Im Herbst 2023 wurde die Ehefrau eines Beamten der Staatlichen Migrationsdienste in Chmelnytzkyj Eigentümerin eines Komplexes mit einer Fläche von über 900 Quadratmetern in der Siedlung Tschornyi Ostriv — ein Geschäft, ein Café, Büros und eine Wohnwohnung. Als es Zeit wurde, die jährliche Erklärung für 2024 einzureichen, erschien dieses Objekt darin nicht.
Das DBR teilte dem Beamten einen Verdacht mit — er war gleichzeitig in der DMU tätig und war Abgeordneter des Ortsrats von Tschornyi Ostriv. Beide Positionen verpflichten zur Deklaration.
«Bei der Ausfüllung der Erklärung beschloss der Beamte, diesen Wert zu verbergen, da er verstand, dass er nicht den tatsächlichen Einkünften und dem Gesamtvermögen des Ehepaares entsprach».
— DBR, offizielle Mitteilung
Wie es funktioniert: die Ehefrau als rechtlicher Puffer
Das Schema ist nicht neu. Vermögen wird auf ein Familienmitglied angemeldet, und der Erklärende «vergisst», es anzugeben. Doch das Gesetz verpflichtet zur Angabe von Vermögenswerten von Familienmitgliedern — unabhängig davon, auf wessen Namen sie registriert sind. Die Quadratmeter wurden in Betrieb genommen und offiziell auf 13,7 Millionen Hrywnja bewertet — eine Zahl, die automatisch in der Erklärung hätte erscheinen müssen.
Der Beamte unterzeichnete die Erklärung mit einer qualifizierten elektronischen Signatur über die Website der NASK — das heißt, er beglaubigte ihre Richtigkeit persönlich und völlig bewusst.
Chmelnytzkyj ist keine Ausnahme
Nach Angaben der NASK entdeckte die Behörde allein im Juni 2025 Verstöße in Erklärungen im Wert von knapp 243 Millionen Hrywnja. Im August wurde bekannt, dass ein Fall eines anderen Exbeamten der DMU vor Gericht gebracht wurde — wegen falscher Deklaration bereits von über 83 Millionen Hrywnja. Das Bild ist systemisch: Der Migrationsdienst mit seinem Zugang zu Dokumenten und engen Verbindungen zur Immobilienwirtschaft steht regelmäßig im Zentrum solcher Fälle.
- Die Vorermittlungen führt die Gebietsverwaltung des DBR in Chmelnytzkyj.
- Die operative Unterstützung — die operative Abteilung derselben Verwaltung.
- Der Verdacht wurde mitgeteilt; die Sache ist noch nicht vor Gericht eingereicht.
Was kommt als nächstes
Ein Verdacht ist ein Anfang, kein Urteil. Die Schlüsselfrage ist jetzt: Wird die Ermittlung die Herkunft der Gelder für den Kauf oder die Konstruktion des Komplexes ermitteln. Falls sich herausstellt, dass 13,7 Millionen Hrywnja nicht durch ein legales Einkommen des Ehepaares erklärt werden können — wird die Sache in eine andere rechtliche Dimension übergehen, in der es nicht um Deklaration gehen wird, sondern um ungerechtfertigte Vermögenswerte. Das ist genau das, was formale Verfahren von echten Korruptionsbekämpfungsergebnissen unterscheidet.