«Der Roboter blutet nicht» — aber die Infanterie hält die Position trotzdem

Lew Paschko, Stabschef der 12. Brigade "Asow", erklärte auf dem Ground Truth Symposium in Washington, warum UAVs ein "Arbeitstier" bleiben und keine Lösung für Soldaten sind. Parallel dazu: Rekordhalter sind 45 Tage Kampfeinsatz von unbemannten Bodenfahrzeugen an der Front ohne einen einzigen Soldaten in der Nähe.

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Ілюстративне фото: Генштаб ЗСУ

Zu Beginn des Jahres 2025 berichteten die Streitkräfte der Ukraine von einem Präzedenzfall: Eine bodengestützte unbemannte Plattform mit Maschinengewehr hielt eine Position im Osten des Landes 45 Tage hintereinander — sie wurde alle 48 Stunden nachgeladen und gewartet. «Nur das UGV-System war auf der Position präsent. Das Konzept ist einfach: Roboter bluten nicht», kommentierte Mykola Zinkevych aus dem Dritten Armeekorps nach Angaben des Atlantic Council.

Genau dieser Fall bildete den Kontext für eine Diskussion auf dem Ground Truth Symposium im Kapitol, wo ukrainische Militärs auf amerikanische Verteidigungsexperten trafen. Und genau dort stoppte der Chef des Stabes der 12. Spezialeinheit «Asow» Lew Paschko die Logik, die dieser Fall provoziert.

«Wenn eine Einheit effektiv ist — muss sie aktiv handeln. Wenn die Besatzer in eine Zone eindringen, wo eine Gruppe arbeiten kann, schafft das Kommando die Bedingungen — und die Infanterie rückt aus, um den Feind zu vernichten, Positionen zurückzuerobern. Das UGV übernimmt die gefährlichste Arbeit. Aber letztendlich entscheidet die Infanterie».

Lew Paschko, Chef des Stabes der 12. Brigade «Asow», Ground Truth Symposium

Nach seinen Aussagen erfüllt der bodengestützte Roboter-Komplex auf dem ukrainischen Schlachtfeld die Rolle eines «Hilfsarbeiters» — jemanden, den man dorthin schickt, wohin man keine Menschen schicken kann:

  • Logistik unter Feuer. Versorgung von Munition zu Positionen, die kein Fahrzeug erreichen kann.
  • Evakuierung von Verwundeten. Abtransport von Soldaten unter dichtem Beschuss.
  • Kamikaze. Bodengestützte Plattformen zur Vernichtung feindlicher Stützpunkte.

Parallel dazu — eine Zahl, die erklärt, warum die Diskussion überhaupt entstanden ist: Nach Angaben der BBC wurden im November 2025 bis zu 90% der Versorgung zu den Vorderpositionen bei Pokrowsk genau von UGVs durchgeführt. Das Verteidigungsministerium der Ukraine berichtet von einer Übererfüllung aller Pläne zur Versorgung mit UGVs im Jahr 2025 und kündigt weitere Steigerungen an.

Das heißt, die Technologie wird schneller skaliert, als die Doktrin für ihren Einsatz entwickelt wird. Paschko erkennt dies offen an: «Ich bin überzeugt, wir wissen noch nicht alles über den richtigen Einsatz von bodengestützten Roboter-Komplexen».

Bemerkenswert ist, dass dasselbe Symposium eine andere Spannung dokumentierte: Ukrainische Entwickler präsentieren Systeme der Funkaufklärung für 2 000 Dollar — dort, wo das amerikanische Äquivalent bis zu 15 Millionen Dollar kostet, wie LIGA.net berichtet. Für das Pentagon ist dies nicht nur Begeisterung — das ist eine Herausforderung für das Beschaffungsmodell.

Falls die Ukraine im Jahr 2026 wirklich zur industriellen Herstellung von UGVs in den deklarierten Mengen übergeht — wird die Schlüsselfrage nicht sein, ob der Roboter den Infanteristen ersetzen wird, sondern ob die Anwendungsdoktrin sich bildet, bevor die Technik erneut diejenigen überholt, die sie bedienen.

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