Powell will bei der Fed bleiben — wie das Trumps Pläne erschwert und die Zinsen beeinflusst

Der Vorsitzende der Federal Reserve, Jerome Powell, deutete an, dass er bis 2028 im Rat bleiben werde, bis die Ermittlungen abgeschlossen sind. Das verringert Trumps Chancen, eine Mehrheit in der Federal Reserve zu erlangen, und verändert die Erwartungen an künftige Zinsentscheidungen.

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Джером Пауелл (Фото: EPA / JIM LO SCALZO)

Was passiert ist

Der Vorsitzende der Federal Reserve Jerome Powell sagte auf einer Pressekonferenz, dass er nicht plane, die Fed zu verlassen, bis die Ermittlungen des Justizministeriums gegen ihn „vollständig abgeschlossen, transparent und endgültig“ seien, berichtet das Wall Street Journal. Powells offizielle Amtszeit als Vorsitzender endet am 15. Mai, aber als Mitglied des Rates kann er bis 2028 bleiben — er wurde separat für eine 14-jährige Amtszeit bestätigt.

Warum das wichtig ist

Der Rat der Fed hat sieben Sitze; drei davon sind derzeit mit Personen besetzt, die von Donald Trump ernannt wurden. Sollte Powell bleiben, wird es für die Trump-Administration schwieriger, im Rat eine Mehrheit für eine aggressivere Lockerung der Geldpolitik zu bilden. Dies ist ein direkter Hebel, um künftige Zinsentscheidungen zu beeinflussen, die die Administration senken will.

„Weitere Zinssenkungen sind in zwei Fällen möglich: bei einer Abschwächung der Wirtschaft oder bei deutlichen Fortschritten im Kampf gegen die Inflation. Wenn wir solche Fortschritte nicht sehen, werden Zinssenkungen nicht stattfinden.“

— Jerome Powell, Vorsitzender der Federal Reserve

Wie sich das auf die Märkte und auf uns auswirkt

Entscheidungen über die Führung der Fed haben direkte Auswirkungen auf die globalen Finanzmärkte: von den Kosten der Kreditaufnahme über Wechselkurse bis zu den Kosten kriegsbedingter Kredite. Für die Ukraine bedeutet das, dass stabile und vorhersehbare Entscheidungen des US-Regulators die Planung von Außenfinanzierung und Unterstützung durch Partner erleichtern.

Analysten weisen darauf hin, dass Powells Verbleib im Rat die Wahrscheinlichkeit einer schrittweisen statt einer abrupten Lockerung der Fed-Politik erhöhen würde — ein Szenario, das das Risiko neuer Inflationsausbrüche und starker Marktvolatilität verringert.

Kontext des Skandals und der Renovierung

Powell hat zuvor von politischem Druck gesprochen und die Vorladungen des Justizministeriums in der Angelegenheit der Renovierung von Fed-Gebäuden als politisch motiviert bezeichnet; das Wall Street Journal hebt diese Aussagen hervor. Auf der Website der Fed heißt es, dass Restaurierungsarbeiten am Eccles Building und am Gebäude in der 1951 Constitution Avenue im Gange seien, die seit den 1930er Jahren keine umfassende Renovierung erfahren hätten. Das Projekt ist bis 2027 angelegt, und dessen Kosten hat Donald Trump, als jemand mit Erfahrung in der Immobilienbranche, kritisiert.

Wie geht es weiter

Sollte Powell bleiben, würde der Markt ein Signal für die Fortsetzung der derzeitigen Politik und für größere Vorhersehbarkeit der Entscheidungen erhalten — zumindest bis zu weiteren Änderungen in der Zusammensetzung des Rates. Für Trump erscheint eine vollständige Neuausrichtung der Fed in kurzer Zeit schwierig: Es bedürfte der Bestätigung von Nominierten durch den Senat oder des Rücktritts anderer Ratsmitglieder.

Die Frage für Washington und den Markt ist einfach: Wird es dem politischen Druck gelingen, das Kräfteverhältnis in der Fed schneller zu verändern, als es die wirtschaftlichen Risiken erfordern? Die Antwort wird nicht nur die zukünftige US-Geldpolitik bestimmen, sondern auch die Bedingungen für internationale Hilfe und Finanzierung, die auch für unser Land wichtig sind.

Quelle: Wall Street Journal; offizielle Website der Federal Reserve.

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