Reebok verlässt ukrainische Regale: Was das für den Markt und die Verbraucher bedeutet

Die letzten beiden Reebok-Filialen in Kiew schließen im Frühjahr 2026, der Onlineshop — nach dem Ausverkauf. Wir analysieren, warum die Marke ihre Präsenz zurückfährt und wer diese Nische füllen könnte.

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Reebok Center у Caravan Mall, Київ, 2 серпня 2020 року (Фото: Depositphotos)

Kurz — warum das wichtig ist

Reebok stellt seine Tätigkeit in der Ukraine ein: Die letzten beiden Shops in Kiew werden im Frühjahr 2026 schließen, und der Online‑Verkauf endet nach dem Abverkauf der Bestände. Für Verbraucher bedeutet das kurzfristige Rabatte, für den Markt die Öffnung einer Nische, die von lokalen und regionalen Akteuren besetzt werden kann.

Was passiert ist

Laut Forbes.ua werden die Reebok‑Shops in den Einkaufszentren SkyMall und Retroville im Frühjahr 2026 schließen: SkyMall — bis zum 8. Mai 2026, Retroville — bis Ende April, wobei das genaue Datum vom Tempo des Warenabverkaufs abhängt. Der Online‑Shop wird ebenfalls nach Abverkauf der Lagerbestände eingestellt; neue Lieferungen sind nicht geplant.

Warum das geschieht

Seit März 2022 wurde die Entwicklung von Reebok in der Ukraine vom türkischen Konzern FLO Retailing unter Lizenz der US‑Gruppe Authentic Brands Group betreut, die die Marke von Adidas erworben hatte. Dem Bericht zufolge reduzieren türkische Einzelhändler schrittweise bestimmte Formate wegen der schwierigen wirtschaftlichen Lage in der Türkei — das hat auch die Präsenz von Reebok in der Ukraine beeinflusst. FLO schließt außerdem weitere Formate, unter anderem InStreet.

„Türkische Einzelhändler bauen ihr Geschäft aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Lage in der Türkei schrittweise zurück, und das hat das Schicksal von Reebok in der Ukraine beeinflusst“

— Ein Gesprächspartner von Forbes.ua, an den Verhandlungen beteiligt

Folgen — für Verbraucher und Marktteilnehmer

Kurzfristig können Ukrainer mit Schlussverkäufen und Aktionen bei der Schließung rechnen. Mittelfristig und langfristig sind für die Branche wichtigere Aspekte: Dem Bericht zufolge verhandeln mehrere ukrainische Unternehmen über eine mögliche offizielle Distributionsübernahme — "Марафон", Intersport und Sport City. Ein wahrscheinliches Rückkehrformat der Marke ist keine Mono‑Brand‑Kette, sondern der Verkauf über Multibrand‑Geschäfte, was das Modell der Produktverfügbarkeit in der Ukraine verändern würde.

„Die Summe für die Übertragung der Rechte könnte zwischen 500.000 und 2 Mio. US‑Dollar liegen“

— Дмитро Слободянюк, geschäftsführender Partner von Reliance

Das bedeutet, dass der Markteintritt Kapital und ein klares Geschäftsmodell erfordern wird. Gleichzeitig schafft der Trend des Rückzugs internationaler Ketten — etwa die jüngsten Meldungen über die Schließung von Zara in Dnipro und den möglichen Rückzug von Inditex aus den Regionen Odessa und Charkiw — Raum für das Wachstum lokaler Akteure und Multibrand‑Plattformen.

Wie geht es weiter — Szenarien für die Ukraine

Wahrscheinlichste Szenarien: 1) Die Distributionsrechte werden von ukrainischen oder regionalen Ketten erworben und die Marke kehrt über Multibrand‑Distribution zurück; 2) Die Marke bleibt vom Markt fern, aber das Segment wird durch ein breiteres Sortiment anderer internationaler oder lokaler Marken besetzt; 3) Kurzfristig steigt die Rolle von Secondhand‑Angeboten und Online‑Marktplätzen. Für den Verbraucher geht es um Verfügbarkeit und Preis; für den Markt um Investitionen und Verhandlungsgeschwindigkeit.

Fazit

Die Schließung von Reebok in der Ukraine betrifft nicht nur eine Marke, sondern den Wandel der Einzelhandelsstruktur angesichts regionaler Instabilität und der Neuverteilung von Nischen. Ukrainische Ketten und Distributoren haben eine reale Chance, Positionen zu festigen, doch das erfordert Kapital und schnelle Entscheidungen. Ob sie dazu bereit sind, ist die Frage, von der abhängt, was nächste Saison in den Regalen stehen wird.

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