Das Gericht hat ein Insolvenzverfahren gegen den Poltawaer GZK eröffnet — Ferrexpo-Aktien sanken um 28 %: Was das für Export und Investoren bedeutet

Ein Gläubiger hat die Eröffnung eines Verfahrens gegen einen der größten ukrainischen Exporteure von Eisenerz‑Kotunen erwirkt. Wir beleuchten, welche Auswirkungen dies auf Arbeitsplätze, die Einnahmen des Unternehmens und das Vertrauen des Marktes haben könnte.

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Фото: Ferrexpo

Was passiert ist

Am 24. Februar eröffnete das Wirtschaftsgericht der Oblast Poltawa ein Verfahren im Insolvenzfall des Poltawaer Bergbau‑ und Aufbereitungskombinats (PGZK). Dies teilte die Gesellschaft Ferrexpo an der Londoner Börse mit. Nach der Meldung fiel der Marktpreis der Ferrexpo‑Aktien um 28%.

„Das Gericht in Poltawa hat ein Insolvenzverfahren eröffnet, ohne dass ein endgültiges Urteil durch den Obersten Gerichtshof gefällt wurde.“

— Ferrexpo, Mitteilung an der Londoner Börse

Ursache und rechtlicher Kontext

Initiator des Verfahrens ist die Gesellschaft „Maxi Capital Group“, die im Januar 2025 durch ein Gericht ein Urteil gegen das PGZK in Höhe von 4,7 Mrd. UAH erstritten hat. Die Sache befindet sich derzeit beim Obersten Gericht in Prüfung, doch die Eröffnung des Verfahrens in Poltawa erfolgte vor dem endgültigen Entscheid der höchsten Instanz.

„Maxi Capital Group“ erwarb im Jahr 2020 eine Forderung, die zuvor der bankrotten Bank „Finanzen und Kredit“ gehörte, bei der das PGZK Bürge war. Die Position des Kombinats lautet, dass der Einlagensicherungsfonds eine bereits beglichene Forderung verkauft habe; das Kombinat verweist auf eine Abschreibung der Mittel im August 2015 und deren Rückführung auf die Konten des Unternehmens im Juli 2019, was im Urteil des erstinstanzlichen Gerichts erwähnt wird.

Betrieb läuft weiter, doch die Risiken sind gestiegen

Das rechtliche Verfahren stoppt die Produktion nicht: Das PGZK arbeitet weiter. Gleichzeitig verstärken die Einleitung des Verfahrens und der Kursrückgang die Unsicherheit der Investoren und können den Zugang zu Finanzmitteln erschweren. Für die Region und den Export ist das ein wichtiges Signal: Das Kombinat ist einer der größten Exporteure von Eisenerzpellets nach Europa, und langwierige gerichtliche Auseinandersetzungen können die Logistik und die Zahlungstreue beeinträchtigen.

„Das Poltawaer PGZK wird innerhalb der festgelegten 10‑tägigen Frist Berufung gegen die Gerichtsentscheidung einlegen. Gleichzeitig stoppt die Einlegung der Berufung nicht den Ablauf des Insolvenzverfahrens... Derzeit ist es unmöglich, die potenziellen Auswirkungen eines solchen Verfahrens und dessen Dauer abzuschätzen.“

— Ferrexpo

Eigentumsstruktur und institutionelle Risiken

Das PGZK gehört zur Ferrexpo‑Gruppe, deren größter Aktionär der Unternehmer Kostjantyn Zhewago ist. Im Januar 2025 eröffnete ein anderes Gericht bereits ein Insolvenzverfahren gegen die Corporation „Arterium“, die ebenfalls mit Zhewago verbunden ist. Außerdem geriet der Vorstandsvorsitzende des PGZK im Jahr 2023 in den Fokus mehrerer Strafverfolgungsbehörden. Diese Abfolge von Fällen erhöht die Aufmerksamkeit der Märkte und der Aufsichtsbehörden gegenüber der Unternehmensgruppe.

Was als Nächstes zu erwarten ist

Die zentralen Schritte sind die Berufung des PGZK und weitere Entscheidungen des Obersten Gerichts. Gerichtsverfahren können Monate oder Jahre dauern, und gerade die Dauer wird das Ausmaß der Folgen für das Unternehmen, die Beschäftigten und die Vertragspartner bestimmen.

Börsenanalysten weisen darauf hin: Selbst wenn die Produktion nicht stoppt, erschweren Reputationsverluste und ein Rückgang der Marktkapitalisierung das Anwerben von Investitionen. Für den Staat und die Wirtschaft ist es wichtig, dass Gerichts‑ und Aufsichtsprozesse transparent sind — es geht um das Vertrauen der Investoren und die Stabilität des Exports.

Fazit

Diese Geschichte verbindet einen juristischen Streit, die Marktreaktion und Fragen der Unternehmensführung. Nun kommt es auf die Berufungsinstanzen und Gerichte an: Ob es dem Kombinat gelingt, seine Position zu verteidigen und systemische Folgen für Export und Arbeitsplätze zu verhindern, ist die entscheidende Frage für die Region und die Investoren.

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