Nach Ungarn – wer kommt als Nächster: Tschalyj deutete auf für Moskau anfällige Staaten in der EU hin

Orbáns Niederlage beseitigt einen der Schlüsselhebel des Kremls in der Europäischen Union, löst aber das eigentliche Problem nicht: Russland könnte seine Einflussnetzwerke auf andere Länder mit „sowjetischem Erbe" verlagern.

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Валерій Чалий (Скриншот з відео LIGA.net)

Am 12. April 2026 erzielte die Partei „Tisza" von Peter Magyars 69,35 % der Stimmen und eine verfassungsmäßige Mehrheit von 138 Mandaten von 199 — gegenüber 27,64 % für Fidesz von Viktor Orbán. Die sechzehnjährige Herrschaft des ungarischen Premierministers endete. Für die Ukraine bedeutet dies das Verschwinden des größten systematischen Blockierers von Entscheidungen der EU und der NATO.

Doch der Diplomat und Vorstandsvorsitzende des Ukrainischen Krisenmedienzentrums Valeriy Chaly warnt: Die Beseitigung eines Knotenpunkts löst nicht das ganze Netzwerk auf.

„In letzter Zeit gibt es in Europa sehr viele Berichte, dass sehr viel der russischen Agenten nach Budapest verlegt wurde"

Valeriy Chaly, ehemaliger Botschafter der Ukraine in den USA, in einem Interview mit LIGA.net

Nach seinen Aussagen bleiben anfällig Staaten, auf deren Territorium einst die Sowjetunion tätig war — vor allem jene, in denen sowjetische institutionelle Reflexe noch bestehen oder wo es ein aktives prorussisches Publikum gibt. Chaly ist der Ansicht, dass Russland mit Orbáns Niederlage die Strategie der Destabilisierung der EU nicht aufgeben wird — es wird einfach auf andere Einstiegspunkte umschalten.

Wo Moskau nach neuen Hebeln suchen wird

Nach dem 12. April zeigen Analytiker und Diplomaten einstimmig auf einen Namen: Slowakiens Premierminister Robert Fico. Die Publikation Politico nennt ihn „den offensichtlichsten Nachfolger von Orbáns Werk": Er hat bereits versucht, Sanktionen gegen Russland zu blockieren und drohte mit einem Veto gegen einen EU-Kredit für die Ukraine in Höhe von 90 Milliarden Euro. Allerdings merkt Bloomberg an — nachdem Orbán gefallen ist, wird Fico wahrscheinlich vorsichtiger sein: Das Risiko, den Zugang zu EU-Mitteln zu verlieren, ist zu groß.

Unter anderen potenziellen „Verderber" werden in Politico auch der tschechische Anführer Andrej Babiš, der sich für eine Kürzung der Hilfe für die Ukraine aussprach, der Bulgare Rumen Radev, der Russlands Verantwortung für die Aggression bestreitet, und der Slowene Janez Janša aufgeführt — obwohl letzterer die Mitgliedschaft der Ukraine in der EU unterstützt.

Warum das „Netzwerk" wichtiger ist als jeder einzelne Orbán

Die von Bloomberg vor der Wahl veröffentlichte Offenlegung von Orbáns Gesprächen mit Putin und den Verhandlungen des Ministers Szijjártó mit Lawrow bestätigte: Es ging nicht um Sympathie für Russland, sondern um systemische Zusammenarbeit. Diese Information führte Analysten zufolge zum Zusammenbruch der Wahlkampagne von Fidesz — die Ungarn stimmten dagegen, selbst dort, wo Orbán sicher auf Unterstützung zählte.

Doch dieselben Technologien — Ausweitung der Agentenpräsenz, Desinformation, Nutzung lokaler prorussischer Netzwerke — sind nicht verschwunden. Der Leiter des Instituts für Weltpolitik Viktor Shlinchak bemerkt, dass die Wahlen in Ungarn „einen der Destabilisierungsfaktoren minimiert haben", stellt aber bereits die Frage: „Wir werden sehen, wie sich nun die Slowakei verhalten wird".

Wenn Fico sich unter dem Druck des Finanzrisikos durch die EU wirklich zurückhält — wird dies der erste echte Test dafür sein, ob der „Madyar-Effekt" auch außerhalb Ungarns abschreckende Kraft hat. Und wenn nicht — wird der Weg der russischen Agenten von Budapest nach Bratislava kürzer sein, als es scheint.

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