Die EU hat einen sechsten Verhandlungscluster mit der Ukraine eröffnet – vier andere werden weiterhin von Ungarn blockiert

Am 14. Juli startete eine Regierungskonferenz offiziell Verhandlungen über Außenpolitik, Sicherheit und Verteidigung. Die Eröffnung des sechsten Clusters fand vor dem Hintergrund statt, dass Ungarn die Eröffnung der Cluster 2–5 gestoppt hat.

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Марта Кос (Скриншот з відео)

Die zwischenstaatliche Konferenz EU-Ukraine vom 14. Juli eröffnete offiziell das sechste Verhandlungscluster — «Außenbeziehungen». Es umfasst gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik, Verteidigungszusammenarbeit, Bekämpfung hybrider Bedrohungen, internationalen Handel, humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit.

Dies ist bereits die dritte Konferenz in diesem Format innerhalb eines Monats: Das erste Cluster stimmten alle 27 Mitgliedstaaten am 15. Juni zu. Das sechste Cluster gilt als eines der strategischsten im Beitrittsprozess, da es die Integration des Landes in die gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der EU bestimmt.

Was im Cluster enthalten ist

Nach Angaben des Vizepremiers für Europäische Integration Taras Kachka umfasst das Cluster die gemeinsame Sicherheits- und Verteidigungspolitik, Handel, humanitäre Hilfe und Entwicklungszusammenarbeit sowie die Annäherung der Ukraine an die gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik der EU. In der Praxis bedeutet dies die Synchronisierung von Positionen in der Sanktionspolitik, die Kontrolle von Waffenexporten und bilaterale Abkommen mit dritten Ländern.

EU-Kommissarin für Erweiterung Marta Kos betonte auf einer Pressekonferenz in Brüssel: Die künftige Sicherheitsarchitektur des Kontinents ist ohne die Ukraine undenkbar. Nach Aussagen von Außenminister Andrij Sybiha erreichte der Grad der Zustimmung der Ukraine zu außenpolitischen Erklärungen und Beschlüssen der EU im Jahr 2024 95 % und in den ersten Monaten 2025 100 %.

«Cluster 6 ist besonders wichtig im gegenwärtigen globalen Sicherheitsumfeld. Wir haben uns auf diese offizielle Entscheidung gefreut»

Taras Kachka, Vizepremier für Europäische Integration

Eröffnung des Clusters ≠ Beginn substantieller Verhandlungen

Die Eröffnung eines Clusters ist ein formaler Start, keine abschließende Vereinbarung. Nach der formalen Eröffnung jedes Clusters legt die EU so genannte opening benchmarks fest — konkrete Bedingungen, in der Regel institutionelle Reformen. Erst nach deren Erfüllung gilt das Kapitel als offen für substantielle Verhandlungen. Für das sechste Cluster hat die Europäische Kommission die Liste dieser Bedingungen noch nicht öffentlich bekannt gegeben.

Die Europäische Kommission bestätigte, dass die Ukraine die Bedingungen für die Eröffnung der Cluster 1, 6 und 2 erfüllt hat und erwartet, dass Kiew die Anforderungen für die übrigen drei erfüllt.

Ungarn: keine Blockade, sondern «Pause»

Das sechste Cluster wurde ohne Widerspruch eröffnet — aber vier andere (2, 3, 4, 5) bleiben geschlossen. Nach Angaben einer dem Verhandlungsprozess nahe stehenden Quelle gibt es derzeit einen Konsens von 26 Mitgliedstaaten gegen die Position Ungarns zur Eröffnung aller Cluster, aber Budapest behauptet, dass es nicht blockiert, sondern nur vier Cluster «auf Pause» gesetzt hat.

Ungarns neuer Premierminister Peter Madár stimmte insgesamt der Eröffnung des ersten Clusters zu, bestand jedoch darauf, die Formulierung über den Beitritt der Ukraine «so schnell wie möglich» aus dem Text zu entfernen. Danach erklärte er, dass die gleichzeitige Eröffnung aller sechs Cluster «verfrüht» wäre und ein falsches Signal an die Länder des Westlichen Balkans senden könnte.

  • Geöffnet: Cluster 1 (Grundlagen) — 15. Juni; Cluster 6 (Außenbeziehungen) — 14. Juli
  • Blockiert: Cluster 2, 3, 4, 5 — Ungarn unterzeichnete nicht das gemeinsame Schreiben im Namen der 27 Mitgliedstaaten
  • Nächster Schritt: Rat der EU für allgemeine Angelegenheiten — voraussichtlich im Juli

Falls Ungarn seine «Pause» im Rat der EU noch im Juli aufhebt, wird sich das Verhandlungstempo als beispiellos erweisen — vier Cluster in einem Monat. Falls nicht, wird die Frage nach dem Unterschied zwischen «Pause» und Blockade zu einem rein rhetorischen Problem.

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