Mehr Drohnen – mehr Verluste. Palisa erklärte die Mechanik des Anstiegs der russischen Verluste

Die Ukraine hat den Einsatz von Kampfdrohnen verstärkt und verfügt nun über einen allgemeinen Vorteil gegenüber dem Gegner — doch die Kursk-Operation zeigte, dass ein lokaler Vorteil bei faseroptisch gesteuerten Drohnen bereits das Kampfergebnis entschied.

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Військовий з дроном (Ілюстративне фото: Генштаб)

Der stellvertretende Leiter des Präsidentenbüros Pawlo Paliса nannte in einem Interview mit RBK-Ukraine die verstärkte Nutzung von Angriffsdrohnen einen der Schlüsselfaktoren für den Anstieg der Verluste der russischen Armee. Dies ist keine bloße Erklärung — es ist eine Schlussfolgerung aus einer konkreten Analyse von Operationen.

Von der Parität zum Vorteil

Nach Angaben von Paliса war die Ukraine in der ersten Hälfte 2024 noch weit entfernt von einer Parität mit Russland bei der Nutzung von Angriffsdrohnen vom Typ FPV. Genau in dieser Zeit wurde ein drastischer Anstieg ihrer Nutzung durch den Gegner verzeichnet, was sich direkt auf das Tempo des russischen Vormarschs entlang der Frontlinie auswirkte.

Die Situation hat sich geändert. Nach Palисas Bewertung hat die Ukraine nun einen Gesamtvorteil bei der Nutzung von Angriffsdrohnen — wenn man die Gesamtbilanz entlang der Front betrachtet.

Die Lektion von Kursk: Glasfaser als taktisches Argument

Paliса befasste sich speziell mit der Analyse der russischen Gegenoffensive in Richtung Kursk. Dort hatte der Gegner einen erheblichen Vorteil bei Glasfaserdrohnen — kabelgebundene FPV-Drohnen, die von keinem EW-System gestört werden.

«Dies hat teilweise das für sie notwendige Ergebnis gewährleistet»

Pawlo Paliса, stellvertretender Leiter des Präsidentenbüros, im Interview mit RBK-Ukraine

Dieses Eingeständnis ist bedeutsam: nicht die Anzahl, nicht die Luftfahrt — sondern ein spezifischer Drohnentyp in einem spezifischen Gebiet tippte die taktischen Waagschalen. Glasfaser-FPV hängen nicht von Funkverbindung ab, daher sind elektronische Kampfsysteme dagegen unwirksam. Russland verstand dies und setzte diese Drohnen in der Region Kursk früher ein, als die Ukraine symmetrisch antworten konnte.

Was sich an der Front geändert hat

Nach Angaben des CSIS hat Russland seit Februar 2022 etwa 1,2 Millionen Soldaten verloren, wovon etwa 415.000 im Jahr 2025 waren. Das ISW verzeichnete Fälle, in denen ein Angriff mit etwa 500 Personen den Gegner bis zu 405 Verluste pro Tag kostete. Die Vormarschgeschwindigkeit liegt dabei zwischen 15 und 70 Metern pro Tag.

Nach einer Analyse des CEPA hat sich Russland im Laufe des Jahres 2025 angepasst: verlegte Ausrüstung, Artillerie und Kommandostellen außerhalb der Reichweite der meisten ukrainischen Kurzstreckendrohnen — etwa 15–20 km von der Frontlinie entfernt. Gleichzeitig erweitert die Ukraine ihre Fernkampfkomponente: im Sommer 2025 trafen Drohnen russische Ölraffinerien in einer Entfernung von über 1800 km.

  • FPV-Drohnen — dominieren in der Zone des unmittelbaren Kontakts, wirksam gegen Infanterie und leichte Fahrzeuge
  • Glasfaserdrohnen — unempfindlich gegen EW, Russland setzte sie systematisch in der Region Kursk ein
  • Fernkampf-Angriffsdrohnen — treffen Logistik, Treibstoff und Infrastruktur tief im Hinterland

Was das bedeutet

Paliса spricht nicht von einem Wendepunkt — er beschreibt den Mechanismus. Wenn der Vorteil in einem bestimmten Drohnentyp in einem bestimmten Gebiet bereits das Ergebnis der Operation in Kursk bestimmte, dann geht es nicht um die allgemeine Balance der Drohnen, sondern darum, wer den benötigten Typ schneller am benötigten Ort einsetzt.

Wenn die Ukraine das Produktionstempo von Glasfaser-FPV beibehält und die Lücke schließt, die Russland in Kursk ausgenutzt hat — wird sich dann nicht nur die Verluststatistik ändern, sondern auch die Dynamik in den spezifischen Bereichen, wo der Druck derzeit am stärksten ist?

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