dieser Maßnahmen ist technisch komplex. Politisch – das ist eine andere Sache.

Ein echter Konflikt

Das Problem liegt nicht darin, dass Beamte nichts von der mangelnden Zielgerichtetheit wissen. Das Problem besteht darin, dass die Zahl der Leistungsempfänger zu reduzieren immer der Verlust und die Unzufriedenheit von jemandem bedeutet. In Kriegszeiten, wenn die öffentliche Unterstützung kritisch wichtig ist, entscheidet sich die Regierung dafür, nicht unnötig zu reizen.

Aber diese Logik hat ihren Preis. Jede Hryvnia, die in die falsche Richtung geflossen ist, ist eine Hryvnia, die jemand anderem gefehlt hat.

Die Frage ist nicht, ob man technisch Zielgerichtetheit einführen kann – das kann man. Die Frage ist, ob die Regierung bereit ist, dies zu tun, bevor internationale Partner die Überprüfung von Sozialausgaben als Bedingung für weitere Finanzierung zur Bedingung machen.

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