Was die Studie von Agrohub gezeigt hat
Im Jahr 2025 erreichte das durchschnittliche monatliche Einkommen von Traktoristen in der Ukraine 31 600 грн ohne Boni — das sind etwa 12 % mehr als im Jahr 2024. Unter Einbeziehung von Prämien steigt das durchschnittliche Einkommen auf rund 36 300 грн.
Die Ausgaben der Agrarunternehmen für die Löhne der Traktoristen stiegen um etwa 5 %. Gleichzeitig sank die durchschnittliche Personalstärke: von 27 auf 25 Personen pro 10 000 ha, und auf einen Traktoristen entfallen im Mittel 3 700 ha.
Vergütung nach Einsätzen
Die höchsten Sätze gelten für die Ernte: 383 грн/Std. (+5 % ggü. Vorjahr). Danach folgen Spritzarbeiten — 320 грн/Std. (+8 %) und Aussaat — 271 грн/Std. (+14 %). Am wenigsten wird fürs Walzen bezahlt — 142 грн/Std. (+17 %).
Die Verteilung der Arbeiten unter den Traktoristen ist ungleich: An der Aussaat sind etwas weniger als ein Drittel beteiligt, an den Spritzarbeiten — weniger als ein Fünftel, an der Ernte — noch weniger; nur etwa 0,5 % führen alle drei Einsätze aus.
"Auffällig ist, dass der Anteil multidisziplinärer Mitarbeiter in den letzten Jahren nicht zunimmt, obwohl sie sehr gefragt sind..."
— die Autoren der Agrohub-Studie
"Wir sehen, dass sich der Markt schrittweise von einfachen Akkordlöhnen zu komplexeren Vergütungsmodellen wandelt... Gerade die Vielseitigkeit wird zum Schlüsselfaktor für Einkommenssteigerungen in diesem Beruf"
— Dmytro Lebediev, Leiter Agrohub HR360 Benchmarking
Mechanisierung, Outsourcing und Drohnen
Etwa 9 von 10 Unternehmen arbeiten mit eigener Technik; der Anteil ausgelagerter Leistungen liegt bei rund 11 % (um 2 % weniger als 2024). Moderne Technologien, insbesondere Drohnen für Spritzungen und Desikkationsmaßnahmen, sind vorhanden, wirken sich jedoch bisher nur gering aus — etwas mehr als 1 % der bearbeiteten Flächen.
Warum die Löhne gestiegen sind und warum das wichtig ist
Der Anstieg der Vergütungen ist das Ergebnis mehrerer Faktoren: Personalabbau bei gleichbleibender oder steigender Belastung der Technik, erhöhte Nachfrage nach vielseitigen Bedienern, inflationärer Druck und steigende Produktionskosten. Über den Einfluss der globalen Preise für Stickstoffdünger (die von den Gaspreisen abhängen) berichtete LIGA.net — das verstärkt den Druck auf die Margen und zwingt Unternehmen, ihre Lohnpolitik zu überdenken.
Folgen für Landwirte und Gemeinden
Für ländliche Gemeinden bedeutet die Lohnsteigerung ein stabileres Einkommen und eine höhere Kaufkraft. Für Agrarkonzerne ist es eine Herausforderung: Es gilt, in die Ausbildung der Bediener, in Mitarbeiterbindung und in Technologien zu investieren, die die Abhängigkeit von Handarbeit verringern und Kosten planbarer machen.
Daten der Studie
Die Studie Agrohub HR360 Benchmarking wurde im Januar–Oktober 2025 durchgeführt. Daran nahmen 7 Agrarkonzerne teil, die 41 Feldgesellschaften und 3 634 Spezialistinnen und Spezialisten vereinen.
Fazit
Der Anstieg der Einkommen der Traktoristen ist ein Indikator für die Anpassung des Agrarsektors an externe Schocks und interne Personalherausforderungen. Damit sich dieser Trend in eine nachhaltige Verbesserung von Produktivität und Wohlstand in den Dörfern verwandelt, sind Investitionen in die Ausbildung der Bediener, in technische Modernisierung und in eine Politik notwendig, die Innovationen auf den Feldern unterstützt. Ob Zeit und Mittel ausreichen, dies systematisch umzusetzen, ist die Schlüsselfrage für die wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit und die Ernährungssicherheit des Landes.