Neue 15%-Zölle der USA: Wem sie nützen, wem sie schaden — Folgen für Verbündete und die Ukraine

Trump ersetzte die aufgehobenen IEEPA-Zölle durch eine einheitliche Abgabe von 15 % — laut einer Untersuchung von Global Trade Alert profitieren Brasilien und China am meisten, während die traditionellen Partner der USA am stärksten verlieren. Wir erklären, warum das für den ukrainischen Export und die wirtschaftliche Sicherheit wichtig ist.

34
Aktie:
Дональд Трамп. Фото: Francis Chung / EPA

Was passiert ist

Am 20. Februar 2026 kippte der Oberste Gerichtshof der USA die Zölle, die auf Grundlage des International Emergency Economic Powers Act (IEEPA) verhängt worden waren. Als Reaktion führte die Regierung von Donald Trump stattdessen eine einheitliche zusätzliche Zollabgabe auf Grundlage von Section 122 des Trade Act von 1974 ein. Anfangs lag der Satz bei 10 %, am nächsten Tag wurde er auf 15 % erhöht. Das neue Regime trat am 24. Februar 2026 in Kraft und gilt für 150 Tage, sofern der Kongress es nicht verlängert.

"Die Analyse von Global Trade Alert zeigt: Der Wechsel zu einer einheitlichen Abgabe von 15% verschiebt die Handelsgewinne zugunsten der Länder, die zuvor Vorteile oder einen starken Export in die USA hatten."

— Global Trade Alert, Analysebericht

Wem es nützt — die wichtigsten Zahlen

Laut Schätzungen von Global Trade Alert profitiert am meisten Brasilien — der durchschnittliche Zollsatz für das Land sinkt um 13,6 Prozentpunkte. Es folgen China (−7,1 Prozentpunkte) und Indien (−5,6 Prozentpunkte). Ebenfalls im Plus sind Hersteller aus Vietnam, Thailand und Malaysia — jene, die die Regierung Trump zuvor wegen ihres Handelsüberschusses mit den USA kritisiert hatte.

Wer verliert — Verbündete unter Druck

Die traditionellen Partner der USA werden den stärksten Schlag spüren. Für Großbritannien wird der durchschnittliche Zollsatz um 2,1 Prozentpunkte steigen, für Italien um 1,7 Prozentpunkte, für Singapur um 1,1 Prozentpunkte. Für die EU, die sich auf einen Satz von 15% geeinigt hat, beträgt der Gesamtzuwachs etwa 0,8 Prozentpunkte. Bei dem neuen Satz von 15% würde der gewichtete Durchschnittszoll in den USA 13,2% betragen — im Vergleich zu 15,3% vor der Gerichtsentscheidung und 8,3% in der Zeit nach Aufhebung der IEEPA-Zölle.

Was das für die Ukraine bedeutet

Für die meisten ukrainischen Waren galt zuvor ein Satz von 10%, jetzt wurde für sie ein Satz von 15% festgelegt — die Untersuchung von Global Trade Alert nennt keinen durchschnittlichen Zollsatz speziell für die Ukraine, doch die Erhöhung des Satzes für eine Reihe von Waren ist offensichtlich. Das hat direkte wirtschaftliche und strategische Bedeutung: erhöhte Zölle verringern die Wettbewerbsfähigkeit ukrainischer Exporte in den USA und schwächen die Möglichkeiten, während des Kriegs Märkte auszubauen.

Warum das wichtig ist: Die Änderung der Zolllogik ist nicht bloß eine Rechenübung. Die einheitliche 15%-Abgabe löscht Ausgleichseffekte, die zuvor zugunsten von Ländern mit strengeren sektoralen Beschränkungen wirkten, und fördert die Umverteilung globaler Lieferketten zugunsten derjenigen, die bereits Wettbewerbsvorteile auf dem amerikanischen Markt haben.

"Der Wechsel zu einer einzigen zusätzlichen Abgabe verändert die Spielregeln: Einige Länder erhalten Zoll-'Rabatte', andere sehen sich neuen Barrieren für ihre Exporte gegenüber. Für Staaten, die von Exportmärkten abhängig sind, ist das eine Frage der wirtschaftlichen Sicherheit."

— Analysten von Global Trade Alert und Beobachter des internationalen Handels

Folgen und was die Ukraine tun sollte

Kurzfristig: steigende Zölle für einen Teil ukrainischer Waren bedeuten Druck auf die Einnahmen der Exporteure und einen möglichen Verlust von Marktanteilen in den USA. Mittelfristig und langfristig: Es besteht das Risiko einer weiteren Umorientierung von Lieferketten hin zu Ländern, die vom 15%-Regime profitieren — das verschärft den Wettbewerb in den Segmenten, in denen wir während des Kriegs Exporte ausbauen.

Empfohlene Schritte: die Diplomatie in Bezug auf Ausnahmen und vorübergehende Präferenzen intensivieren, Entschädigungen oder Schutzmechanismen für kritische Sektoren suchen, die Diversifizierung der Märkte beschleunigen sowie Investitionen in die Qualitäts- und Logistikverbesserung von Exporten vorantreiben.

Fazit

Diese Zolländerung ist nicht einfach ein Punkt im Handelsbulletin der USA. Sie verändert die Machtverhältnisse im Welthandel und schafft sowohl Chancen als auch Risiken für die Ukraine. Solange die internationalen Diskussionen andauern, besteht unsere zentrale Aufgabe darin, die neuen Regeln in einen politischen und wirtschaftlichen Vorteil zu verwandeln — und nicht in ein weiteres Hindernis für den Export.

Weltnachrichten