Musk wollte OpenAI an Kinder übergeben — Altman nannte dies einen "Moment, der mir die Haare zu Berge stehen ließ"

Am Bundesgericht in Oakland berichtete Sam Altman, wie Elon Musk 2017 vorgeschlagen hatte, OpenAI seinen Kindern zu vererben – und warum dies die Gründer genau davon abhielt, ihm die Kontrolle über das Unternehmen zu geben. Es geht um mehr als 130 Milliarden Dollar und einen zukünftigen Börsengang.

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Ілон Маск (Фото: Depositphotos)

Bundesgericht in Oakland, Kalifornien. Dritte Woche des Prozesses Musk v. Altman. OpenAI-Geschäftsführer Sam Altman sagt fast vier Stunden aus — und der hitzigste Moment dreht sich nicht um Geld, sondern um das Vermächtnis.

«Vielleicht geht OpenAI an meine Kinder»

2017. Die Gründer von OpenAI streiten darüber, wie sie Finanzierungen für immer teurere KI-Forschung beschaffen können. Musk besteht auf der Gründung einer kommerziellen Struktur unter seiner vollständigen Kontrolle. Jemand im Raum stellt eine einfache Frage: Was passiert mit dem Unternehmen, wenn er stirbt, während er an der Macht ist?

«Vielleicht sollte OpenAI an meine Kinder gehen».

— Elon Musk, nach Altmans Aussage vor Gericht (TechCrunch, 12. Mai 2026)

Altman nannte dies einen «particularly hair-raising moment» — einen Moment, der ihm die Haare zu Berge stehen ließ. Genau dann, sagt er, wurde klar: Musk die Kontrolle über eine Organisation zu geben, deren Aufgabe es ist, AGI im Interesse der gesamten Menschheit zu entwickeln, war inakzeptabel.

Was ist dieser Prozess und warum ist er wichtig?

Musk reichte 2024 Klage ein. Seine Argumentation: Er spendete OpenAI 38 Millionen Dollar als gemeinnützige Organisation, doch die Gründer — Altman und Unternehmenspräsident Greg Brockman — brachen ihre Verpflichtungen, indem sie sie zu Gunsten ihrer persönlichen Bereicherung in eine kommerzielle Struktur umwandelten. Nach Angaben von CNN fordert Musk die Rückzahlung von über 130 Milliarden Dollar an die gemeinnützige Abteilung, den Rücktritt von Altman und Brockman sowie die Rückgängigmachung der Umstrukturierung.

Sollte das Gericht der Klage stattgeben, könnte der für Ende 2026 geplante Börsengang von OpenAI mit einer Bewertung von etwa 1 Billion Dollar in Frage gestellt werden.

Altman: «Musk versuchte, das Unternehmen zu zerstören»

Vor Gericht wies Altman Musks These vom «Raub einer gemeinnützigen Organisation» zurück:

«Wir haben einen der größten Wohltätigkeitsfonds der Welt geschaffen. Dieser Fonds leistet unglaubliche Arbeit und wird noch mehr leisten».

— Sam Altman, Bundesgericht Oakland (TechCrunch)

Nach Altmans Aussage strebte Musk «totale Kontrolle» über jede kommerzielle Struktur von OpenAI mit dem Versprechen an, diese allmählich zu verringern — aber die Gründer glaubten nicht, dass dies tatsächlich geschehen würde. Darüber hinaus sagte Altman aus, dass Musk Schlüsselforscher «demotivierte», indem er ihre Leistungen öffentlich bewertete — und dass sein Ausscheiden 2018 die Moral des Teams faktisch erhob. Wie NPR berichtet, sagte Altman auch: «Musk versuchte, das Unternehmen zu zerstören» — indem er einen Konkurrenten xAI gründete, versuchte, Mitarbeiter abzuwerben und sich, wie Altman behauptet, an «Geschäftseinmischung» beteitigte.

Was sagt die andere Seite?

Musks Anwälte konzentrierten sich auf eine spezifische Tatsache: Der gemeinnützige Fonds von OpenAI hatte trotz Vermögenswerte in Höhe von etwa 200 Milliarden Dollar bis Anfang 2026 keinen einzigen fest angestellten Mitarbeiter. Verwaltungsratsvorsitzender Brett Taylor erklärte die Verzögerung mit der technischen Komplexität der Umwandlung von OpenAI-Aktien in Bargeld — ein Problem, das erst bei der Umstrukturierung 2025 gelöst wurde. Musk gab auch vor Gericht zu, dass xAI eine Distillation-Technik auf Basis von OpenAI-Modellen nutzt — was die Anwälte des Klägers als Beweis für unlauteren Wettbewerb zu nutzen versuchen.

Ein Schlüsselzeuge für beide Seiten wurde Shivon Zilis — ehemaliges Mitglied des OpenAI-Verwaltungsrats und Mutter von vier Kindern Musks — die an kritischen sechswöchigen Verhandlungen über die Unternehmensstruktur beteiligt war.

Zeitleiste der wichtigsten Ereignisse

  • 2015 — Musk, Altman und Brockman gründen OpenAI als gemeinnützige Organisation
  • 2017 — Streit über Kontrolle; Moment mit «Vermächtnis für Kinder»
  • 2018 — Musk tritt aus dem Verwaltungsrat von OpenAI aus und gründet xAI
  • 2024 — Musk reicht Klage ein
  • 2025 — Umstrukturierung von OpenAI; Fonds erhält endlich fest angestellte Mitarbeiter
  • Mai 2026 — Prozess in Oakland; abschließende Argumente sind für Donnerstag geplant

Richterin Yvonne Gonzalez Rogers und die beratende Jury werden nach den abschließenden Reden in der nächsten Woche ein Urteil fällen. Sollte das Gericht entscheiden, dass Treupflichten verletzt wurden, wird die Frage, wer diese Organisation wirklich «gestohlen» hat, nicht mehr akademisch sein: Sie wird einen konkreten Preis von über 130 Milliarden Dollar und konkrete Beklagte haben.

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