500 Millionen Dollar für ein überflutetes Dorf: Was hinter dem Wasserkurort-Projekt in Bakota steckt

Der Entwickler „Superposition" kündigte ein großes Resort am Dnister-Stausee an – doch hinter der schönen Summe von einer halben Milliarde Dollar stehen bislang nur Land, Ambitionen und die Erfahrung eines unvollendeten Karpatenprojekts.

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Сьогодні Бакоту використовують для "дикого" туризму. (Фото: goteli.net.ua)

Bakota — ein Ort, der formal nicht existiert. Das Dorf wurde 1981 während des Baus des Dnister-Wasserkraftwerks überflutet. Heute bleiben über dem Wasser nur ein Felsenkloster und der Ruf einer der spektakulärsten Naturlandschaften der Ukraine. Genau hier kam das Entwicklungsunternehmen „Superpozitsiya" mit einem Projekt im Wert von $500 Millionen an.

Was geplant ist

Mitbegründer von „Superpozitsiya" Jurij Hladkyj beschrieb das zukünftige Objekt in einem Kommentar gegenüber Liga.net als den ersten großflächigen Wasser-Hub der Ukraine — auf 40 Hektar mit Yachtclubs, Apartmenthotels, Infrastruktur für Schifffahrt und Fischerei. Der Baubeginn ist für Herbst 2026 geplant. Das Ziel ist, Bukovel Konkurrenz zu machen, aber auf dem Wasser.

Das Projekt sieht eine Investitionskomponente vor: Ein Teil der Objekte soll von externen Investoren und nicht nur vom Eigenkapital des Entwicklers gebaut werden. Die konkreten Mechanismen der Mittelbeschaffung und Partner wurden bisher nicht öffentlich gemacht.

Wer dahinter steckt — und was sie bereits getan haben

„Superpozitsiya" wurde vom ehemaligen Banker Andrij Stetsevych und dem Marketingfachmann und CEO der Agentur Grape Jurij Hladkyj gegründet. Das Unternehmen verwirklicht bereits ein ähnliches Projekt — KRYLA Karpaty by EDEM, eine autonome alpine Siedlung 9–11 km vom Bukovel auf dem Chornohirskyi-Kamm entfernt, konzipiert für 100 Häuser mit einem Gesamtbudget von über $50 Millionen. Unter den Investoren von KRYLA sind der Unternehmer Andrij Semaniv und der Gründer der Growness Group Ostap Pavljuk. Das Team schätzt die Rentabilität des Projekts auf 10–12 Jahre bei einer Marge von 10–12%.

„Kryla Karpaty" strebt danach, eine Alternative zu schaffen, in der Residenten hochwertigen und ästhetischen Ruhestand erhalten und verschiedene Szenarios haben werden".

— Andrij Stetsevych, Podcast „Mistotvoratsi"

Das Karpaten-Projekt ist noch nicht fertiggestellt — und es ist die einzige verwirklichte Referenz des Teams vor der Ankündigung eines zehnfach teureren Objekts.

Wo das eigentliche Problem liegt

Bakota liegt auf dem Territorium des Nationalpark „Podilski Tovtry" — einer Naturschutzzone mit strengen Beschränkungen für Bau- und Wirtschaftstätigkeit. Ein 40-Hektar-Projekt in einer solchen Zone erfordert entweder eine Änderung der Parkgrenzen oder ein spezielles Genehmigungsverfahren. Öffentliche Daten darüber, ob dies mit dem Ministerium für Umweltschutz oder der lokalen Behörde abgestimmt wurde, gibt es bisher nicht.

  • $500 Millionen — angegebene Kosten, Beschaffungsmechanismus nicht offengelegt
  • 40 Hektar — Fläche, von der ein Teil in einer Naturschutzzone liegt
  • Herbst 2026 — geplanter Baubeginn
  • KRYLA Karpaty — einziges verwirklichtes Projekt des Teams, noch im Prozess

Die touristische Nachfrage nach Bakota existiert tatsächlich und wächst: Der Ort wurde zu einem der beliebtesten Ziele des Inlandstourismus, hier werden bereits SUP-Bretter, Yachten und Katamarane gemietet, und vor kurzem erschien eine neue offizielle Route „Von Horaiivka bis Bakota". Der Markt existiert also — die Frage ist, ob die Regulierungsumgebung seine Skalierung zulässt.

Das Projekt wird ein echter Schritt und nicht einfach eine weitere schöne Renderings sein, wenn das Team öffentlich zwei Dokumente zeigt: die Genehmigung der Umweltschutzbehörden und bestätigte Verpflichtungen der Investoren der ersten Runde — noch vor Baubeginn 2026.

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