Indien versprach, auf russisches Öl zu verzichten — und jetzt will der US-Kongress dies gesetzlich verankern

Washington und Neu Delhi einigten sich im Februar 2025 auf eine Zollsenkung im Austausch gegen einen Verzicht auf russisches Öl. Ein neuer Gesetzentwurf im Senat ändert jedoch die Spielregeln, nachdem die Einigung angeblich bereits erreicht worden war.

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Ілюстративне фото: pixabay.com

Als Donald Trump und Narendra Modi im Februar 2025 eine vorläufige Handelseinigung ankündigten, schien die Frage des russischen Öls geklärt zu sein. Washington hob einen zusätzlichen 25-Prozent-Zoll auf, Neu-Delhi verpflichtete sich, Einkäufe aus Moskau einzustellen. Doch zwischen Verpflichtung und Durchsetzungsmechanismus klafft eine Lücke, die der Kongress nun im Alleingang zu füllen versucht.

Was das Gesetzentwurf ändert

Das überparteiliche Sanctioning Russia Act of 2025 (S.1241) sieht Zölle von bis zu 100% auf Waren aus den fünf größten Käufern von russischem Öl vor. Nach Angaben von Kpler-Analysten gehören dazu China, Indien, die Slowakei, Ungarn und Aserbaidschan. Die ursprüngliche Version des Gesetzentwurfs sah Zölle von bis zu 500% vor — später reduzierten die Senatoren Richard Blumenthal und Roger Wicker die Quote nach Absprache mit der Trump-Administration um die Hälfte.

Nach Angaben von Bloomberg hätten indische Beamte die Veröffentlichung des Gesetzentwurfs als Überraschung wahrgenommen — schließlich galt die Frage der Ölkäufe im Rahmen der Februarverhandlungen bereits als abgeschlossen. Das Problem besteht darin, dass das Weiße Haus und der Kongress parallel, aber nicht koordiniert handeln.

„China und Indien zusammen absorbieren über 80% der maritimen Rohölexporte Russlands"

Analysten, auf die sich Bloomberg bezieht

Was Indien wirklich getan hat – und was nicht

Nach den Februarvereinbarungen reduziert Indien tatsächlich seine Einkäufe. Nach Angaben von Kpler fielen die russischen Öllieferungen im Dezember 2025 auf etwa 1,1 Millionen Barrel pro Tag – den niedrigsten Stand seit November 2022. Im Vergleich zu 1,77 Millionen Barrel im November – fast ein Drittel des Marktes verschwand in einem Monat. Mangalore Refinery kaufte zum ersten Mal seit September 2022 kein Barrel aus Russland.

Aber das grundlegende Handelsabkommen zwischen den USA und Indien ist immer noch nicht unterzeichnet. Nachdem der Oberste Gerichtshof der USA die präsidentiellen Zölle Trumps aufhob, sind die Verhandlungen in eine Sackgasse geraten: Neu-Delhi erwartet günstigere Bedingungen, Washington erwartet echte Lieferungen von amerikanischem und venezolanischem Öl statt russischem.

Stille Reaktion Neu-Delhis

Bloomberg-Quellen beschreiben die indische Position als bewusst zurückhaltend: Es wird keine öffentliche Kritik am Gesetzentwurf geben. Neu-Delhi betrachtet die derzeitige Spannung als „Übergangsstadium" in den breiteren Beziehungen zu den USA und hofft auf eine Fortsetzung des Verhandlungsdialogs. Das ist klassische indische Diplomatie – maximale Flexibilität bei minimalen Verpflichtungen.

  • Februarvereinbarung: Zusagen verbal, ohne Überprüfungsmechanismus
  • Senatsentwurf: Automatische Zölle – unabhängig vom Verhandlungsstatus
  • Oberster Gerichtshof hob präsidielle Zölle auf – rechtliche Grundlage ist instabil
  • Indien reduziert Einkäufe, aber das Tempo bleibt in Neu-Delhis Ermessen

Der Konflikt besteht hier nicht zwischen den USA und Indien – sondern zwischen zwei amerikanischen Institutionen: dem Weißen Haus, das bilateral verhandelt, und dem Kongress, der den Druck gesetzlich festschreiben möchte, außerhalb aller diplomatischen Vereinbarungen.

Wenn das Sanctioning Russia Act den Senat passiert und Gültigkeit erlangt, wird sich Indien vor die Wahl gestellt: die Februarzusage vollständig erfüllen und eine Ausnahme erhalten – oder Zielscheibe von Zöllen werden, selbst wenn bereits eine Vereinbarung mit dem Präsidenten besteht. Die Frage lautet, ob die Senatoren einen Ausnahmemechanismus für Länder vorsehen werden, die bereits bilaterale Vereinbarungen mit dem Weißen Haus getroffen haben – und ob die Trump-Administration bereit ist, dafür einzustehen.

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