Senat kritisiert Trump wegen des Abbaus von Sanktionen gegen Russland — was das für den Druck auf den Kreml bedeutet

Im vierten Kriegsjahr haben die USA Sanktionen nur gegen zwei russische Unternehmen verhängt, während die EU und Partner ihre Listen ausgeweitet haben. Wir erklären, warum das für die Verhandlungsposition des Westens und die Sicherheit der Ukraine wichtig ist.

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Скотт Бессент на слуханнях в банківському комітеті Сенату (Фото: EPA / WILL OLIVER)

Leiser Politikwechsel mit lauten Folgen

Im Jahr 2025, nach dem Amtsantritt von Donald Trump als Präsident, fuhren die Vereinigten Staaten den Sanktionsdruck auf Russland faktisch zurück, stellten Vertreter der Demokratischen Partei während einer Anhörung im Bankenausschuss des US-Senats fest. Innerhalb eines Jahres verhängte die Administration Beschränkungen nur gegen zwei Akteure — Роснєфть und Лукойл — während die Europäische Union ihre Sanktionslisten um fast 900 Namen erweiterte.

Was genau im Senat gesagt wurde

Die Demokraten im Ausschuss betonten: die Verzögerung bei der Umsetzung eines zentralen Sanktionspakets — um acht Monate — habe Russland Möglichkeiten eröffnet, Beschränkungen zu umgehen und seine Verhandlungsposition zu stärken. Ihrer Ansicht nach verlieren die USA ohne systematische Anwendung von Sanktionen Einflusshebel, wodurch das Risiko steigt, dass diplomatische Verhandlungen zugunsten des Kremls verlaufen.

„Warum hat der Präsident, wenn er ernsthaft die bestmögliche Friedensvereinbarung anstrebt, den Sanktionshebel verkommen lassen?“

— Vertreter der Demokratischen Partei, Bankenausschuss des US-Senats

Position der Administration und Argumente des Finanzministeriums

Finanzminister Скотт Бессент räumt ein: Die im Oktober verhängten Sanktionen gegen Роснєфть und Лукойл seien „die größte Errungenschaft“ der Administration gewesen, denn nach seinen Angaben hätten gerade sie die Russen an den Verhandlungstisch gezwungen. Gleichzeitig erklärte er, dass ein Paket mitunter für ausreichend gehalten werde, und fügte hinzu, dass künftige Schritte vom Verlauf der Friedensverhandlungen abhängen würden.

„Wir werden sehen, wie die Friedensverhandlungen verlaufen.“

— Скотт Бессент, Finanzminister der USA

Was versäumt wurde und warum das wichtig ist

In dem Bericht der senatorischen Demokraten werden potenzielle Sanktionsziele aufgelistet, die die Administration nicht anfasste: mehr als 130 Unternehmen in China und Hongkong, die angeblich an der Lieferung verbotener Chips nach Russland beteiligt sind; außerdem werden Banken aus Zentralasien und eine Reihe von Firmen genannt, die bereits von der EU und Großbritannien sanktioniert werden. Unterdessen haben Großbritannien und Australien große Sanktionspakete veröffentlicht — jeweils rund 300 bzw. 180 Einträge.

Folgen für die Ukraine und wie es weitergeht

Die Einordnung dieser Geschichte ist für die Leserschaft wichtig: Sanktionen sind nicht nur Strafe, sondern ein Sicherheitsinstrument. Wenn die USA dieses Instrument nicht systematisch einsetzen, verlieren Partner die Koordination, und Russland findet Schlupflöcher, um Beschränkungen zu umgehen. Das erschwert die Verhandlungsposition der Ukraine und verringert die Forderungen, die die Welt dem Kreml gegenüber durchsetzen kann.

Nun sind die Partner am Zug: Werden sie offizielle Erklärungen und Analysen in konkrete, koordinierte Schritte umsetzen? Davon hängt ab, wie wirksam das Sanktionsinstrumentarium als Barriere gegen den Aggressor bleibt.

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